Ich habe gehört, dass das Dateisystem NTFS bei meinem USB-Stick zu verstärkter Abnutzung führe. Stimmt das? Soll ich lieber ein anderes verwenden?
NTFS gehört zu den sogenannten Journaling-Dateisystemen. Das bedeutet – vereinfacht dargestellt –, dass es vor Beginn eines Schreibvorgangs für Nutzdaten einen Eintrag in seinem Journal anlegt und diesen nach Beendigung des gesamten Prozesses abhakt. Kurzum: Pro geschriebener Datei entstehen ein paar zusätzliche Operationen im Logfile. Nun könnte man argumentieren, dass der Controller auch für das Schreiben des Logs Flash-Zellen löschen muss und der Stick daher vorschnell altert.
In der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle: Erstens fallen die für das Log benötigten Bereiche im Vergleich zur Größe von Fotos, Musik oder gar Videos kaum ins Gewicht. Zweitens landen zwei aufeinanderfolgende Schreibzugriffe auf eine Adresse – etwa das Log – mit ziemlicher Sicherheit nicht in denselben Flash-Zellen. Im Zuge von Schreibstrategien wie Wear-Leveling und Garbage-Collection verteilt der Flash-Controller die Schreibzugriffe über das gesamte Medium. Drittens hilft es, solch theoretischen Überlegungen ein Praxisbeispiel entgegenzustellen: Ein 32-GByte-USB-Stick reicht aus, um etwa 10 Stunden HD- und 25 Stunden SD-TV-Sendungen mitzuschneiden. Das dürfte in vielen Haushalten den Wochenbedarf decken. Geht man ferner davon aus, dass jede einzelne Zelle mehrere tausend Schreibzyklen verkraftet, würde der Stick selbst ohne Wear-Leveling viele Jahrzehnte überdauern.
(
bbe)