07.04.2010 11:05
Empfehlungen für den Einsatz der GPL bei Eclipse-Plug-ins
Die Free Software Foundation (FSF) und die Eclipse Foundation haben beide Ratschläge gegeben, wie Entwickler mit den jeweils von den Organisationen betreuten Open-Source-Lizenzen, die GPL (GNU Public Licence) und die EPL (Eclipse Public Licence), umgehen können. Ausgangspunkt für die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema war die Frage, inwiefern sich ein Eclipse-Plug-in unter der GPL lizenzieren lässt. Die FSF war in einem offenen Brief dazu aufgefordert worden zu klären, ob es möglich ist, ein mit der GPL lizenziertes Plug-in für die mit der EPL lizenzierten Eclipse-Entwicklungsumgebung zu schreiben.
Sowohl die FSF als auch die Eclipse Foundation sehen die beiden Lizenzen als grundsätzlich inkompatibel zueinander an. Laut Mike Milinkovich, der der Eclipse Foundation vorsteht, sollte man nicht GPL-Code mit EPL-Code kombinieren und das Resultat anbieten, da ein solches Ergebnis nahezu immer gegen eine der beiden Lizenzen verstoßen würde. Die Inkompatibilität kommt vor allem durch unterschiedliche Copyleft-Bestimmungen zustande. Die GPL gilt als Lizenz mit starkem Copyleft, die EPL setzt eher auf eine schwache Copyleft-Bestimmung.
Die Verknüpfung von EPL- und GPL-Code stellt nach Ansicht der FSF ein abgeleitetes Produkt dar, und die Software und ihre Auslieferung sind nicht konform mit den Bestimmungen beider Lizenzen, da ja EPL und GPL inkompatibel zueinander sind. Die Open-Source-Organisation empfiehlt Entwicklern, die GPL-lizenzierte Plug-ins für Eclipse entwickeln wollen, daher, eine zusätzliche Erlaubnis der GPL hinzuzufügen, die die Verlinkung mit EPL-Code erlaubt. Allerdings muss man dafür von allen Rechteinhabern die Zustimmung erhalten, sollte man nicht der alleinige Copyright-Inhaber sein. Ohne diese bleiben die mit der Inkompatibilität einhergehenden Schwierigkeiten bestehen.
(ane)
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