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Der eigene Flyer

Themen-Special: Kreatives Design mit Open-Source-Programmen

Sie haben eine gute Idee unters Volk zu bringen, aber kein Budget für teure Kreativ-Software? Kein Problem, denn auch Eigenproduktionen auf Basis von kostenlosen Werkzeugen können sich sehen lassen.

Artikel aus c't 10/09

Ob Sie ein Studentenprojekt oder eine Garagenfirma an der Schwelle zum Börsengang betreiben – ein schickes Faltblatt bleibt potenziellen Sponsoren oder der Jury des Gründungswettbewerbs besser im Gedächtnis haften. Gut gemachte Handzettel springen ins Auge, sind schnell eingesteckt, lassen sich zwischendrin im Stehen auf dem Bahnsteig lesen und bringen sich beim Aufräumen des Schreibtischs von selbst wieder in Erinnerung. Das schafft keine Webseite.

Das grafische Gestalten am Rechner war schon häufiger Thema in c't und in Themen-Specials. So zeigten wir, wie man einer Vereinszeitschrift ein schickes Layout verpasst, mit Inkscape Pixelbilder vektorisiert oder mit Hilfe des DTP-Programms Scribus individuelle Fotobücher und Kunstposter gestaltet.

Diesmal dreht sich alles um einen Flyer, der sich leicht an eigene Bedürfnisse anpassen lässt. Übernehmen Sie das Grundraster oder einzelne grafische Elemente in Ihr eigenes Layout oder benutzen Sie unser Beispiel rein zur Übung, um danach mit Ihren eigenen Ideen loszulegen.

Den Mustertext, alle Schriftarten und Bilder, die Sie für den Nachbau unseres Layoutbeispiels brauchen, finden Sie als 15 MByte großes ZIP-Archiv zum Download. Neben Scribus kommen die Bildbearbeitung Gimp und der Vektorzeichner Inkscape zum Einsatz, allesamt die Flaggschiffe ihrer Disziplin innerhalb der Open-Source-Szene. Die simplen 3D-Ansichten des Prototyps im Beispiellayout haben wir mit Hilfe von SketchUp Make zusammengeklickt – wenn Sie etwas Ähnliches vorhaben, bietet Ihnen freilich das 3D-Paket Blender weit mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Diesmal stehen Spezialitäten und Kniffe im Vordergrund, beispielsweise ein Verfahren, wie Sie Illustrationen nach Fotos zeichnen, ohne wirklich zeichnen zu können. Wer noch nie mit Gimp, Inkscape und Scribus gearbeitet hat, findet im Netz reichlich Einstiegshilfen und Anleitungen für seine ersten Gehversuche.

Die Gestaltung des Flyers können Sie Schritt für Schritt in der Bildergalerie nachvollziehen.

Blickfang unseres Modell-Handzettels, der sich auf ein DIN-A4-Blatt quer drucken lässt, bildet eine zentrale Illustration im Textblock: Zwei Personen bestaunen einen kleinen Haushaltsroboter, der über eine Tischplatte fährt. Solche Figuren frei Hand zu zeichnen, erfordert viel Übung und einiges Talent. Leichter fällt es, sie in Inkscape mittels Vektorkurven aus Fotos abzupausen.

Zur Vorbereitung öffnen Sie die Vorlagenfotos zunächst in der Bildbearbeitung Gimp. Zeigen diese flaue Kontraste oder zu dunkle Mitteltöne, korrigieren Sie Schwarz-, Weiß- und Graupunkt über den Menüeintrag Farben/Werte. Dezenten Farben verleiht entschlossenes Ziehen am Sättigungsregler (Farben/Farbton/Sättigung) mehr Pfeffer – bei einer Illustrationsvorlage dürfen die Farben deutlich knalliger geraten, als das bei Fotos üblich ist.

Eine Rechteckauswahl oder das Lasso umreißt die Figur grob und hievt sie per "Bearbeiten/Kopieren" und anschließendem "Datei/Erstellen/Aus Zwischenablage" in eine maßgeschneiderte Bilddatei. "Bild/Bild skalieren" korrigiert, falls nötig, die Größe, denn Fotos von der digitalen Spiegelreflex fallen fürs Nachzeichnen in Inkscape zu unhandlich aus. Hat das Bild in Höhe und Breite ungefähr so viele Pixel, wie der benutzte Monitor Bildpunkte (beispielsweise 1152 × 864), reicht das erfahrungsgemäß für die folgenden Arbeitsschritte völlig aus. Abschließend speichern Sie die Vorlage in einem Dateiformat, das Inkscape importieren kann, etwa PNG.

