26.09.2011 14:15
Gtk+ 3.2 mit Unterstützung für Wayland und HTML5
Die GUI-Bibliothek Gtk+ ist in Version 3.2 erschienen. Das neue Release bringt einige Erweiterungen und Verbesserungen unter anderem am Datei- und Font-Auswahldialog. Die wichtigste Neuerung dürfte jedoch die noch experimentelle Unterstützung von HTML5 und des Display-Servers Wayland als neue Backends sein. Programme, deren Bedienoberflächen mit Gtk+ 3.2 erstellt wurden, laufen damit auch als Webanwendungen in HTML-5-fähigen Browsern, wie ein Video zeigt:
Mit Gtk+3.2 laufen Gedit und Gimp auch in HTML-5-fähigen Browsern.
Der schlanke Display-Server Wayland, der langfristig das in den 80er Jahren entwickelte X Window System als Grundlage grafischer Linux-Anwendungen ablösen will, geriet Ende letzten Jahres in die Schlagzeilen: Mark Shuttleworth kündigte an, dass Ubuntu mittelfristig auf Wayland umsteigen will. Das Wayland-Backend von Gtk+ würde eine solche Umstellung erleichtern, da damit nicht nur alle Gnome-Anwendungen, sondern auch etliche weitere Programme wie Gimp, Thunderbird oder Chrome mit Wayland laufen würden. Auch Qt, Grundlage des KDE-Desktops und das andere viel genutzte Toolkit in der Linux-Welt, bietet bereits experimentellen Wayland-Support.
Gtk+ entstand ursprünglich als Gimp Toolkit im Kontext der Bildbearbeitung. Das in C geschriebene plattformübergreifende Toolkit erlaubt die Erstellung von Anwendungen für Linux, andere Unix-Versionen, Mac OS X und Windows in diversen Programmiersprachen von C bis Python. Aufgrund seiner Verwendung als Grundlage des Gnome-Desktops nutzen zahlreiche Linux-Anwendungen Gtk+ als GUI-Bibliothek. Mit der Version 3.0 wurde Gtk+, ursprünglich als Toolkit für das X Window System konzipiert, um die Unterstützung verschiedener Backends erweitert.
(odi)
Das neue Sonderheft zum Status quo zur Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung mit dem Fokus auf Agile ALM, Continuous Delivery und DevOps. Jetzt am Kiosk, im heise Shop und als PDF-Version.
Jetzt die neue Konferenz zu Agile ALM, Continuous Delivery und DevOps vormerken!