Ich mache mir Sorgen, dass die neue Simulcrypt-Strategie von Premiere negative Auswirkungen auf die Bildqualität hat. Schließlich muss nun doch wohl jeder Kanal zweimal ausgestrahlt werden – einmal Nagravision- und einmal Videoguard-verschlüsselt. Und Premiere wird sicherlich keinen zusätzlichen Transponderplatz buchen.
Ihre Sorge ist unberechtigt, da die Premiere-Kanäle für das Simulcrypt-Verfahren nicht doppelt ausgestrahlt werden müssen. Tatsächlich ist der eigentliche Fernsehdatenstrom mit einer Art „Universalverfahren“ namens Common Scrambling Algorithm (CS) gesichert. Um die CSA-Daten zu entschlüsseln, benötigt man ein sogenanntes Kontrollwort. Die Conditional-Access-Systeme (CA) wie Videoguard oder Nagravision bilden nun lediglich die Schnittstelle zwischen dem verschlüsselten TV-Datenstrom und der Smartcard des Abonnenten. Parallel zu den Fernsehdaten senden Anbieter wie Premiere daher gesonderte Datenpakete namens ECM (Entitlement Control Message), mit deren Hilfe der autorisierte Empfänger das aktuell gültige Kontrollwort errechnen kann. Beim von Premiere gewählten Simulcrypt-Verfahren werden daher einfach nur zwei ECM-Pakete verschickt – einmal für Nagravision und einmal für Videoguard. (
nij)