Bei manchen Vorlagen treten die großen Formen klarer hervor, wenn Gimp die Anzahl der Tonstufen pro Farbkanal auf vier, drei oder gar zwei beschränkt (Farben/Posterisieren). Windows-Nutzer können alternativ auch die schlanke Freeware Paint.NET benutzen; hier verbirgt sich die Funktion hinter dem Menüeintrag Korrekturen/Tontrennung. Die posterisierte Fassung der Vorlage speichern Sie unter einem neuen Dateinamen. Fürs Abpausen sind beide Versionen nötig: Die vergröberte dient als Formvorlage, die originale als Farbreferenz.

Um die Figuren als Vektorgrafik durchzupausen, starten Sie Inkscape und platzieren zunächst eins der vorbereiteten PNG-Bilder per Drag & Drop auf der Zeichenfläche. Anschließend sperrt ein Checkbox-Haken im Dialog unter Objekt/Objekteigenschaften das Bild gegen unbeabsichtigtes Verschieben. Wer mit posterisierten Vorlagen arbeitet, importiert beide Bildfassungen ins gleiche Inkscape-Dokument.

Die Bilder in der Bildergalerie illustrieren die nächsten Schritte im Detail. Dabei haben wir jeweils links oben die Schaltflächen der benutzten Werkzeuge einmontiert. Zunächst klicken Sie mit dem Linienwerkzeug auf ausgewählte Punkte auf dem Umriss, auf jede markante Ecke, aber auch auf die Scheitelpunkte wichtiger Kurven. Ein Doppelklick beendet den Linienzug.

Klicks mit dem Knotenwerkzeug bei gedrückter Strg-Taste wandeln die zuvor erzeugten Ecken in Kurvenpunkte um. Ziehen an den Anfassern korrigiert den Kurvenverlauf. Farbe und Strichstärke der Linie sind zunächst egal. Hebt sie sich aber nicht genügend von der Vorlage ab oder verdeckt sie zu viel davon, können Sie das im Dialog "Objekt/Füllung und Kontur" ändern.

Per Freihandlinien ergänzen Sie Details im Inneren der Form, etwa Fingernägel oder Augenlider. Besitzer von Grafiktabletts sind hier zwar im Vorteil, mit der Maus geht es aber auch – störende Unebenheiten beseitigt anschließend das (notfalls wiederholt angewandte) Werkzeug Pfad/Vereinfachen.

Mit dem Auswahlpfeil zeichnen Sie anschließend ein Rechteck um die Form samt innerer Striche (auch Binnenzeichnung genannt) und ziehen das Ganze vorübergehend neben die Vorlage. Ein Klick auf die leere Zeichenfläche hebt die Auswahl auf. Picken Sie sich anschließend nur den Umriss heraus und weisen ihm mit der Pipette die passende Füllfarbe aus dem Vorlagenbild zu (einfach links klicken). Ganz ähnlich funktioniert das auch bei linearen und radialen Farbverläufen, wenn man eine solche Füllung unter "Objekt/Füllung und Kontur" ausgewählt hat. In diesem Fall markieren Sie per Pipette zunächst einen der Farbpunkte, die den Verlauf definieren. Im zweiten Klick dient sie dann wie gewohnt als Farbwähler. Doppelklicks fügen auf der Verlaufsachse neue Farbpunkte hinzu, Klicken und Ziehen verändert Richtung und Ausdehnung des Verlaufs.

Sitzt die Füllung, umfahren Sie mit dem Auswahlwerkzeug wieder Umriss und Binnenzeichnung, fassen sie per Objekt/Gruppieren zusammen und schieben beide zurück an ihren Ursprungsort auf der Vorlage. Objekt/Absenken schickt sie vorübergehend hinter das Foto und damit aus dem Blickfeld. Achtung: Nicht "Nach ganz unten absenken", sonst bringen Sie Ihr Bild durcheinander.

Das Verfahren funktioniert prinzipiell mit beliebigen Objekten, seien es Früchte, Gebäude, Maschinenteile oder Landschaften. Hier wiederholen Sie es nacheinander für Kleidung, Hände, Gesicht, Brille und Haare, in dieser Reihenfolge. Diese Systematik spart Arbeit: Wer mit dem Pullover beginnt, braucht sich dort beim Dekolleté keine Mühe zu geben, denn die Form für Gesicht und Hals liegt später davor und definiert dann die Grenze zwischen Stoff und Haut. Hat das Modell volles Haar, entfällt die detaillierte Nachbildung der Schädeldecke.

