The World of IT 29.01.07
Auf der OOP letzte Woche habe ich mir zum ersten Mal einen Vortrag von Anne Thomas Manes, Autorin von "Web Services: A Manager's Guide", angehört. Eine bemerkenswerte Frau, auch wenn ich nicht in allen Punkte mit ihr übereinstimme.
Eine Bemerkung fand ich allerdings erwähnenswert: Nach ihrer Meinung werden Web Services in Zukunft durch eine Renaissance von CORBA abgelöst. Allerdings war nicht ganz klar, ob da mehr der Wunsch Vater des Gedankens war.
So oder so sind wir uns aber einig, dass es fatal ist, eine SOA-Infrastruktur oder sogar eine ganze SOA-Strategie alleine auf Basis von Web Services aufzusetzen. Ein essentieller Ansatz von SOA ist das Akzeptieren von Heterogenität, und das gilt auch für die Middleware. Wer alles auf Web Services setzt, riskiert, dass er in drei bis fünf Jahren von vorne anfangen muss. Web Services sollten erst dann ins Spiel kommen, wenn es um Details der gerade verwendeten spezifischen Infrastruktur (ESB) geht, also wenn zum Beispiel zu den plattformunabhängig modellierten Services spezifischer Code generiert wird.
Nicolai Josuttis (josuttis@it-communication.com) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Konzeption und Realisierung von mittleren bis großen Software-Systemen.