{{commentsTotalLength}}

Add-ons für Thunderbird

Themen-Special: Erweiterungen für Thunderbird

Thunderbird ist schon in der Grundausstattung ein mächtiges Programm. Anspruchsvolle Anwender können den Open-Source-Mail-Client mithilfe von Extensions perfekt auf ihre Bedürfnisse abstimmen. Wir stellen die aus unserer Sicht gelungensten Add-ons vor.

Artikel aus c't 3/08, aktualisiert und ergänzt

Das Basispaket von Thunderbird bringt viele wichtige Funktionen mit: Die Verwaltung mehrerer IMAP- und POP-Konten, Newsgroup- und RSS-Abos, Spam-Filter und virtuelle Ordner beispielsweise. Die Ansprüche an einen Mail-Client sind aber von Nutzer zu Nutzer verschieden – und hier zeigen sich einmal mehr die Vorteile offener Software. Es steht jedem frei, nicht nur direkt am Quellcode von Thunderbird mitzuarbeiten, sondern auch Erweiterungen als Zusatzpakete für den Mail-Verwalter zu entwickeln.

Hinter den Erweiterungspaketen verbergen sich Zip-Archive mit einer vorgegebenen Ordnerstruktur. Mozilla-Programme erkennen sie an der Endung .xpi. Wer mit Mozillas Firefox surft, muss den Download der Pakete mit einem Rechtsklick und der Auswahl "Ziel speichern unter" starten, sonst versucht der Browser, das vermeintlich als Firefox-Erweiterung erkannte Paket bei sich selbst zu installieren. Über den Dialog "Extras" und "Add-ons" in Thunderbird fügt man die Extension hinzu. Im selben Menüpunkt lassen sich die Erweiterungen konfigurieren, deaktivieren oder rückstandslos entfernen. Aktiv werden frisch installierte Add-ons erst nach einem Neustart von Thunderbird.

Wie bei Firefox gilt auch in Thunderbird: Erweiterungen sollte man sparsam einsetzen. Wer seinen Client mit jedem Add-on beglückt, das er im Netz findet, wird sich schnell Performance-Probleme einhandeln. Deshalb gilt als erste Regel, dass nur wirklich benötigte Extensions installiert sein sollten. Im laufenden Betrieb sollte man überdies ab und zu die Add-on-Liste daraufhin überprüfen, ob alle Tunings überhaupt noch in Verwendung sind.

Die Mozilla Foundation listet mittlerweile über 350 Erweiterungen für den Donnervogel, einen großen Teil davon mit deutscher Beschreibung und Sprachpaket. Außerdem finden Anwender auf der Webseite Themes, die Thunderbird grafisch verändern. Zudem führt die Seite in die Programmierung eigener Extensions ein. In Deutschland haben sich Übersetzer und Entwickler von Thunderbird-Erweiterungen auf einer speziellen Website zusammengefunden, die zu den ins Deutsche lokalisierten Erweiterungen Auskunft geben. Bei so vielen Add-ons geht schnell die Übersicht verloren. Wir stellen deshalb in diesem Themen-Special die interessantesten für die tägliche Arbeit mit Thunderbird vor.

Thunderbird verwaltet in seinem Interface jede Form von E-Mail-Konten, die über die Protokolle POP3 oder IMAP zugänglich sind. Einige Webmail-Dienste wie Hotmail oder Lycos bieten diese Form des Zugriffs nicht oder nur in kostenpflichtigen Abos an. Die Erweiterung WebMail umgeht die Hürde, indem sie auf die Konten per HTTP zugreift und die am Frontend abgegriffenen Nachrichten zum integrierten lokalen Mailproxy umleitet. Der Anwender installiert dazu das Basispaket von WebMail sowie die Erweiterung für den gewünschten Online-Dienst. Danach richtet man ein neues WebMail-Konto ein und gibt Name, E-Mail und bei "Posteingang-Server Benutzername" nochmals die E-Mail-Adresse an. Einige Mail-Endungen erkennt die Erweiterung erst einmal nicht (zum Beispiel "live.de" bei Hotmail), sie müssen in den Einstellungen der Erweiterung nachgetragen werden. Zurzeit unterstützt WebMail die Online-Dienste Hotmail, Yahoo, Lycos, GMail, Maildotcom, Libero und AOL.

