Im Unterschied zum Datei-Browser bei Nextstep und zum Finder bei Mac OS X hat das iPhone in der Regel nur Platz für eine Spalte auf dem Schirm. Umso wichtiger ist eine klare Navigation samt einfacher Rückkehr zur darüberliegenden Ebene. Dies erreicht meist ein pfeilartiger Button links in der obersten Zeile, der den Titel der letzten Ebene trägt und zu ihr zurückführt. Dieses Modell lässt sich einfach auf eine Hierarchie von Webseiten übertragen. Netterweise bietet Apple fertige Images samt CSS-Styles an (siehe Onlinequellen), die den üblichen GUI-Konventionen auf dem Gerät folgen. Zur Vermeidung unnötig übertragener Daten verwenden diese das proprietäre CSS-Attribut -webkit-button-border, das horizontal skalierende PNG-Grafiken auf beliebige Elemente stempelt. So lassen sich aus einer Grafik Buttons mit beliebigen Texten erzeugen, ohne für jeden Button eine weitere Datei übertragen zu müssen. Ähnliches gilt für die visuell leicht abweichenden Menüs für Einstellungsdialoge samt gerundeten Rahmen für gruppierte Einstellungen. Der „Senden“-Button, den man beim iPhone eher „Sichern“ oder „Fertig“ nennen sollte, ist übrigens auf Einstellungsseiten rechts oben am besten untergebracht.
Mit der Javascript-Bibliothek IUI lassen sich iPhone-Anwendungen mit wenig Aufwand erstellen (Abb.1).
Wem all dies nun zwar interessant, aber mühsam umzusetzen erscheint, der sei getröstet: Es existieren bereits Javascript-Bibliotheken wie IUI (siehe Abbildung rechts), die dem Entwickler nicht nur den Großteil der Kleinarbeit abnimmt und fertige Hierarchien und Einstellungsdialoge zur Verfügung stellt, sondern auch Ajax-Techniken wie das Laden von Inhalten in die aktuelle Seite unterstützt. Open-Source-Applikationen wie das Mail-Programm imobmail sind eine nützliche Quelle zum Lernen und Experimentieren.
Eine der größten Schwächen von Webapplikationen nicht nur auf dem iPhone ist der eingeschränkte Zugriff auf Funktionen und Software des Betriebssystems. Im mobilen Safari aktiviert ein Klick auf „mailto“-URLs den integrierten Mailclient, „tel“-URLs rufen (nach Bestätigung des Benutzers) die angegebene Telefonnummer an, und bei Links auf Youtube-Videos oder Google-Maps benutzt das iPhone automatisch die eingebauten Clients. „sms“-URLs erkennt es nur in E-Mails, jedoch nicht auf Webseiten. Kontrolle über die bei Bedarf eingeblendete Tastatur gibt es nur begrenzt: Sprachspezifische Tastaturen lassen sich über das lang-Attribut des jeweiligen Eingabe-Feldes anfordern. Enthält der Feldname „zip“, bekommt man eine numerische Tastatur, bei „phone“ die Telefontastatur. Die von Safari im URL-Feld verwendete spezielle Tastatur lässt sich leider nicht programmatisch wählen.
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