c't 8/07
Das Hauptproblem ist jedoch, dass die meisten Mainboard-Hersteller die Drehzahlregelung als kostenloses Beiwerk und nicht als zentrale Eigenschaft ihres Produktes wahrnehmen. Die eigentliche Regler-Elektronik steckt oft als billige Dreingabe in den sogenannten Super-I/O-Chips, die auch andere Funktionsgruppen wie den Floppy-Controller enthalten. Weil die Mainboard-Hersteller auf verschiedenen Produkten unterschiedliche Super-I/O-Chips verwenden, ändern sich auch Typ, Funktionsweise und Konfigurationsmöglichkeiten der Drehzahlregler von Board zu Board. Bei unseren Mainboard-Tests stellen wir oft fest, dass die Regler-Firmware Fehler enthält, zu denen beispielsweise auch Ausfälle nach dem Aufwachen aus dem Standby-Modus zählen. Solche Bugs lassen sich nur durch BIOS-Updates korrigieren, was aber zu selten auch tatsächlich geschieht. Manchmal fallen sogar Funktionen der Regelung durch BIOS-Updates weg.
Ein minderwertiger Mainboard-Drehzahlregler lässt sich leider kaum ersetzen, weil externe Regler keinen Zugriff auf eine Messung der aktuellen CPU-Temperatur haben. Theoretisch ließe sich das über das Signal für sogenannte PWM-Lüfter (vergleiche c't 7/07, S. 218) bewerkstelligen, aber bisher ist uns kein externer Lüfterregler bekannt, der diese Möglichkeit nutzt.
Als Alternative zur Drehzahlregelung des CPU-Lüfters kann man zwecks Geräuschminderung einen voluminösen Kühlkörper mit einem großen (12-Zentimeter-)Lüfter einsetzen, der den Prozessor auch unter Volllast und an heißen Tagen mit geringer Drehzahl kühlt. Bei geschickter Konfiguration (Reduktion der Lüfterspannung über Vorwiderstand, Potenziometer oder 7-Volt-Adapter) kann man dann auf eine Regelung komplett verzichten und vermeidet auch das manchmal störende Hochdrehen der Lüfter beim Einschalten des PC, das den sicheren Anlauf auch von älteren Lüftern mit verschlissenen Lagern sicherstellen soll. (ciw)
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