Sind alle Teile gezeichnet, lässt "Objekt/Alles entsperren" die Fotovorlage wieder von der Leine und man kann sie löschen. Sofern bei der Reihenfolge nichts durcheinander geraten ist, erscheint dahinter die fast fertige Illustration. Für den letzten Schliff sorgt eine einheitliche Konturfarbe und Linienstärke ("Bearbeiten/Alles auswählen" und dann über "Objekt/Füllung und Kontur" den gewünschten Linienstil einstellen). Akzente setzen einzelne Abweichungen von diesem Schema, etwa ein helles Brillengestell oder Augen, die mit Hilfe des Kreiswerkzeugs entstehen: Die schwarze Füllung bildet dabei die Pupille, eine sehr breite Konturlinie die Iris.

Das Abpausen erfordert einige Geduld und etwa eine Stunde Zeit pro Figur – vergessen Sie nicht, ihre Arbeit sicherheitshalber zwischendrin zu speichern. Falls Sie diesen Schritt überspringen und gleich mit dem Layout loslegen wollen, benutzen Sie für die nächsten Schritte unsere fertigen Illustrationsdateien Figur1.svg und Figur2.svg.

Einen einseitigen Handzettel kann man zwar theoretisch auch in Inkscape gestalten, speziell für den Textsatz bringt aber das DTP-Programm Scribus deutlich bessere Werkzeuge mit. Beim Programmstart schlägt Scribus per Dialog vor, ein neues Dokument anzulegen. Für das Beispiel nahmen wir dieses Angebot an, wählten fürs Dokumentenlayout eine einzelne A4-Seite, Querformat als Ausrichtung, Millimeter als Standardmaßeinheit und gewährten der Seite großzügige Ränder: links und rechts je 30 mm, oben und unten je 21 mm.

Die Eigenschaften-Palette zeigt Scribus erst auf ausdrücklichen Wunsch an (Fenster/Eigenschaften im Menü, oder per F2-Taste). Sie bringt Objekte per Tastatur millimetergenau auf Größe und platziert sie präziser und schneller als die Maus. So setzten wir den Textrahmen links erst einmal irgendwo aufs Blatt, öffneten im Eigenschaften-Fenster die Rubrik "X, Y, Z" und entkoppelten mit einem Klick auf das Kettensymbol die Höhe von der Breite. Anschließend rückt die Eingabe der Position (X: 30 mm, Y: 21 mm) die linke obere Ecke des Textrahmens an den Seitenrand. Die Höhe braucht niemand im Kopf auszurechnen, Scribus erledigt das nebenbei: Tragen Sie in diesem Feld "210-21-21 mm" ein und der Kasten erscheint genau passend zum Seitenrand 68 mm hoch. Kopieren Sie diese Zahl anschließend für die Breite, um den Kasten quadratisch zu halten.

Würden die Zeilen über die ganze Breite des Kastens laufen, wären sie zu lang, um gut lesbar zu sein. Angaben zum Spaltensatz erwartet Scribus unter der Rubrik namens Text im Eigenschaftsfenster, genauer im Untermenü "Columns & Text Distances". Für das Beispiel wählten wir drei Spalten mit einem Abstand von 4 mm.

Über die Auswahl einer passenden Schrift lassen sich ganze Bücher schreiben. Bei längeren Texten muss eine Schrift vor allem gut lesbar sein. Kommt Ihr Flyer dagegen mit wenig Worten aus, stehen auch auffällige Typen zur Wahl. Wir entschieden uns für den Font Gentium Book Basic beim Fließtext und Advent Pro bei hervorgehobenen Schlagworten. Letztere wirkt gleichzeitig technisch und etwas knorzig – ihr Charakter entspricht damit dem unseres fiktiven Produkts. Beide Schriften finden Sie im Download-Archiv zu diesem Artikel.

In Scribus sorgt ein Grundlinienraster dafür, dass der Text auch über Spaltengrenzen hinweg auf Linie bleibt; über "Datei/Dokument einrichten/Hilfslinien" schalten Sie es mit einem Häkchen bei "Grundlinienraster anzeigen" scharf. Zurück im Hauptfenster öffnet Bearbeiten/Stile oder die Taste F3 den Stilverwaltungsdialog, wo der Anwender über die Schaltfläche "Neu" eigene Textformate definieren kann. Unseren Absatzstil wiesen wir unter "Eigenschaften/Abstände und Ausrichtung" an, sich am Grundlinienraster auszurichten. Auf dem Karteireiter "Zeichenstil" wählten wir die Schrift Gentium Book Basic mit einer Größe von 9 Punkt – ein Kompromiss zwischen Lesbarkeit und unterzubringender Textmenge. "Anwenden" schließt den Vorgang ab, "Fertig" verkleinert das Stilverwaltungsfenster wieder. Spätere Änderungen an der Stilvorlage wirken sich unmittelbar aufs komplette Dokument aus.

