Know-how 04.11.2008 - 18:17
Schlagwörter: Projektmanagement
Viele große IT-Projekte scheitern oder dauern viel zu lange. Trotzdem scheut der Mittelstand das Thema Projektmanagement. Mit einer praxisgerechten Projektführung ließen sich etliche Schwierigkeiten vermeiden.
Zahlreiche Studien werfen einen dunklen Schatten auf das Thema IT-Projektmanagement. Mehr als 30 Prozent aller IT-Projekte weltweit scheitern oder dauern bis zu 200 Prozent länger als geplant. Bei größeren Vorhaben sieht es noch schlimmer aus: Hier verlaufen zwischen 70 und 80 Prozent nicht wie vorgesehen oder werden ohne verwertbares Ergebnis eingestellt.
Die Gründe dafür liegen meist im fehlenden oder mangelhaften Projektmanagement. Mit Projektcontrolling beschäftigen sich die Verantwortlichen in der Regel überhaupt nicht und wenn, dann nicht konsequent genug. Probleme erkennen sie deshalb oft zu spät. Projekte werden eher verwaltet als geführt, und auch wer entsprechendes Controlling betreibt, hält sich lieber an die aus dem Englischen übersetzte „Kontrolle“ und nicht an die zweite – oft wichtigere – Bedeutung, nämlich Steuerung.
Anders als in den USA setzen in Europa kleine und mittelständische Unternehmen etwa 90 Prozent aller IT-Projekte um. Von dieser Klientel weiß man, dass sie Projektmanagement höchstens als notwendiges Übel ansieht oder gar aus Überzeugung ignoriert. Hauptgrund: Projektmanagement gilt als äußerst aufwendige Angelegenheit. Die Standardliteratur ist größtenteils zu umfangreich und zu akademisch und wirkt somit abschreckend. Zudem sind die meisten Methoden so umständlich und praxisfern, dass sie nicht einmal für Global-500-Unternehmen taugen.
Hinzu kommt, dass der zu frühe Fokus von Beratern auf „Soft“-Controlling-Dimensionen (Organisation, Führung und Moderation von Projekten) die technischen Führungskräfte irritiert, vor allem dann, wenn sie die Notwendigkeit harter Vorgaben (Zeit, Ressourcen, Inhalte) noch nicht verstanden haben. Das heißt natürlich nicht, dass Soft-Controlling unwichtig ist, nur sollten vorher die Grundlagen klar sein. Auch die Werkzeuge leisten sich diverse Schwächen. Für den Mittelstand bieten sie überwiegend Planungsfunktionen, Controlling- und Monitoringaspekte fehlen oft.
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