LuraWave SmartCompress bietet zwei Wavelet-Kompressionsarten: verlustfrei und verlustbehaftet. Bei verlustfreier Speicherung hängt die maximale Reduktion und damit die Dateigröße von der Struktur des Bildes ab. Der Hersteller gibt ein Verhältnis von bis zu 1:5 an; unsere Testbilder komprimierte das Programm immerhin noch mit einem Faktor zwischen 1:2 und 1:3 ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Im verlustbehafteten Modus spielt SmartCompress seine Stärken gegenüber JPEG erst bei sehr hohen Kompressionsraten aus. Während sich JPEG-Bilder bei einem Verhältnis von 1:250 allenfalls noch als künstlerisch motivierte Verfremdung verkaufen lassen (li. u.), geben die Wavelet-komprimierten Dateien bildbestimmende Elemente wie Gesichtszüge oder Farbverläufe fast originalgetreu wieder (li. o.). Feine Strukturen fallen allerdings auch hier der Glättung zum Opfer. Bei weniger hohen Kompressionsraten hingegen wirken die LuraWave-Dateien im Vergleich zu den JPEG-Pendants zu stark geglättet. Beispielsweise kommt die dezent geriffelte Haut der Zitrone schon bei einer Kompressionsrate von 1:60 unters Messer (re. o.). Der JPEG-Konkurrent erzeugt hier zwar geringe Artefakte, lässt jedoch die raue Struktur noch besser erkennen (re. u.).
SmartCompress steht als Free- oder Shareware-Version zum Download bereit. Letztere bietet zusätzlich die Möglichkeit, bis zu 16 Bildbereiche qualitativ hervorzuheben. Professionelle Anwender, etwa Betreiber von Bilddatenbanken, dürften am Passwortschutz Gefallen finden. Damit lässt sich für die LWF-Dateien eine Qualitätsstufe festlegen, die dem Betrachter ohne Bezahlung zur Verfügung steht.