The World of IT 15.09.06
Kürzlich musste ich mal wieder geschäftlich in die Schweiz. Da ich mich zu dem Zeitpunkt in Wien aufhielt, flog ich von dort nach Zürich. Es wurde ziemlich schnell sehr hektisch, weil ich wieder mal übersehen hatte, dass ich, um in die Schweiz zu fliegen, einen anderen Bereich des Flughafens aufsuchen muss, als wenn ich beispielsweise nach Deutschland fliege. Die Schweizer Flüge gehen aus dem gleichen Bereich ab wie die amerikanischen oder indischen, da für die Schweiz wie für die anderen genannten Ziele die gleichen Grenzkontrollen gelten. Allerdings müssten ebenfalls für die Schweiz zwischenzeitlich gelockerte Grenzkontrollen existieren, da auch die Schweiz sich dazu entschlossen hat, das Schengener Abkommen zu unterzeichnen. Nur – und dasselbe gilt für alle anderen "Neu-Unterzeichner" – kann das Abkommen nicht so schnell umgesetzt werden.
Wie unter anderem auch in der Süddeutschen Zeitung (leider nur im ePaper-Abo) zu lesen war, liegt das Problem darin, dass das Datenaustauschsystem, genauer gesagt das Schengen-InformationsSystem (SIS I), leider nur den Austausch zwischen 18 Mitgliedsstaaten unterstützt. Es ist schon klar, dass besagter Datenaustausch einer nicht unbeachtlichen Kritikalität unterliegt, aber es ist auch verständlich, dass beispielsweise Tschechien und Polen ihrer Verärgerung bereits Luft gemacht haben, nachdem bekannt wurde, dass das Nachfolgesystem, genannt SIS II, nicht bereits im Herbst 2007, sondern laut Europaparlament frühestens 2009 ausgerollt werden würde. Was mich bei der ganzen Sache trotz allem am meisten verwundert ist, dass SIS II, wenn es dann kommt, wohl auch nur in der Lage sein wird, den Datenaustausch zwischen 7 weiteren Ländern, sprich 25 Ländern insgesamt, zu ermöglichen. Nur zur Information – fünf dieser weiteren "Plätze" sind mit Polen, Tschechien, Norwegen, Island und der Schweiz bereits vergeben..
Das hört sich ja mal für mich als Vielreisende so an, als ob sich unsereins noch lange die Zeit bei den Grenzkontrollen vertreibt, auch wenn immer mehr Länder das Schengener Abkommen unterzeichnen.
Jutta Eckstein (www.jeckstein.com , info@jeckstein.com) ist seit über zehn Jahren Beraterin und Trainerin im In- und Ausland.