The World of IT 26.10.08
Im Kontext von Agilität, SOA und so weiter stellt sich immer wieder die Frage nach der Rolle von Planung und Plänen.
Oft wird behauptet, Agilität erlaube keine (langfristige) Planung: "Wir haben ja einfach immer nur eine Timebox und machen dann jeweils so viel wie wir schaffen." Hier werden agile Prozesse fälschlicherweise auf den Ausschnitt einer Iteration oder einer Timebox reduziert. Es wird so getan als sei Agilität einfach nur eine Folge unabhängiger Iterationen. Doch sind Iterationen immer nur Mittel zum Zweck. Der Zweck besteht darin, im Rahmen eines größeren Entwicklungsprojekts möglichst schnell Feedback zu bekommen. Selbstverständlich gehören zu diesen Projekten Zeitpläne, Aufwandschätzungen und Meilensteine.
Das klingt dann aber immer gleich nach einem Widerspruch in sich. Denn wir alle haben doch gelernt dass sich Nichts schneller ändert als Anforderungen. Wie wollen wir flexibel bleiben, wenn wir einem Plan folgen? Hier haben wir bisher immer auf Dwight D. Eisenhower bzw. Churchill verwiesen, die sinngemäß meinten: "Ein Plan ist Nichts, Planung ist Alles."
Seit Neuestem kann ich bei diesem Thema aber auch mit leichtgewichtigeren Zitaten aufwarten. Als ich letzte Woche nämlich bei einem meiner Kunden mal wieder davon sprach, dass wir bei aller Planung aber auch auf Veränderungen reagieren müssen, kam von einem Vertreter der Fachseiten wie aus der Pistole geschossen eine Bauernregel, die ich noch nicht kannte:
Ist der Plan auch gut gelungen
lässt er zu noch Änderungen
Dem ist Nichts hinzuzufügen.
Nicolai Josuttis (josuttis@it-communication.com) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Konzeption und Realisierung von mittleren bis großen Software-Systemen.