The World of IT 20.12.10
Firmen und Freiberufler in der IT-Branche können sich bekanntlich bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichern lassen. Dazu wird man dort in eine "Gefahrenklasse" eingeteilt, anhand der dann der zu entrichtende Betrag berechnet wird.
Das Problem ist nur, für unsere Branche gibt es im Prinzip zwei mögliche Gefahrenklassen:
Nun stellt sich die Frage, wo ein "IT-Berater" eingeordnet wird: Geht es mehr um Information oder um Beratung?
Nun, wie ich aus gut unterrichteten Quellen erfahren habe, ist die Antwort ganz einfach: In den internen Kriterien zur Einteilung in die richtige Klasse wird zwischen "IT-Consulting" und "EDV-Beratung" unterschieden. Hintergrund ist unter anderem, dass vor 10 Jahren noch zwischen "Datenerfassung, Datenverarbeitung, Datenanwendung" und "Beratung (Unternehmens-, EDV-, Org.-)" unterschieden wurde, und die Datenverarbeitung 2001 zur Informationsdienstleitung wurde.
Womit "bewiesen" wäre, dass EDV-Beratung riskanter als IT-Consulting ist. Bleibt nur noch die Frage, wo da der Unterschied ist.
Der Unterschied im Risiko nimmt über die Jahre allerdings ab. Während das Risiko bei EDV-Beratung in den letzten 10 Jahren nur um etwa 15 Prozent gestiegen ist, stieg das Risiko bei IT-Consulting um etwa 22 Prozent. Mögliche Gründe für die Steigerung sind im IAT-Report zur Belastungssituation von IT-Beschäftigten zu finden.
Die höchste Gefahrenklasse bei der VBG haben übrigens Sportler. Auf etwa 200 Sportunfälle kommt ein Unfall in unserer Kategorie. Na, das ist doch mal wieder eine klare Aussage, dass es keine bessere Vermeidung von Unfällen gibt, als bewegungsarm vor dem Bildschirm zu sitzen, oder?
Nicolai Josuttis (josuttis@it-communication.com) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Konzeption und Realisierung von mittleren bis großen Software-Systemen.