News-Meldung vom 15.11.2012 - 15:08
Torvalds im Interview: "Meine Hauptaufgabe ist das Managen anderer Leute"
Linus Torvalds auf der Linuxcon Europe 2012.
In einem Interview auf heise open erklärt Linux-Erfinder Linus Torvalds, dass er weniger programmiere als er manchmal möchte. Das Managen anderer Leute sei seine Hauptaufgabe. Es sei für ihn unmöglich, die von tausend verschiedenen Leuten eingerichteten Änderungen selbst zu begutachten. Er arbeitet daher eng mit anderen Kernel-Entwicklern zusammen, die den Code begutachten und an ihn weiterleiten.
Torvalds hilft aber auch einfachen Anwendern, die von Fehlern geplagt werden: "Wenn über die Mailingliste keine Hilfe kommt, fangen sie an oft an, mich mit Mails zu bombardieren. Weil ich selbst zwar den Code nicht gelesen habe, aber weiß, wer der richtige Ansprechpartner ist, bin ich oft der Dreh- und Angelpunkt für Bug-Reports und Änderungsaufforderungen."
Als eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre bezeichnet Torvalds die Verbesserungen in Sachen Skalierbarkeit, damit Linux auch auf Systemen mit hunderten oder tausenden von Prozessorkernen läuft. Er geht zudem auf die Zusammenarbeit der Kernel-Entwickler mit Google ein und erklärt, dass das Unternehmen dieser Tage nicht mehr so viele für die eigenen Server entwickelte Linux-Erweiterungen für sich behält, sondern mehr zum Linux-Kernel beiträgt.
Zur Git-Entwicklung meint Torvalds, dass sie ihm Spaß gemacht habe. "Als ich mit dem Entwurf anfing, als ich anfing im Userspace zu programmieren – etwas, das ich 15 Jahre nicht gemacht hatte –, dachte ich: Wow, das ist total einfach. Es gibt so viele Dinge, um die ich mich nicht kümmern muss. Ich habe einen unendlichen Stack; ein 'malloc' funktioniert einfach. Wenn man im Kernelbereich arbeitet, muss man sich über Locking Gedanken machen, über Sicherheit und über Hardware. In dieser Hinsicht war die Entwicklung von Git eine echte Erleichterung. Aber irgendwann wurde es dann langweilig."
Diese und zahlreiche weitere Aspekte erläutert Torvalds detaillierter im kompletten Interview auf heise open, dort findet sich auch das Diskussionforum:
(thl)