Ein umfangreiches Feature-Paket für Thunderbird-Experten bietet Mr Tech’s Local Install. Es rüstet das Mail-Programm mit zahlreichen Tools zur Konfiguration des Client und zur Verwaltung von Erweiterungen auf. Mr Tech’s Local Install macht Einstellungen von Add-ons schneller zugänglich und stellt sie übersichtlicher dar, es installiert mehrere Erweiterungen gleichzeitig und deaktiviert im Installationsdialog die obligatorische Wartezeit von drei Sekunden, bevor die Installation tatsächlich startet. Das Paket integriert außerdem eine Vielzahl von kleinen Werkzeugen, beispielsweise ist die Erweiterung ChromEdit Plus Teil von Mr Tech’s Local Install. Sie richtet zur Personalisierung des Clients per CSS oder Javascript die Dateien userChrome.css, userContent.css und user.js ein.

Auch das Projekt Mnenhy bringt eine Reihe nützlicher Funktionen für Thunderbird mit. Es speichert die ausgewählten Spalten der tabellarischen Übersicht für jeden Ordner individuell ab. Außerdem kann der Nutzer auswählen, welche Informationen aus dem Mailheader die Detailansicht zeigt. Die Erweiterung kann E-Mail-Texte mit einer Reihe von Codes ver- und entschlüsseln, unter anderem mit Binärzahlen, Morsezeichen oder der Verschiebechiffre ROT13. Das taugt zwar nicht zum sicheren Schutz vor Schnüfflern, ist aber trotzdem ein nettes Feature. Dank Mnenhy ist außerdem die Auswertung des in Thunderbird implementierten Spam-Filters kein Geheimnis mehr, denn die Erweiterung zeigt die Wortstatistik, mit der der Junk-Filter die Mails in Gut und Böse unterteilt.

Nostalgy ist das Profi-Tool für den tastaturorientierten Workflow im Mailkonto. Die Tasten "G" für "Go", "C" für "Copy" und "S" für "Save" öffnen eine Befehlskonsole mit automatischem Vervollständigen, über die der Anwender durch die Ordnerstruktur navigiert und E-Mails kopiert oder verschiebt. Für wiederkehrende Vorgänge wie "E-Mail in den Ordner 'erledigt' schieben" kann der Anwender eigene Tastaturkürzel festlegen. Die Installation des Tools lohnt sich insbesondere für Nutzer, die mit Thunderbird mehrere E-Mail-Konten verwalten und mit einer komplexen Ordnerstruktur zu kämpfen haben. Der Einsatz von Nostalgy erfordert eine längere Phase der Umgewöhnung, spart aber nachher viel Zeit bei Routinearbeiten im Mail-Konto.

Geht beim Setzen von Tastaturkürzeln irgendwann die Übersicht verloren, hilft die Erweiterung keyconfig weiter. Die Kombination Strg+Umschalt+F12 öffnet eine Übersicht mit allen vergebenen Tastenkürzeln in Thunderbird. Der Clou: Dort tauchen sowohl die Tastenkürzel von Thunderbird als auch von Erweiterungen auf. In keyconfig kann der Anwender einen Großteil der bestehenden Kürzel ändern und eigene Kürzel anlegen.

