Ich habe mir den Artikel „Kupfer sticht“ (c't 1/05, S. 84) zu Gemüte geführt. Was ich nicht ganz verstehe: Warum empfehlen Sie für Verlegekabel STP (shielded twisted pair) und für Patch-Kabel UTP (unshielded twisted pair, ohne Schirm)? Sollte ein Patch-Kabel nicht auch abgeschirmt sein? Welche Unterschiede gibt es sonst zwischen Verlege- und Patch-Kabel?
Durch Patch-Kabel mit Schirm können Erdschleifen entstehen, falls der Schirm der RJ45-Buchse im PC nicht sachgerecht vom PC-Gehäuse entkoppelt ist. Das haben wir bei vielen PCI-Karten beobachtet, selbst bei solchen namhafter Hersteller. Die Erdschleifen machen sich häufig störend bemerkbar, wenn man den Rechner mit anderer am Stromnetz hängender Heimelektronik (HiFi-Anlage, Fernsehgerät) verbindet. Ihre Auswirkungen reichen von nervigem Brummen über Streifen im TV-Bild bis zu zerstörten Eingängen an HiFi-Verstärkern.
Die Verlegeleitung ist mechanisch robuster aufgebaut und hat bessere elektrische Eigenschaften (Dämpfung und Übersprechen) als die Patch-Leitung. Deshalb sollte man Patch-Kabel nur auf kurzen Strecken einsetzen: maximal zehn Meter bei Direktverbindung zwischen zwei Geräten (PC, Switch) oder zweimal fünf Meter, wenn Wandleitung und Patch-Feld zwischen den Geräten liegen. (ea)