22.06.2009
Peter König
Web-News nach Maß
Themen-Special: Nachrichten nach persönlichen Interessen aufbereiten
Kostenlose Webdienste und Programme helfen, die Flut der Nachrichten aus Blogs und Tickern im Web zu kanalisieren. Wer clever nach Schlagwörtern suchen lässt und vorausschauend Fettnäpfchen ausschaltet, braucht weniger Zeit zum Sichten und kommt schneller zum Lesen.
Artikel aus c't 12/09
Wäre das nicht toll, wenn die Tageszeitung nur Artikel brächte, die einen wirklich interessieren, weil sie nach den persönlichen Interessen und Vorlieben individuell zusammengestellt würde? Die Idee, personalisierte Zeitungen am Computer automatisch zusammenzustellen, treibt zwar immer wieder Visionäre um, der Durchbruch ist aber bisher noch keinem Projekt gelungen. Denn eine echte Zeitungsredaktion, die Schwerpunkte setzt, routiniert zwischen wichtigem und Wichtigtuerei unterscheidet und am Ende eine thematisch runde und gleichzeitig in überschaubarer Zeit zu lesende Mischung präsentiert, die darüber hinaus noch überrascht – das werden auf absehbare Zeit wohl auch semantische Techniken zur Modellierung von Nutzervorlieben und raffinierte Suchalgorithmen nicht ersetzen können.
Was Computer hingegen automatisch liefern können, ist eine Art Pressespiegel zu ausgesuchten Themen. Unternehmen und Behörden beschäftigen hierfür spezielle Ausschnittdienstleister, die Zeitungen und Zeitschriften nach Artikeln zum betreffenden Unternehmen oder Ressort durchforsten. Fürs gezielte Sammeln von Web-News für den Hausgebrauch leisten aber auch der kostenlose Webdienst Yahoo Pipes oder das ebenfalls gratis erhältliche RSS-Programm Feedreader ähnliche Dienste.
Online bleiben
Abonnierte RSS-Feeds direkt online zu filtern, zu verarbeiten und zu lesen, hat Vorteile: Die individuell zusammengestellten Nachrichten-Destillate stehen auf jedem Internet-Rechner im Browser bereit. Da viele Feeds nur die Nachrichtentitel und einen kurzen Anrisstext liefern, muss man für den Volltext der interessanten Meldungen ohnehin die Webseite des Anbieters besuchen – online ist die nur einen Klick entfernt. Außerdem verstopft nicht der ganze Wust an Nachrichten-Rohmaterial die DSL-Leitung, von dem ohnehin vielleicht neunzig Prozent ungelesen in den elektronischen Papierkorb wandern.