Wer zur Navigation lieber die Maus in der Hand hat, navigiert mit der Erweiterung Mouse Gestures durch seine Mail-Konten. Mausgesten bestehen aus Bewegungsabfolgen, die bei gedrückter rechter Taste mit der Maus vollführt werden. Eine Linie von links nach rechts öffnet beispielsweise die nächste ungelesene E-Mail, ein eckiges "U" schiebt die Mail in den Papierkorb. Mouse Gestures enthält rund 30 modifizierbare Mausgesten vom Verfassen neuer Nachrichten bis hin zur Quelltextanzeige. JavaScript-affine Nutzer können in der Erweiterung Mausgesten mit eigenen Skripten basteln. Die Webseite des Herstellers bietet hierzu eine Skript-Tauschbörse. Die Erweiterung ist ein absolutes Muss für Tablet-PC-Nutzer, die beim Lesen von Mails ohne Tastatur auskommen wollen.

Das Add-on Quickfolders erzeugt eine horizontale Leiste unterhalb der Funktionsleiste, in der häufig verwendete Ordner zum schnelleren Zugriff platziert werden können. Ein Klick in die Leiste öffnet den entsprechenden Ordner und Mails können per Drag&Drop in die Ordner geschoben werden.

Das vermutlich am häufigsten genutzte Add-on für Thunderbird ist die Rechtschreibhilfe Thunderbird Wörterbücher. Auf der deutschen Add-on-Seite von Mozilla findet der E-Mail-Schreiber unter der Kategorie Wörterbücher über 50 3:Sprachpakete. Außer Deutsch nach alter und neuer Rechtschreibung gibt es auch ein schweizerisches und ein österreichisches Wörterbuch. Häufig verwendete Begriffe, die im Wörterbuch fehlen, kann der Anwender ergänzen. Wer in verschiedenen Sprachen E-Mails schreibt, sollte sich außerdem den Wörterbuch-Manager besorgen. Er erweitert die Taskleiste um einen Knopf zum schnellen Sprachenwechsel.

E-Mail-Inhalte sind hin und wieder redundant. Gleiche Fragen erfordern gleiche Antworten, der Hinweis auf die neue Webseite soll in jeder verschickten E-Mail stehen, die Wegbeschreibung zum Stammtisch hat man schon hundertmal verschickt. Um für wiederkehrende Textblöcke nicht jedes Mal im E-Mail-Archiv stöbern zu müssen, legt das Add-on Quicktext Textbausteine ab, die man per Kontextmenü in die Nachricht klickt.

Der Anwender kann die Bausteine entweder über das Kontextmenü, über eine horizontale Leiste, mit Tastenkürzeln oder einer Abkürzung im Text aufrufen. Sehr nützlich ist das Repertoire an Standardvariablen wie aktuelles Datum, Uhrzeit oder Infos aus dem Adressbuch zum Empfänger oder Absender der Mail. Der gespeicherte Baustein: "Hallo [[TO=firstname]], ich wollte Dir mal schnell folgende Infos schicken: [[CLIPBOARD]]" erzeugt eine personalisierte E-Mail mit dem aktuellen Inhalt der Zwischenablage. Einen Blick lohnt auch das kostenpflichtige Quicktext Pro des Autors. Für dieses muss man zwar neun Euro entrichten, kann dann aber unter anderem eigene Skripte für die Textbausteine schreiben und die erstellten Mail-Vorlagen zum gemeinsamen Arbeiten auf einen Server legen.

Informationen zum Absender wie Name, Position oder Adresse setzt man am besten in eine Fußzeile (Footer, Signatur). Thunderbird erlaubt für jedes E-Mail-Konto eine individuelle Fußzeile, mit Signature-Switch können verschiedene Signaturen aber auch anhand von Regeln je nach Empfänger oder Betreff angefügt werden. Mit dem Einsatz von Wildcards sorgt man beispielsweise dafür, dass die Nachrichten an Kollegen eine andere Signatur tragen als die Mail an einen externen Empfänger. Schreibt man seine E-Mails standardmäßig in HTML, sollten die Signaturen in ein "preformatted Tag" eingebettet sein, damit Thunderbird die Zeilenumbrüche berücksichtigt.

