Webcam-Zugriff aus der Ferne

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe in meinem Garten eine Webcam eingerichtet und an meinen Fritz!Box-Router angekoppelt, sodass ich auf deren Bilder aus dem LAN zugreifen kann. Ich brauche aber für mich und auch gelegentlich für Bekannte und Freunde einen Zugang übers Internet. In der Fritz!Box finde ich dafür keine offensichtlichen Einstellungen. Zudem ist die Webcam nur für unverschlüsselte Kommunikation ausgelegt, sodass ungebetene Gäste die Bilder ansehen können.

Prinzipiell geht das einfach, wenn auch nicht ganz offensichtlich: Richten Sie zunächst wie in der Fritz!Box-Anleitung beschrieben, den VPN-Service für Ihre Fritz!Box und Ihren Laptop oder Ihr Smartphone ein. Um den Router jederzeit aus dem Internet finden zu können, registrieren Sie einen DynDNS-Namen, beispielsweise bei no-ip.com und tragen Sie den gewählten DNS-Namen (zum Beispiel daheim.no-ip.org), Ihre no-ip-Kennung und das zugehörige Passwort in der Fritz!Box im Bereich „Internet“, „Freigaben“, „Dynamic DNS“ ein. Damit können Sie schon mal aus dem Internet per VPN verschlüsselt auf Ihre Webcam zugreifen.

Vertrauenswürdigen Personen können Sie auf diese Weise ebenso Zugang zum VPN gewähren. Damit sich eventuell von solchen Gästen versehentlich eingeschlepptes Computer-Ungeziefer nicht ungehindert in Ihrem LAN vermehrt, stellen Sie vor der VPN-Freigabe sicher, dass Ihre Datei- und Druckerfreigaben nur passwortgeschützt zugänglich sind.

Personen, denen Sie keinen VPN-Zugang gewähren, bleibt der Blick auf Ihren Garten damit verwehrt. Wenn Sie gelegentlich dennoch Einblick gewähren wollen, können Sie sich mit zwei weiteren Tricks behelfen: Richten Sie über „Internet“, „Freigaben“ „Portfreigaben“ eine Portweiterleitung von der Fritz!Box zur Webcam ein. Klicken Sie links unten auf „Neue Portfreigabe“ und stellen Sie im Menü „Portfreigabe aktiv für andere Anwendungen“ ein. Tragen Sie im Feld „Bezeichnung“ einen Namen ein, den Sie leicht dem Dienst zuordnen können, beispielsweise „Webcam“. Tragen Sie im Feld „von Port“ einen Wert oberhalb von 49 000 ein, zum Beispiel 49 800.

Portnummern oberhalb von 49 000 werden von Schnüfflern kaum abgeklappert, sodass Sie den Webcam-Dienst damit etwas aus der Schusslinie nehmen. Stellen Sie im Menü „an Computer“ die IP-Adresse oder den Namen Ihrer Webcam ein. Die übrigen Einstellungen lassen Sie unverändert, wenn die Webcam ihre Bilder wie üblich über Port 80 anbietet. Klicken Sie auf „OK“ und im nächsten Fenster auf „Übernehmen“.

Probieren Sie den Dienst nun aus: Geben Sie im Browser den DynDNS-Namen Ihrer Fritz!Box ein, gefolgt von der Portnummer, die Sie für die Weiterleitung auf Ihre Webcam eingerichtet haben – also etwa daheim.no-ip.org:49800.

Wenn Sie sie nicht mehr brauchen, schalten Sie die Weiterleitung aus, indem Sie das Häkchen in der Spalte „Aktiv“ abschalten und auf „Übernehmen“ klicken. So können Sie aus Ihrem LAN heraus die Portfreigabe für Ihre Webcam jederzeit vorübergehend ein- und ausschalten. Falls das auch ohne VPN aus der Ferne gehen soll, richten Sie unter den Freigaben der Fritz!Box die „Fernwartung“ ein. Darüber lässt sich die Fritz!Box zusätzlich passwortgeschützt und SSL-verschlüsselt fernwarten. (dz)

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