Ich möchte einen neuen PC der Haswell-Generation anschaffen. Nun habe ich von einem USB-3.0-Bug gehört. Welche Chipsätze sind betroffen und was steht derzeit in den Regalen?
In der Tat gibt es bei Intels Chipsätzen der Serie 8 (also Z87, H87, Q87, Q85 und B85 sowie den Mobilvarianten) ein Problem an den USB-3.0-Ports. Allerdings tritt dieser Bug nur in sehr speziellen Situationen und mit einem einzigen Controller-Chip für USB-3.0-Sticks zutage. Hängt ein solcher an einem der USB-3.0-Ports des Chipsatzes und geht der Rechner in den Standby-Modus (S3), wird er nach dem Aufwachen neu „enumeriert“. Wenn eine Anwendung vor dem Einschlafen Dateien auf diesem USB-Stick geöffnet hatte, verweisen für einen ganz kurzen Zeitraum Dateipfade auf darauf befindliche Dateien ins Leere. Daran verschlucken sich manche Programme, die nach dem Aufwachen versuchen, geöffnete Dateien nachzuladen. Andere Programme halten die Dateien ohnehin im Arbeitsspeicher und bekommen von dem Spuk nichts mit. Nach wenigen Sekunden passen alle Pfade wieder.
Soweit wir wissen, beginnt Intel erst im Juli 2013 mit der Auslieferung von Chipsätzen mit dem fehlerbereinigten Stepping C2 an die Board- und Notebook-Hersteller. Bis die damit bestückten Boards im Handel ankommen, dürfte noch mindestens ein Monat vergehen – noch mehr, falls die Hersteller, Distributoren und Händlern noch auf großen Mengen von Boards des fehlerbehafteten C1-Steppings sitzen.
Leider sieht man den Boards das Chipsatz-Stepping nicht an. Über den c’t-Link am Ende der Meldung finden Sie ein Windows-Skript, das versucht, das Stepping auszulesen. Allerdings klappt das mit den öffentlich zugänglichen Informationen nur bei den Consumer-Chipsätzen (Z, H, B) halbwegs verlässlich. Den Business-Chipsätzen (Q) hat Intel eine Mimikri-Funktion alias Compatibilty Revision ID (CRID) spendiert, mit der sich neuere Steppings als ältere tarnen können.
Es ist aber nicht gesagt, dass alle Boards respektive alle Ports an allen Boards überhaupt betroffen sind. So löten einige der Board-Hersteller USB-3.0-Host-Controller anderer Firmen auf oder schalten Hub-Chips dazwischen, die womöglich das Problem abfangen. (bbe)