Beim Versenden von Nachrichten fehlt Thunderbird eine Bounce-Funktion, mit der E-Mails an andere Adressaten umgeleitet werden können. Leitet man eine Mail mit den Bordmitteln von Thunderbird weiter oder bearbeitet sie als neu, ändert sich der Kopf der E-Mail. Mit MailRedirect leitet der Nutzer eine E-Mail an Dritte so um, dass Zeitstempel, Absender und Empfänger im Header der Mail intakt bleiben. Das "Umleiten" per MailRedirect kann bisher nicht als automatische Regel in den Mail-Filtern ("Extras" und "Filter") gesetzt werden, das steht aber auf der To-Do-Liste des MailRedirect-Autoren.

Der sicherheitsbewusste Schreiberling verschlüsselt seine E-Mails mit einem asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren oder sorgt mit einer digitalen Signatur zumindest dafür, dass das virtuelle Gegenüber Sicherheit darüber erhält, wer ihm eine Mail schreibt. Das Add-on Enigmail integriert dazu die Open-Source-Variante GnuPG der Verschlüsselungstechnik Pretty Good Privacy (PGP) in Thunderbird. Für dessen Einsatz muss GnuPG auf dem Rechner installiert sein.

Enigmail automatisiert den Umgang mit GnuPG und signiert, ver- und entschlüsselt E-Mails per Mausklick, sofern die geheimen und öffentlichen Schlüssel in GnuPG hinterlegt sind. Lediglich das Passwort des eigenen geheimen Schlüssels muss händisch eingegeben werden. Enigmail behält die Passphrase für eine vom Nutzer gewünschte Frist im Gedächtnis, sodass nicht bei jeder geschriebenen Mail das Passwort abgefragt wird.

Ein nützliches Add-ons für Fans des gelben Merkzettels ist XNote, das an empfangene E-Mails Notizen in Form von Post-It's heftet. So kann man beispielsweise Stichpunkte mit einer Nachricht verknüpfen, die man erst später beantworten möchte.

Bei exzessiver Korrespondenz entstehen in E-Mails mitunter jede Menge Zitate, die sich aufeinander beziehen, aber nicht mehr richtig zuordnen lassen. Um hier Übersicht zu bewahren, bieten sich zwei Erweiterungen an: Quote Colors färbt Texte und Hintergrund von Zitaten je nach Tiefe ein, sodass die Ebenen klarer zu sehen sind. Die Farben und Rahmen der einzelnen Zitat-Ebenen kann der Anwender nach Gusto anpassen. Das Add-on QuoteCollapse klappt alle Zitate ein, sodass sie beim Lesen nicht weiter stören. Möchte der Empfänger die Zitate dennoch lesen, kann er sie per Mausklick wieder ausklappen.

Ordnung ist das halbe Leben, das gilt auch für das E-Mail-Konto. Quillt der Account langsam, aber sicher über, dann entpuppt sich der Attachment Extractor als wahrer Segen. Er lädt Anhänge aus mehreren Mails per IMAP in einem Abwasch herunter und löscht sie optional in der Nachricht. So lassen sich beispielsweise Anhänge im Gesendet-Ordner entfernen oder alle angefügten Dateien in Mails mit dem Betreff "Screenshots" auf einmal in einen Ordner ablegen. Die Option, dabei auch den Lösch-Bestätigungsdialog zu übergehen, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Tritt bei der Übertragung ein Fehler auf, löscht die Erweiterung den Anhang trotzdem, das Dokument geht dann für immer verloren.

Beim täglichen Laden der Mails vom Server und beim Verschieben von E-Mails zwischen verschiedenen Ordnern oder Mailkonten entstehen bisweilen Duplikate. Die Erweiterung Remove Duplicate Messages spürt diese Dubletten recht zuverlässig und flink anhand vorher festgelegter Regeln auf und entfernt sie erst, wenn der Anwender die Vorschau mit allen geplanten Vorgängen bestätigt.

