c't 25/05
32-Bit-Viren-Scanner und viele andere x86-Anwendungen, die tief ins System eingreifen, funktionieren jedoch nicht. Zu-dem existieren für viele ältere Hardware-Komponenten nur 32-Bit-Windows-Treiber, die unter x64-Windows nicht arbeiten. Auch laufen viele Plug-ins und Video-Codecs nicht in für 64 Bit kompilierten Browsern und Video-Anwendungen. Microsoft liefert diese Programme daher in 32-Bit-Versionen mit.
Ähnliches gilt auch für Linux: Zwar sind hier die meisten Programme in 64-Bit-Versionen erhältlich, doch auch hier profitieren nur die wenigsten von den x64-Befehlen. Auch einige Treiber, Video-Codecs oder die Browser-Plug-ins für Flash und Java, die nur unter restriktiven Lizenzen vertrieben werden, funktionieren unter x64-Linux nicht oder nur umständlich.
Deutliche Vorteile bringen 64-Bit-Betriebssysteme erst bei viel Arbeitsspeicher: Mehr als 3 GByte lassen sich etwa mit einem 32-Bit-Windows XP nicht sinnvoll verwenden. Eigentlich können 32-Bit-Betriebssysteme zwar bis zu 4 GByte adressieren, ein großer Teil des Adressraums zwischen drei und vier Gigabyte wird jedoch für die Kommunikation mit PCIe-, AGP- oder PCI-Geräten belegt. 64-Bit-Betriebssysteme können diesen Speicher auf Mainboards, die den reservierten Bereich anderswo wieder einblenden, nutzen. Mit einer PAE genannten Technik können auch die 32-Bit-Versionen von Windows Server oder Linux mehr als 4 GByte Arbeitsspeicher adressieren, doch das gelingt ihnen nur umständlicher als einem 64-Bit-Betriebssystem. (thl)
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