c't 12/09
Das Industriegremium JEDEC hat die Spannungstoleranzen für PC-Hauptspeicher des Typs DDR2 auf 1,8 Volt ±0,1 Volt festgelegt. Bei den meisten Speicherriegeln, die höhere Spannungen benötigen, entsprechen auch viele andere Parameter nicht den JEDEC-Vorgaben. Deshalb funktionieren bei solchen DIMMs die automatischen Konfigurationsmechanismen der meisten BIOS-Versionen nicht – außer wenn man für ein Mainboard mit Spezialfunktionen wie EPP oder XMP genau passende Speichermodule kauft. Meistens aber muss man bei Übertakter-DIMMs Latenzzeiten, Taktfrequenz und Betriebsspannung manuell im BIOS-Setup einstellen. Fehlen dem Mainboard(-BIOS) solche Einstellmöglichkeiten, dann funktionieren Übertakter-Module zwar meistens trotzdem, arbeiten aber nur mit Standard-Zeitparametern und bieten deshalb auch keine Vorteile im Vergleich zu Standard-DIMMs.
Bei Mainboards, deren BIOS-Setup eine Erhöhung der DRAM-Spannung ermöglicht, kann man zwar davon ausgehen, dass sie das auch bis zu einem gewissen Maß verkraften. Grundsätzlich erhöht aber das Übertakten das Risiko von Inkompatibilitäten, Abstürzen und Defekten. Der Einfluss schneller Speicher-Timings auf die Arbeitsgeschwindigkeit eines PC wird zudem häufig überschätzt und ist höchstens in seltenen Spezialfällen subjektiv wahrnehmbar. Wer keinen Spaß an Experimenten hat oder nicht genau versteht, was er einstellen muss, kauft also besser JEDEC-konforme DIMMs mit Standardparametern.
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