Mit Delete Junk Context Menu lassen sich mit einem Mausklick alle Junk-Mails eines Ordners löschen, auf Wunsch übergeht die Erweiterung dabei den Trash-Ordner. Das Add-on ist auch dann sinnvoll, wenn man seine Junk-Mails automatisch von Thunderbird in einen gesonderten Junk-Ordner verschieben lässt. Denn diesen leert Delete Junk Context Menu in einem Schritt, statt dass der Anwender dafür erstens den Ordner öffnen muss, zweitens alle Mails auswählt, drittens diese an den Ordner Trash übergibt, viertens sie dort noch einmal auswählt, um dort im fünften Schritt dann endlich den lästigen Spam endgültig zu löschen. Das Add-on erleichtert zwar den Umgang mit Junk-Mails, birgt auf der anderen Seite aber die Gefahr, versehentlich als Junk markierte Mails voreilig für immer zu vernichten.

Blitz und Donner sind untrennbar miteinander verbunden. Bei Mozilla ist die Erweiterung Lightning (noch) kein fester Bestandteil von Thunderbird, dürfte für Vielnutzer aber als obligatorisch gelten. Lightning ergänzt den Mail-Client um einen Personal Information Manager (PIM) mit Kalender, Terminverwaltung und To-Do-Liste. Entstanden ist Lightning aus dem Mozilla Calendar, der neben der Thunderbird-Extension eine Stand-alone-Variante namens Sunbird hervorgebracht hat.

Mit Lightning wechselt der Anwender in Thunderbird zwischen einer Mail- und einer Kalenderansicht. In der Kalenderansicht zeigt Lightning Aufgaben und Termine wahlweise für den aktuellen Tag, die Woche oder den Monat an. Organisiert werden die Daten in einer oder mehreren Kalenderdateien. Zum gemeinsamen oder rechnerübergreifenden Arbeiten legt man einen Kalender auf einem Web-Server mit WebDAV ab. Lightning importiert Termine als iCalendar, CSV- oder HTML-Listen. Termin-Vergesser und Zu-spät-Kommer erinnert die Erweiterung per Pop-up und Klang an anstehende Verabredungen oder Aufgaben, Erinnern per Mail kann die aktuelle Version noch nicht. Seit Version 0.7 blendet Lightning Termine und Aufgaben für den aktuellen Tag praktischerweise als schlanke Seitenleiste in der Mail-Ansicht ein.

Vielen Anwendern macht beim Arbeiten mit Lightning das Synchronisieren mit mobilen Geräten oder anderen Mail-Clients zu schaffen. Wir können dafür leider keine einfache Lösung bieten. Synchronisations-Erweiterungen gibt es zwar zuhauf, sie liefern aber oft fehlerhafte Ergebnisse oder sind recht kompliziert einzurichten. Die meisten Hersteller machen sich anscheinend mehr Gedanken darüber, wie ihre Produkte mit Outlook zusammenarbeiten als mit der Open-Source-Alternative Thunderbird.

Mit Hilfe der Extension Provider for Google Calendar ist immerhin die Synchronisation von privaten wie öffentlichen Kalendern mit Googles Kalender möglich. Sie bindet beim Anlegen neuer Kalender in Thunderbird die online abgelegten ICS-Dateien von Google-Kalendern ein. Der dafür erforderliche Link zum Online-Kalender ist in Google Calendar unter Kalendereinstellungen in den einzelnen Kalendern als grüner iCal-Button zu finden.

Das Adressbuch in Mozilla Thunderbird hält sich gerne etwas im Hintergrund und gerät deshalb schnell in Vergessenheit. Über den Klick auf "Kontakte" erscheint es erst im "Verfassen"-Modus. Contacts Sidebar holt das Adressbuch auch in der Drei-Fenster-Ansicht aus der Versenkung hervor und hinein in die linke Leiste der Thunderbird-Übersicht. Per Drag&Drop fügt die Erweiterung E-Mail-Adressen als Empfänger einer neuen Mail oder in deren Fließtext ein. Zieht der Anwender eine Mail auf einen Kontakt, so wird sie an die entsprechende Person weitergeleitet. Ein- und ausschalten lässt sich die Leiste mit F4.

