Der Dotnet-Doktor 21.01.08
Wie im Oktober 2007 angekündigt hat Microsoft im Rahmen des ".NET Reference Source Project" den Quellcode einiger zentraler .NET-Bibliotheken freigegeben. Die Bereitstellung des Quellcodes erfolgt allerdings nicht in Form von Textdateien, sondern als Visual-Studio-Debugger-Dateien (.pdb), sodass Visual Studio zum Betrachten der Dateien notwendig ist. Man kann derzeit auch nicht alle pdb-Dateien auf einmal laden, sondern durch die Einbindung des Symbol-Servers (referencesource.microsoft.com/symbols) in Visual Studio lädt die Entwicklungsumgebung die gerade notwendigen Dateien, wenn man im Debugger in eine bestimmte Funktion aus einer .NET-Bibliothek einsteigen möchte.
Beim Debugging muss man dann jeweils an einem Haltepunkt die Symboldateien anfordern. Dies erfolgt mit dem Befehl "Load Symbols" aus dem Call-Stack-Fenster. Beim Aufruf einer Property oder einer Methode in einer der unterstützten .NET-Bibliotheken kann man dann dort "hineinschreiten" (Taste F11 oder wie in Menü "Debug/Step Into") wie in selbstentwickelten Programmcode. Visual Studio zeigt dann den Quellcode und die von den Microsoft-Entwicklern hinterlegten Kommentare an.
In einem Blogeintrag von Shawn Burke ist die Einbindung in Visual Studio beschrieben.
Weiterhin verfügbar ist auch der Rotor-Quellcode in Form von C#-Quellcodedateien im Rahmen der Shared Source Common Language Infrastructure. Allerdings enthält Rotor nicht alle der im .NET Reference Source Project verfügbaren Bibliotheken.
Dr. Holger Schwichtenberg ist selbstständiger Technologieberater, Softwarearchitekt, Dozent und Fachjournalist mit dem Schwerpunkt "Softwareentwicklung auf der Windows-Plattform".