16.12.2009 10:00
Mono 2.6 und MonoDevelop 2.2 im Doppelpack
Wie vor circa neun Monaten haben die Mono-Entwickler auf einen Schwung zwei größere Releases des Mono-Frameworks und der Entwicklungsumgebung MonoDevelop veröffentlicht. Die Version 2.6 der quelloffenen Alternative zu Microsofts .Net-Framework ist nun in der Lage, anstelle des standardmäßig genutzten JIT-Compilers die Low Level Virtual Machine (LLVM) als Backend für die Codegenerierung zu verwenden. Weiterhin integriert das neue Release Microsofts Open-Source-Projekte ASP.NET MVC, ASP.NET AJAX und die Dynamic Language Runtime.
Mono 2.6 unterstützt einige C#-4.0-APIs aus dem kommenden .NET-4-Release und führt den sogenannten Soft-Mode Debugger ein, der sich in Verbindung mit MonoDevelop auf Unix- und Mac-OS-X-Systemen nutzen lässt. Zudem gibt es eine Preview des objektrelationalen Mappers LINQ to SQL unter Verwendung der DbLinq-Schnittstelle. Mit Mono 2.6 führen die Entwickler ein Continuation Framework ein, das es ermöglicht, Co-Routinen und Multithreading-Abstraktionen zu implementieren.
Für die Version 2.2 von MonoDevelop, einer quelloffenen Gnome-Entwicklungsumgebung zum Entwickeln von C#- und .Net-Anwendungen unter Linux- und Mono-Umgebungen, haben die Entwickler die Lizenz geändert. Die IDE wird nun unter der LGPLv2 und der MIT-X11-Lizenz angeboten. Dadurch ist es möglich, sogenannte Add-ins mit Apache- oder Microsoft Public Licence (Ms-PL) beziehungsweise auch proprietäre Erweiterungen nutzen zu können, was mit dem vorherigen GPL-Code nicht möglich war.
Funktionale Änderungen sind ASP.NET MVC-Unterstützung, ein neuer T4-Makro-Prozessor (Text Template Transformation Toolkit), die Möglichkeit, Moonlight-Anwendungen mit MonoDevelop entwickeln zu können. Die Entwicklungsumgebung lässt sich nun auch unter Windows- und Mac-OS-X-Systemen nutzen. War MonoDevelop bislang eine IDE für C#- und .Net-Implementierungen unter Linux- und Mono-Umgebungen, kommen die Entwickler damit der Absicht des plattformunabhängigen Einsatzes nach und dem Wunsch, das GUI-Toolkit Gtk# auch unter Nicht-Linux-Systemen zu verbreiten.
Bei den User-Interface-Überarbeitungen geben die Entwickler an, sich bei "modernen" Ideen von Chrome- und Firefox-Browser sowie der Entwicklungsumgebungen Visual Studio, Eclipse und Xcode bedient zu haben. Die neue Version setzt mindestens Mono 2.4 und GTK# 2.12.8 voraus. Weitere Änderungen sowohl zur neuen Mono- als auch zur aktuellen MonoDevelop-Version finden Interessierte zusammengefasst in der Ankündigung des Projektverantwortlichen Miguel de Icaza und in den Release Notes (MonoDevelop, Mono).
Mono-Programme laufen ohne Änderungen am Binärcode unter Windows, Mac OS X, Linux sowie unterschiedlichen Unix-Derivaten. Entsprechende vorkompilierte Binärpakete finden sich ebenso auf der Mono-Webseite wie der Quellcode, mit dem das Paket für nicht offiziell unterstützte Plattformen übersetzt werden kann.
(ane)
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