Beim Arbeiten mit dem Kontaktbuch entstehen immer wieder Duplikate. Insbesondere die zahlreichen, meistens eher schlecht als recht funktionierenden Synchronisationstools sorgen für doppelte Einträge. Abhilfe schafft der Duplicate Contacts Manager, der im Adressbuch anhand eines einstellbaren Kriterienkatalogs nach doppelten Einträgen sucht. Bei einem Duplikatfund fragt er jedes Mal nach, welche Version er behalten soll. Die Kontrollvorgänge dauern mitunter recht lang, und leider übersieht der Manager bisweilen Duplikate, die dann erst im zweiten oder dritten Durchlauf gefunden werden. Wünschenswert wäre eine Option, die automatisch die weniger vollständigen Einträge löscht, sowie eine Live-Überwachung, die schon beim Eintragen ins Adressbuch auf mögliche Duplikate hinweist.

Aus mehreren E-Mails oder Verteilerlisten lassen sich Absender und Empfänger normalerweise nur einzeln übers Kontextmenü ins Adressbuch übernehmen. Diese umständliche Arbeit vereinfacht die
Erweiterung AddressContext. Bei der Übertragung extrahiert AddressContext, wenn möglich, Vornamen und Nachnamen aus dem E-Mail-Header und schreibt sie in die Adresskartei. Das Add-on prüft zwar optional, ob die Mail-Adresse bereits im Adressbuch steht, bei E-Mails mit vorangestelltem Namen wie "Hans Meier" <hansmeier@heise.de> versagt AddressContext aber und produziert fehlerhafte beziehungsweise mehrere Einträge. Nach getaner Arbeit mit dem Duplicate Contacts Manager muss man dann eventuelle Duplikate entfernen.

Für Anwender, die viel mit Mails arbeiten, ist Thunderbird so etwas wie der verlängerte, virtuelle Schreibtisch. Da lohnt es sich, auch externe Anwendungen in Thunderbird "hineinzuholen", dann fällt der lästige Wechsel zwischen den Applikationen weg. Thunderbrowse integriert in Thunderbird einen Minibrowser mit URL-Eingabefeld, der mit Hilfe von Mozillas HTML-Rendering-Engine Gecko die in E-Mails enthaltenen Links fortan direkt im Detail-Fenster öffnet. Der Browser beherrscht Reiter, in denen er sowohl Webseiten als auch geöffnete Mails ablegt. Ein Manko hat er allerdings: Die Möglichkeit, das Nachladen von externen Seitenelementen, etwa von Bildern, zu unterbinden, fehlt. Das sollten die Entwickler noch nachrüsten, ansonsten läuft der Nutzer Gefahr, über Schnüffel-Tools wie Webbugs beim Surfen ausspioniert zu werden.

Zu guter Letzt noch eine Erweiterung, die man getrost zur Kategorie "Nicht notwendig, aber großartig" rechnen darf. FoxyTunes fügt der Statusleiste von Mozilla-Anwendungen eine Palette mit Buttons zur Bedienung von Audio-Playern hinzu. Anders als der Name vermuten lässt, kann FoxyTunes nicht nur iTunes, sondern fast jeden beliebigen auf dem Rechner installierten Audio-Player steuern, unter anderem den Windows Media Player, WinAmp und den Last.FM-Client. Auf Wunsch zeigt FoxyTunes ein im Vordergrund bleibendes Minifenster mit Titel, Sänger, Album und Albumcover des Songs an. Ein Mausklick auf "Explore" führt den interessierten Musikhörer auf zusätzliche Informationen zum Künstler, zu YouTube-Videos und den Lyrics. (hob)

Wie bewertest Du die Qualität des Beitrags?

Pflichtlektüre! ({{threeCount}})
Gut zu wissen ({{twoCount}})
Geht gar nicht! ({{oneCount}})
Vielen Dank für Deine Bewertung.
Deine Bewertung wurde gelöscht.

Kommentare

{{commentsTotalLength}} KommentarKommentare

Weitere Kommentare laden...

Das könnte dich auch interessieren