Veranstaltungsberichte 02.02.2010 - 12:47
Schlagwörter: M-Days 2010, Mobile Development
Am 28. und 29. Januar 2010 fanden zum fünften Mal die M-Days statt. Mit 1650 Besuchern sowie mehr als 120 Referenten und 70 Ausstellern stellt der Event eine wichtige Informations- und Austauschplattform zum Thema "Mobile" dar. Bei der diesjährigen Auflage ging es vor allem um die Welt der Apps.
Die Veranstaltung in der BMW-Welt in München unterteilte sich in drei parallel laufende Tracks zu den Themen Mobile Media, Mobile Content und Mobile Entertainment. Die M-Days eröffnete der Mitgründer der Internet-Marktforschungsfirma comScore, Gian M. Fulgoni, der als Experte im Bereich digitaler Marktforschung gilt. Er gab in seiner Keynote einen Überblick über aktuelle Trends in der Mobilfunkbranche. Seine Kernaussage war, dass Provider in Europa immer noch wesentlich höhere Umsätze im SMS-Geschäft einfahren als in den Vereinigten Staaten. Dafür sei aber die Anzahl der mobilen Internetnutzer auf dem alten Kontinent geringer, da die Datenflatrates noch nicht so verbreitet seien, Kunden dafür jedoch teure SMS-Gebühren in Kauf nähmen.
Eine weitere Keynote hielten Ajit Jaokar, der den Open-Gardens-Blog betreibt, und Referenten von Intel, Deutsche Telekom, Qualcomm sowie Anuj Khanna von Wireless Expertise. Unter dem Titel "Mobile Fragmentation: Yet another OS, Browser and App Store on the Mobile Market? Mobile Communication now and next" gaben sie kurze Vorträge, über deren Inhalt sie im Anschluss diskutierten. Es ging vor allem um die Frage, wie mobile Applikationen das tägliche Leben beeinflussen, wie man Fragmentierung und Komplexität reduzieren kann und wie die Zukunft mobiler Dienste aussehen wird.
Themen, die vermehrt in Vorträgen und Diskussionsrunden auftauchten, waren Mobile Advertising, Coupons, Application Stores sowie die Fragmentierung der mobilen Plattformen. Es gab zahlreiche Vorträge, die sich neben den Modethemen iPhone und Android mit der steigenden Zahl mobiler Plattformen beschäftigten. Auch das Thema Application Stores behandelten zahlreiche Präsentationen, und man diskutierte Strategien, wie man als Entwickler seine Anwendung am besten auf den Markt bringt. Neben Apples App Store kamen die zahlreichen Nachahmer zur Sprache, wobei es nicht allein um App-Shops für das Handy ging, sondern auch um Plattformen für Netbooks. Wolfgang Petersen von Intel unterstrich ihre Relevanz für Entwickler. Intel bietet seit Kurzem einen Application Store namens Intel AppUp Center und ein Developer-Programm dazu an.
Zahlreiche Vorträge sprachen das Thema Couponing an. Auch stellten mehrere Aussteller, die sich darauf spezialisiert haben, ihre Angebote vor. Es geht darum, Kunden Rabattcoupons anzubieten, mit denen sie bei bestimmten Geschäften oder Restaurants vergünstigt einkaufen können. Durch mobile Coupons, die man per SMS oder durch spezielle Applikationen verteilt und meist den aktuellen Standort des Nutzers einbeziehen, können die Gutscheine dadurch einfacher die relevante Zielgruppe erreichen.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Themen Mobile Learning und vernetzte Fahrzeuge. Man findet immer mehr Anwendungen für den Bereich Mobile Learning. Sie reichen von der Lernapplikation über die Führerscheinprüfung bis hin zur Schulung von Mitarbeitern. Bei den Automobilthemen ging es nicht nur um an das Fahrzeug angepasste mobile Services, sondern auch um neue Konzepte wie den Einsatz von individuellen Klingeltönen beim Absperren des Fahrzeugs per Fernbedienung oder herunterladbare Motorengeräusche für Elektroautos.
Dieses Mal fand auch die Mobile Monday Demo Night statt. Firmen und Entwickler bekamen auf ihr die Gelegenheit, ihre mobilen Anwendungen in einer maximal fünf Minuten dauernden Demonstration vorzustellen. Sie konnten Applikationen entweder live auf dem Handy zeigen oder für sie mit einer Präsentation bezeihungsweise einem Video werben. Danach mussten sich die Entwickler den kritischen Fragen der Jury stellen. Von 23 Bewerbern schaften es sieben Anwendungen auf die Demo Night. Den Gewinner, Trottr, ermittelte das Publikum durch Klatschen. Es handelt sich um eine von Studenten entwickelte Voice-Blogging-Plattform. Auf ihr kann man per Telefon eine Sprachnachricht hinterlassen, die auf der Trottr-Website als Voice-Blog abzuhören ist. Außerdem sind die Sprachnachrichten mit bestehenden Twitter- und Facebook-Accounts zu verknüpfen.
Neben der Austellung und den Vorträgen war wie immer das Networking ein wichtiges Thema, denn selten treffen sich so viele Experten zum Thema "Mobile" im deutschsprachigen Raum. Die Mobile Media Night im Anschluss an den ersten Konferenztag bot dafür besonders Gelegenheit.
Kay Glahn
ist Dipl.-Informatiker und arbeitet als unabhängiger IT-Berater und Technologie-Journalist mit den Schwerpunkten Wireless Applications und mobile Techniken.