Um den neuen Stil zu begutachten, klicken Sie rechts in den Textrahmen und wählen "Text laden". Falls der mit kaputten Umlauten im Kasten erscheint, probieren Sie es noch mal und wählen beim Import als Codierung ISO 8859-15.

Fürs Formatieren und Bearbeiten längerer Texte bringt Scribus einen sogenannten Story Editor mit (Textkasten auswählen und auf das Notizblock-Symbol, Tooltipp "Text Bearbeiten" klicken). Dem Text ist zunächst keine Stilvorlage zugewiesen. "Bearbeiten/Alles auswählen" und ein Klick auf die Ausklappliste neben den Icons für die Textausrichtung ändern das. Seien Sie nicht irritiert, wenn sich außer in der Seitenleiste links nichts ändert – das ist ein reiner Texteditor, kein WYSIWYG-Fenster. "Datei/Änderungen übernehmen" wechselt zurück in die Layout-Ansicht.

Der zugewiesene Stil lässt sich durch direkte Formatierungen per Eigenschaften-Fenster überschreiben. Die sind auch schuld daran, wenn der Text immer noch nicht in der gewünschten Form erscheint. Abhilfe schafft, den Textrahmen doppelt zu klicken, den gesamten Text darin mit der Maus oder per Strg+A zu markieren und ihm im Eigenschaften-Fenster unter "Text/Stil verändern" mit einem Klick auf das Besensymbol alle direkten Formatierungen zu rauben.

"Ansicht/Vorschaumodus" zeigt die Seite ohne alle Hilfslinien an – wichtig, um etwa den Zeilenabstand zu begutachten. Mit den voreingestellten 14,4 Punkt gerät der Textsatz reichlich luftig, probieren Sie bei 9 Punkt Schriftgröße ruhig mal einen Grundlinienabstand von 12 Punkt aus (über "Datei/Dokument einrichten/Hilfslinien"). Als Faustregel für die Lesbarkeit gilt: Der Zeilenabstand muss deutlich größer sein als der Abstand zwischen den Wörtern.

Auf dem fertigen Handzettel sollen einige Phrasen durch einen gesonderten Zeichenstil und rot hervorgehoben werden (Bearbeiten/Stile/Neu/Zeichenstil). Hier kommt als Font Advent Pro im fettesten Schnitt (Bold 3) zum Einsatz; in einer Größe von 9 Punkt, um sich in den Fließtext einzufügen.

Nach einem Doppelklick auf den Textrahmen markieren Sie die gewünschten Wörter und weisen ihnen per "Text/Stil verändern/Zeichenstil" im Eigenschaftenfenster das Auszeichnungsformat zu. Wollen Sie später beispielsweise die Farbe noch mal verändern, erledigen Sie das über die Stilvorlage einmal zentral für alle hervorgehobenen Stellen.

Für die Ansichten des Prototypen links auf der Seite ziehen Sie drei Bildrahmen auf, bringen wie zuvor den Textrahmen auf einheitliche Größe (beispielsweise 50 mm im Quadrat) und schieben ihre rechten Kanten an den Seitenrand. Dann ziehen Sie aus dem waagerechten Lineal der Scribus-Arbeitsfläche mit der Maus eine Hilfslinie heraus, die die Oberkante der Kleinbuchstaben der ersten Textzeile verlängert. Der obere Rand des ersten Bilderrahmens soll dieser Linie ebenfalls folgen, den unteren Rand des untersten Rahmens setzen Sie auf die Grundline der letzten Zeile. Wählen Sie anschließend alle drei Bildrahmen gemeinsam aus. "Fenster/Ausrichten und verteilen" eröffnet dann eine ganze Palette von Optionen; hier ist "Objektmitten gleichmäßig vertikal verteilen" auf dem Karteireiter namens Verteilen nützlich, um den Abstand zwischen den Bildrahmen auszugleichen.

Bilddateien holt das Kontextmenü in den Rahmen. In der Regel passen sie dort nicht auf Anhieb hinein. Ihre Darstellungsgröße ändern Sie am leichtesten über das Eigenschaften-Fenster (Bild/Freie Skalierung). Ein Doppelklick auf das Bild zeigt den Cursor als Hand, die es innerhalb des Rahmens verschiebt. So findet man auch bei den rechteckigen Beispielbildern Ausschnitte, die in die quadratischen Rahmen passen.

