Arbeiten mit dem Team Foundation Service
Die gute Nachricht: Mit dem Team Foundation Service arbeiten Anwender exakt wie in der lokalen Variante. Allerdings enthält der Dienst derzeit kein SharePoint-Projektportal oder umfassendes Reporting. Anwender können daher vom lokalen TFS gewohnte Funktionen wie die Dokumentenbibliothek, Wikis und Projekt-Dashboards nicht nutzen.
Wie bei der lokalen Variante lässt sich der Sourcecode automatisch durch den Team Build bauen. Die Build Infrastruktur stellt Microsoft in Form eines Hosted Build Controller bereit – ebenfalls über Windows Azure. Die Anwender müssen für diesen Zweck keine eigene Hardware aufsetzen. Wie vom lokalen TFS gewohnt, können Anpassungen an den Build Process Templates erfolgen und mit eigenen Aktivitäten erweitert werden. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass die Anwender keinen direkten Zugriff auf die gehostete Build Infrastruktur haben. Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Tools dennoch in einer solchen Infrastruktur nutzen. Der zentral bereitgestellte Build-Server ist ein fast blankes Windows-Server-System, das lediglich über eine Installation von Visual Studio Ultimate verfügt und gestattet, via VSIX oder XCopy-Deployment weitere für den Build notwendige Module zu installieren.
Zusätzlich zu den drei Standard-Build-Prozess-Templates DefaultTemplate.11.1.xaml, LabDefaultTemplate.11.xaml und UpgradeTemplate.xaml stellt Microsoft bei der gehosteten Build Infrastruktur ein viertes Template in Form von AzureContinousDeployment.xaml bereit. Mit ihm lassen sich im Team Foundation Service entwickelte Webseiten automatisch nach dem Bau in die Azure-Umgebung ausrollen.
Erfordert der Build-Prozess darüber hinaus gehende Änderungen wie die Registrierung von Komponenten, lässt sich innerhalb des Unternehmensnetzwerks eine eigenständige Build-Infrastruktur aufbauen und statt des Hosted Build Controller nutzen. Über den Microsoft Test Manager (MTM) lassen sich gewohnte Funktionen wie manuelles, exploratives und automatisches Testen mit Coded-UI-Tests nutzen. Beim Testen stehen die aus dem TFS gewohnten Diagnoseadapter bereit. Eine automatische Bereitstellung virtueller Maschinen über Microsofts System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) ist nicht möglich. Die Weboberfläche unterstützt die Anwender beim Erstellen und Verwalten von Testfällen und Testplänen (siehe Abb. 4).
Test Cases in der Weboberfläche - nicht nur verwalten, sondern auch ausführen (Abb. 4)
Projekt-Management, Reporting und Controlling
Als einen essenziellen Teil der durchgängigen Werkzeugkette betrachten viele TFS-Anwender die von Haus aus integrierten Berichtsfunktionen: Sie unterstützen den Entwickler in seiner täglichen Arbeit ebenso wie das Management beim kontinuierlichen Projekt-Controlling. Das Fehlen der Berichte direkt aus dem TFS-Datenbestand bedeutet in vielen Fällen die Rückkehr zum aufwendigen Arbeiten mit Excel-Tabellen und Drittanbietersystemen. Zu den Aufgaben im Alltag eines Projektleiters gehören die fortwährende Kontrolle, Auswertung des Soll- und Ist-Stands des Projekts und das Erkennen von Risiken und Komplikationen, die zu einem Projektverzug und Mehrkosten führen können.
In der lokalen TFS-Installation erfolgt die Berichtgenerierung mit den SQL Server Reporting Services (SSRS). Diese stellen über das relationale Warehouse und den OLAP-Cube aktuelle und historische Daten zur Lage des Projekts zur Verfügung. Der Team Foundation Service enthält in der aktuellen Version weder ein Warehouse noch Reporting Services. Detaillierte Auswertungen auf Basis des OLAP-Cubes sind daher nicht möglich. In der Weboberfläche steht aber ein vordefiniertes Burn-down-Chart für Releases und Sprints zur Verfügung (siehe Abb. 5).
Verlauf der aktuellen Iteration (Abb. 5)
Der Projektleiter kann sich analog zum lokalen TFS über Client-Tools wie Visual Studio, Excel und Microsoft Project einen Überblick über den Fortschritt des Teams in der aktuellen Iteration verschaffen und die nächsten planen. Im Bereich der Iterationsplanung steht ein Task Board zur Verfügung (siehe Abb. 6). Das Team kann über die Weboberfläche mit dem Task Board die Feinplanung für die aktuelle Iteration durchführen. Die Kapazitätsplanung für einen Sprint kann außerdem auf Basis der in TFS 2012 neu hinzugekommenen Teams Feature ebenfalls direkt in der Weboberfläche erfolgen.
Ab sofort kann man sich mit Vorträgen für die neue Konferenz zu Agile ALM, Continuous Delivery und DevOps bewerben.






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