Websites aktuell
Photoshop-Fotografie
Der Fotografie-Autodidakt Erik Johansson präsentiert auf seiner Homepage kunstvoll arrangierte Fotomontagen, die auf den ersten Blick aussehen, als habe er sie tatsächlich fotografiert. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass Segelboote keinen Bilderrahmen verlassen, dass sich blühende Wiesen nicht wie Papier aufrollen und dass man eine Straße nicht wie eine Plastikplane hinter sich herziehen kann. Johansson fotografiert alles selbst, auch das Papier, das als Grundlage für die aufrollende Wiese dient.
Auf seiner Website zeigt Johansson nicht nur die Ergebnisse seiner Arbeit, sondern erklärt auch, wie sie in Photoshop entstehen. Freimütig erklärt er im Video, wo seine Ideen herkommen, wie er sie fotografiert und was er dann in Photoshop an Retuschearbeiten vornimmt. Das ist meist gar nicht so viel:
„Es beginnt meistens damit, dass ich etwas sehe und mir versuche auszudenken, wie es anders sein könnte. Es hat alles mit einer Veränderung des mentalen Blickwinkels zu tun“, erklärt der gerade einmal 28-jährige Schwede. (Frank Puscher) /
(jo)
Fernweh Crossmedial
http://tmcms.marcopolo.de/magazines/1/web
Wer noch immer nicht wissen sollte, wohin er im Sommerurlaub will, kann sich bei Marco Polo Anregungen holen und Fernweh tanken. Das aktuelle Travel Magazine des Verlags berichtet zum Beispiel über Zürich, Stockholm und Graz. Ein Foto-Feature stellt Tokio vor. Und eine Berliner Afrikanistik-Studentin erzählt von ihrem Auslandssemester in Tansania.
Acht dieser schick multimedial aufbereiteten, in deutscher und englischer Sprache verfügbaren Magazine gibt es bislang. Sie sind werbefinanziert. Und obwohl Marco Polo sein Geld eigentlich mit dem Verkauf von Reiseführern verdient, geizt die Site nicht mit Insider-Tipps und weiterführenden Links. Außer für den Desktop-Browser ist das Travel Magazine auch als App für iOS-, Android- und Windows-8-Geräte verfügbar.
(jo)
Schnell-Workout
http://7-min.com
http://lifehacker.com/-499199366
Die viele Arbeit, das stressige Privatleben, der innere Schweinehund: Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum viele Menschen sich zu wenig bewegen. Wer über nur knapp zehn Minuten Zeit verfügt, hat mit dem sogenannten „Sieben-Minuten-Programm“ jetzt aber keine Ausrede mehr. Wenn man die Pausen zwischen Übungen mitzählt, kommt man zwar auf acht Minuten, aber trotzdem ist das Zirkeltraining mit seinen 12 Übungen so kurz, dass man es auch mal in einer kurzen Arbeitspause absolvieren kann. Für zwei der Übungen benötigt man einen Stuhl, ansonsten setzt es keine weiteren Hilfsmittel voraus.
Das Workout, das die beiden Trainingsexperten Brett Klika und Chris Jordan ausgearbeitet haben, soll maximalen Trainingseffekt mit minimalem zeitlichen Aufwand vereinen. Es trainiert alle wichtigen Muskelgruppen und eignet sich grundsätzlich für jedermann. Wer Herzprobleme hat, sollte aber auf die isometrischen Übungen verzichten. Die Mikro-Website 7Min fungiert als virtueller Coach: Sie präsentiert die Übungen und zählt die Zeit mit. Wer sich nicht sicher ist, wie er bestimmte Übungen auszuführen hat, findet bei Lifehacker Videos.
(jo)
Orte mit Aura
www.atlasobscura.com
www.atlasobscura.com/articles/the-atlas-obscura-guide-to-ruins-of-super-science
Weltraumkanonen, der einsamste Baum der Welt und verlassene Dörfer der Zukunft – Atlas Obscura sammelt mysteriöse und teils vergessene Orte auf der ganzen Welt. Besonders mystisch sind die Plätze, an denen eigentlich die technische Zukunft beginnen sollte, heute aber die Einsamkeit regiert. Auf Barbados etwa sollte die Kanone des HARP-Projekts einst Satelliten bis in die Erdatmosphäre schießen; heute rostet sie von Grünzeug überwachsen vor sich her. Über Berlin, auf dem Teufelsberg thront eine verfallene Abhörstation der US-Amerikaner aus Zeiten des Kalten Kriegs. Sie soll Teil des ECHELON-Projekts gewesen sein. Niemand hat die Nutzung jemals offiziell bestätigt; die Ruine auf dem Teufelsberg ist trotzdem ein spannendes Fotomotiv.
Auch abseits der Technik kennt Atlas Obscura Orte mit obskurer Aura – wie den Baum mitten in der nigerianischen Wüste, der 400 Kilometer entfernt vom nächsten Artgenossen steht und trotzdem von einem betrunkenen Truckfahrer umgefahren wurde. Zu jedem besonderen Ort gibt es Fotos und eine Google Map zu sehen. Die Webseite und die dazugehörige Community haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Besuchern Plätze zu zeigen, die in den Touristenführern nicht verzeichnet sind. Wer sich anmeldet, kann seine Lieblingsplätze posten, und markieren, wo er bereits war und welche Orte er noch besuchen möchte. Die Seite ist komplett englischsprachig und ein Großteil der Orte liegt in den USA. (hcz)
Die Websites aus c't 13/2013



