Arduino: Mikrocontroller für Einsteiger

Praxis & Tipps | Projekt

Technisch steckt Bewährtes in der günstigen Mikrocontroller-Plattform Arduino. Der Clou ist das Drumherum: Die Entwicklerwerkzeuge sind so einfach gehalten, dass auch Leute ohne Elektrotechnik-Diplom damit klar kommen, etwa einen 3D-Controller zu bauen.

Veröffentlichungen zum Projekt

c't 16/09, S. 164

Die Arbeit mit Mikrocontrollern und die Ansteuerung von Hardware hat selbst für viele hochsprachlich gebildete Informatiker immer etwas Geheimnisvolles an sich – dafür müsse man wochenlang Datenblätter lesen und dann kryptischen Code in Assembler schreiben, so die Vorstellung. Aber es geht auch anders, jedenfalls seit 2005: Da waren es die Studierenden des Interaction Design Institute im italienischen Ivrea leid, mit ihren Computern nur über Tastatur und Maus zu kommunizieren. Sie suchten nach einer einfachen Möglichkeit, um ihre Ideen für neuartige Interaktion zwischen Mensch und Maschine, ihre Kunst- und Roboterprojekte in funktionsfähige Prototypen umzusetzen. Ihr Dozent Massimo Banzi entwickelte daraufhin mit einer Handvoll Mitstreitern ein einfaches, günstiges Mikrocontrollerboard samt Programmiersprache und Entwicklungswerkzeug und nannte es Arduino, nach einem lokalen König aus dem elften Jahrhundert (andere berichten, das sei der Name einer Kneipe um die Ecke gewesen).

Das kleine Board mit dem großen Namen trat schnell einen Siegeszug an – gerade weil es sich nicht so sehr an lötende Nerds, sondern an Quereinsteiger wie Designer oder Künstler richtete, die vorher nur in extremen Ausnahmefällen Software entwickelt oder gar eigene Hardware gebaut hatten. Das Netz ist voller Bauanleitungen für die Plattform, die von der Laserharfe über twitternde Topfpflanzen bis zu autonom fliegenden Luftschiffen reichen. Arduino macht aber auch an der USB-Leine eine gute Figur: Mit Sensoren und Aktoren versehen und über eine emulierte serielle Schnittstelle an einen Computer gekoppelt dient es als Messfühler, Sinnesorgan oder Eingabegerät – je nachdem, ob man Protoypen für Tangible Interfaces baut oder einen für Beschleunigung sensiblen Spiele-Controller, wie ein Artikel in Ausgabe 16/09 der c't ab Seite 164 beschreibt. Damit steuert man mittels Gesten im Raum das Geschehen auf dem Bildschirm, ähnlich wie bei der Konsole Wii.

Den Quellcode unserer Beispielprogramme, Pläne für die beschriebenen Schaltungen und vieles mehr rund um das Thema Arduino und zum Software-Schwesterprojekt Processing finden Sie in einer eigens eingerichteten Instanz der Software-Projektverwaltung Trac. Diese bietet auch ein Wiki, wo Sie neben Aufbau- und Installationsanleitungen auch nützliche Links zu weiteren Anleitungen, Tutorials und interessanten Projekten finden. Wenn Sie sich auf der Trac-Seite registrieren, erhalten Sie außerdem den Schreibzugriff auf bestimmte Wiki-Seiten und können gerne Ihre eigenen Programme und Schaltpläne hochladen, um sie anderen Lesern zur Verfügung zu stellen. Wir sind selbst schon sehr gespannt, auf welche Ideen Sie kommen und freuen uns über jede Code-Skizze, die uns erreicht. (pek)

Wiki und Downloads

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