Die GreenSoftwareCommunity lädt zum Mitmachen ein.
Für Green Software kann sich übrigens jeder Entwickler engagieren. So wurde vor Kurzem die sogenannte GreenSoftwareCommunity unter Federführung der KATE-Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung, dem Forschungszentrum Informatik Karlsruhe und der Karlsruhe Technology Consulting GmbH gegründet. Die neue Community konzentriert sich auf das sogenannte Öko-Management. Kernpunkte der Software sollen Umwelt- und Energieeffizienz, nachhaltige Betriebsführung und laufendes Controlling sowie Umwelt- und CSR-Reporting (Corporate Social Responsibility) bilden. Als Plattform der neuen Applikation dient die seit 2005 in zahlreichen Projekten eingesetzte Open-Source-Managementsoftware AVANTI von KATE.
Nicht nur bei der Web-Entwicklung kann man etwas in Sachen Green IT unternehmen. Auch das Hosting kann durchaus "grün" sein. Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter, die ganz auf Öko-Strom setzen. Handelte es sich bis vor nicht allzu langer Zeit um eher kleine Provider, sind mittlerweile einige der Großen auf den Zug aufgesprungen. So bezieht der Massen-Hoster Strato seinen Strom von der baden-württembergischen NaturEnergie AG, die auf Laufwasserkraft-Energie setzt. Aber Vorsicht: Bevor man sich für einen Hoster entscheidet, ist genau zu überprüfen, ob er tatsächlich Öko-Strom nutzt. Denn durch eine Gesetzeslücke können Unternehmen im Ausland billige Zertifikate für Öko-Strom kaufen. Den Strom erwerben sie damit aber nicht. Vielmehr wird konventioneller Strom in Deutschland mit den Zertifikaten in Öko-Strom umdeklariert.
Bis Anfang 2010 soll AVANTI 2.0 veröffentlicht werden. Darin ist ein vollständig neu entwickeltes Indikatoren-Tool enthalten. Im Rahmen der GreenSoftwareCommunity sollen weitere Module für AVANTI entwickelt werden.
Hinsichtlich Green IT bleibt abzuwarten, ob und wann sich aktiver Umweltschutz in der IT-Branche durchsetzt. Die Chancen stehen allerdings nichschlecht für einen Sinneswandel. Das gilt allein schon vor dem Hintergrund, dass es sich kein Unternehmen mehr leisten kann, ineffizient mit den Kosten für Energie umzugehen. Auch Entwickler werden immer mehr mit dem Aspekt grüner Software konfrontiert. Im Fokus stehen vor allem eine verbesserte Usability und schnellere Anwendungen. Denn Software, die performanter und effizienter ist, verbraucht in aller Regel auch weniger Energie.
Daniel Koch
arbeitet als freiberuflicher Entwickler und Autor.
Themenforum: Projektmanagement