Für die zentrale Illustration im Textblock deuteten wir zunächst mit dem Werkzeug "Form einfügen" die rechteckige Tischplatte an. Deren Erscheinungsbild bestimmt das Eigenschaften-Fenster unter den Rubriken "Linien" und "Farben", die Drehung nimmt "X, Y, Z" als Gradangabe entgegen. Dann setzten wir die zuvor mit Inkscape nachgezeichneten Figuren über "Datei/Importieren/Vektorgrafik importieren" an den Tisch. Den Hinweis, die Datei enthalte einige Features, die nicht unterstützt werden, dürfen Sie getrost wegklicken, sichtbar ist davon nichts.

Um die Größe anzupassen, schnappen Sie sich mit der Maus eine Ecke des roten Begrenzungsrahmens und schieben daran die Grafik bei gedrückter Strg-Taste zusammen – so bleibt das Seitenverhältnis erhalten. Gedreht wird sie wie die Tischplatte über das Eigenschaften-Fenster. Liegen die Hände scheinbar unter der Tischkante statt darauf, hilft das Kontextmenü mit "Anordnung/In den Vordergrund".

Störende Lücken zwischen Figur und Tischkante kaschieren Sie mit passend gefüllten Formen, die Sie beispielsweise per Bleistift- oder Bézierkurvenwerkzeug zeichnen und über das Kontextmenü in ein Polygon umwandeln. Da Scribus solche Polygone auch in Text- und Bildrahmen verwandeln kann, steht frei Hand geformten Containern für Buchstaben und Bilder höchstens der gute Geschmack im Wege.

Mittlerweile ist die Zeichenfläche recht voll. Wer Schwierigkeiten hat, auf den ersten Klick zu treffen, was er gerade bearbeiten oder verschieben will, weicht auf die Baumdarstellung aus, die der Menüeintrag Fenster/Dokumentstruktur hervorzaubert.

Noch ignoriert der Text die Grafik in seiner Mitte. Ein Linienzug, der die Grenze für den Umlauf festlegt, ändert das. Dazu wählen Sie das Bézierwerkzeug und setzen damit wie vorher in Inkscape mit der linken Maustaste einzelne Linienpunkte (zum Abschluss rechte Taste drücken). Anschließend erklären Sie den Linienzug über das Kontextmenü oder "Objekt/Umwandeln in" zum Polygon. Dieses wiederum ist in der Lage, den Text von seinem Inneren fernzuhalten, wenn im Eigenschaften-Fenster unter "Form/Text umfließt Rahmen" die Option "Konturlinie benutzen" ausgewählt ist. Dazu muss allerdings das Polygon vor dem Text liegen – gegebenenfalls korrigieren Sie das über Objekt/Anordnung. Passt alles, macht eine weiße Kante und Füllung das Umlaufpolygon unsichtbar.

Zum Abschluss montierten wir noch ein Bild des Roboters, das zuvor mit dem Zauberstab in Gimp vom grauen Hintergrund befreit wurde, als Pixelgrafik auf den Tisch. Den Slogan fasst ein weiterer Textkasten, als Schrift kam hier wiederum Advent Pro in fettester Ausführung zum Einsatz. Die Zeile bricht links aus dem Satzspiegel aus und endet auf dem Tisch direkt vor dem Saugrüssel des Roboters; so verbindet sie sich mit dem Bild und unterstützt die Collage-Wirkung des Blickfangs.

Vor dem Druck exportiert man sein Layout am besten als PDF. Die Druckvorstufenüberprüfung weist dabei automatisch auf womöglich versteckte Probleme wie unbemerkt überlaufenden Text hin.

Ein fertiges Layout für den Handzettel haben wir absichtlich nicht mit ins Download-Archiv gepackt – denn aus dem Material kann man nicht nur eine stimmige Lösung bauen. Probieren Sie ruhig mal einen zweispaltigen Satz und ein groberes Grundlinienraster aus, experimentieren Sie mit verschiedenen Schriften, kippen Sie die Grafik oder die Schlagzeile oder lassen Sie gar den ganzen Textblock leicht nach links rotieren, um mehr Dynamik zu erzeugen – die hier vorgestellten Programme setzen der Kreativität wenig Grenzen.

Möchten Sie statt einem Handzettel lieber ein Faltblatt oder eine mehrseitige Broschüre entwerfen, bietet Scribus auch hierfür passende Layouts an. Unser Beispiel benutzt natürlich nur einen kleinen Teil der Funktionen von Scribus & Co.; den Umgang mit Musterseiten und Farbprofilen etwa beschreibt ausführlich das eingangs erwähnte Themen-Special Fotobücher und Poster gestalten.

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