Bei Adobes AIR (Adobe Integrated Runtime) handelt es sich um eine sogenannte Desktop-RIA-Laufzeitumgebung. Entwickler können mit Flash, Flex oder HTML und Javascript RIA-Anwendungen entwickeln, und sie dann mit AIR deployen. Es bietet dabei über die Browser-Sandbox hinausgehende Funktionalitäten wie Dateisystem-Zugriff, eine lokale Datenbank etc.
Nun hat Adobe in dieser Woche zum ersten Mal öffentlich über AIR 2.0 gesprochen, das zweite Major-Release seit dem Start der Runtime vor circa zwei Jahren. Neu in AIR 2.0 sind:
- Die HTML- und Javascript-Features basieren jetzt auf einer WebKit-Version äquivalent zu Safaris 4.0.3 und SquirrelFish für JavaScript.
- Das Deployment einer AIR-Anwendung kann nun auch mit .exe- oder .dmg-Installern erfolgen. Am Support für Debian- und RPM-Pakete auf Linux wird gearbeitet.
- AIR-Anwendungen können mit einer API (flash.desktop.NativeProcess) native Prozesse starten und mit diesen interagieren.
- Entwickler bekommen Zugriff auf weitere Teile der Hardware des Benutzers: 1. Eine AIR-Anwendung kann mit einer Mikrofon-API Audio von der lokalen Maschine aufnehmen (nicht komprimiertes PCM); 2. die Runtime erlaubt es, Änderungen am Dateisystem festzustellen, zum Beispiel das An- oder Abmelden eines USB-Memory-Sticks; 3. der Netzwerk-Zugriff wird erweitert und für Entwickler vereinfacht. Das Paket flash.net wird um zahlreiche neue Klassen erweitert, wie flash.net.dns.MXRecord etc; 4. auf Betriebssystemen, die Multitouch unterstützen, werden auch in AIR Events wie flash.event.GestureEvent, flash.event.TouchEvent etc. zur Verfügung stehen.
Neben all diesen neuen Features gibt es noch diverse Verbesserungen im Bereich des Druckens von Vektor-Informationen und viele andere Kleinigkeiten. Herausragend in AIR 2.0 ist sicherlich die verbesserte Hardware-Unterstützung, bei den meisten anderen Features kommt es auf die speziellen Anwendungsfälle eines Entwicklers an. Das Release von AIR 2.0 wird für den Jahresbeginn 2010 erwartet.