c't 26/03
Weil man einen PC mit ATX-Netzteil wohl erst dann vom Netz trennt, wenn das Betriebssystem heruntergefahren ist, steht dabei keine hohe Leistung an; bei fast allen aktuellen Systemen wird nach dem „Herunterfahren“ nur noch die schwach ausgelegte 5-Volt-Standby-Schiene versorgt. Auch beim Einschalten versorgt das Netzteil zunächst nur diese Leitung, die Hauptzweige schaltet erst ein Befehl des Mainboards ein.
Ein defektes oder schlecht aufgebautes Netzteil reicht unter Umständen primärseitige Störungen, etwa Überspannungen aus dem 230-Volt-Netz, durch; eventuelle Überspannungsschäden sind daher nicht ohne weiteres auf das Ein- und Ausschalten zurückzuführen. Allerdings können solche Störungen auch beim Einschalten per Steckdosenschalter durch das Laden der Stützkondensatoren entstehen. Außerdem kann ein „prellender“ mechanischer Netzschalter im Netzteil oder in der Mehrfachsteckdose dazu führen, dass beim Ein- oder Ausschalten kein einmaliger Schaltvorgang stattfindet, sondern eine kurze Folge von Kontaktierungen. Dadurch können sehr energiereiche „Bursts“ entstehen - mit ähnlichen Folgen für schlechte Netzteile. Schalter-Prellen ist oft als zischendes Geräusch beim Schaltvorgang hörbar; in diesem Fall sollte man den jeweiligen Schalter austauschen (lassen). (ciw)
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