c't 14/06
Die zulässigen Frequenz- und Latenz-Parameter von Standard-DIMMs legt das Industriegremium JEDEC fest. Die für ein konkretes Modul zutreffenden Parameterkombinationen schreibt der Modulhersteller in einer streng definierten Nomenklatur in das SPD-EEPROM.
Das BIOS der meisten PC-Mainboards wertet nur Standard-Parameterkombinationen automatisch aus, denn für Übertaktungs-Parameter gibt es bisher keinen allgemeinen Standard. Deshalb müssen Sie die Parameter Ihrer Overclocker-DIMMs manuell im BIOS-Setup einstellen. Mit den „Enhanced Performance Profiles“ (EPP), einer Erweiterung der SPD-EEPROM-Spezifikation, wollen der Chipsatzhersteller Nvidia und der Third-Party-DIMM-Hersteller Corsair übrigens genau diese Spezifikationslücke schließen. Passende Boards und DDR2-DIMMs sind aber noch selten.
Die im Vergleich zu Standard-DIMMs zumeist teureren Overclocker-Speichermodule enthalten ganz gewöhnliche, aber nach Angaben der Modulfirmen selektierte DRAM-Chips. Sie arbeiten meistens erst dann schneller als gewöhnliche Module, wenn man sie mit Überspannung betreibt, bei DDR-DIMMs etwa 2,7 bis 2,9 statt 2,6 Volt (DDR400/PC3200). Diese höhere Spannung entspricht nicht den JEDEC-Vorgaben. Das ist einer der Gründe, weshalb das BIOS üblicherweise nicht automatisch übertaktet.
Wenn Ihr Mainboard die höhere Spannung für die Übertakter-Module nicht liefern kann, diese nicht per BIOS-Setup justierbar ist oder sich die DRAM-Timing-Parameter dort nicht verstellen lassen, dann haben Sie den Mehrpreis für die Übertakter-Module vergeblich bezahlt. Im Übrigen werden die durch schnelleres RAM zu erwartenden Performance-Vorteile oftmals überschätzt (siehe c't 8/06, S. 210). (ciw)
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