Zickige SSD zähmen

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Mein SSD-Upgrade ist nicht gut gelungen: Meistens rennt das System zwar schneller, aber manchmal pausiert es sekundenlang oder stürzt sogar mit einem Bluescreen ab (BSOD). Kennen Sie Abhilfe?

Möglicherweise, jedenfalls wenn Ihr Notebook oder PC einen Intel-Chipsatz besitzt, die SSD an dessen eingebautem SATA-Controller hängt und dieser unter Windows im AHCI- oder RAID-Modus läuft. Leider konnten wir die potenzielle Lösung im c’t-Labor bislang nicht nachstellen: Es gibt schlichtweg zu viele Kombinationsmöglichkeiten von Solid-State Disks, Notebooks und PC-Mainboards sowie deren jeweiligen Firmware- beziehungsweise BIOS-Versionsständen. Zudem reagiert nicht jeder SATA-Port eines Mainboards gleich, manche sind beispielsweise über Zusatzchips und nicht über den jeweiligen Chipsatz von AMD oder Intel angebunden.

Nach Berichten von c’t-Lesern hilft gegen manche SSD-Probleme das Abschalten gewisser Stromsparfunktionen der SATA-Schnittstelle, nämlich SATA Link Power Management (LPM) und Device-Initiated Power Management (DIPM). Das kann man probeweise bewerkstelligen, indem man den SATA-Controller in den IDE-Modus schaltet: Dann funktioniert die SATA-Energieverwaltung nicht, die zwingend AHCI verlangt. Allerdings ist im IDE-Modus auch Native Command Queuing (NCQ) lahmgelegt, sodass manche SSD nicht ihre optimale Performance erreicht. Standardmäßig installiert Windows außerdem entweder den IDE- oder den AHCI-Treiber, weshalb das Umschalten beim nächsten Start zu einem Bluescreen führt, weil das Betriebssystem die Systempartition nicht ansprechen kann. Wie in c’t 19/11 auf S. 163 (siehe c’t-Link) gezeigt, können Sie aber den jeweils anderen Treiber ebenfalls aktivieren.

Die Betriebsart des SATA-Controllers lässt sich im BIOS-Setup umschalten; wie Sie dort hingelangen, sollte das Handbuch Ihres Rechners verraten. Fehlt hier eine Option zum Umschalten zwischen AHCI- und IDE-Betrieb, dann sind Sie auf den jeweils voreingestellten Modus festgenagelt.

Viele Windows-Installationen sprechen SATA-AHCI-Controller über den Microsoft-Standardtreiber msahci.sys an. Welche SATA-Energiesparfunktionen dann aktiv sind, lässt sich nach unserem Kenntnisstand nicht sicher ermitteln. Wenn es im AHCI-Modus Probleme gibt, die im IDE-Betrieb nicht auftreten, dann können Sie wieder in den AHCI-Modus umschalten und Intels Windows-Treiber für die Rapid Storage Technology (RST) installieren. Dieser Schritt entfällt, wenn Ihr System bereits mit dem RST-Treiber iastor.sys arbeitet. Ob das der Fall ist, finden Sie im Gerätemanager heraus, nämlich unter Eigenschaften/Treiberdetails des SATA-Controllers. Wenn Sie im Gerätemanager die „Geräte nach Verbindung“ sortieren lassen (Menü: Ansicht), dann erkennen Sie auch, ob die SSD überhaupt an einem SATA-Port des Intel-Chipsatzes hängt.

Falls das tatsächlich der Fall ist und der iastor.sys zum Einsatz kommt, können Sie die SATA-Stromsparmodi LPM und DIPM via Registry abschalten. Dazu legen Sie unter HKEY_LOCAL_MACHINE/SYSTEM/CurrentControlSet/services/iaStor/Parameters – falls noch nicht vorhanden – einen Schlüssel für den jeweiligen Port mit der SSD an, beispielsweise „Port0“. Welcher der richtige ist, müssen Sie ausprobieren oder raten. Notfalls legen Sie sechs Schlüssel für Port0 bis Port5 an, denn mehr haben nur wenige Server-Chipsätze. Unter jedem dieser Schlüssel sind vier DWORD-Werte nötig:

– DIPM

– LPM

– LPMDSTATE

– LPMSTATE

Enthalten diese Werte jeweils den Inhalt „0“, sind die Stromsparmechanismen deaktiviert. Verschwinden die Probleme trotzdem nicht, können Sie andere SATA-Ports ausprobieren, sofern vorhanden. Außerdem sind Updates von Mainboard-BIOS, SSD-Firmware sowie Chipsatz- oder SATA-Treibern empfehlenswert. In manchen Fällen hilft nur der Tausch der SSD gegen ein Fabrikat eines anderen Herstellers oder mit einem anderen Controller-Typ.

Wir empfehlen, vor jedem Eingriff in die Registry ein Backup des Systems anzulegen. (ciw)

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