{{commentsTotalLength}}

USB-Stickware

Portable Software für USB-Sticks

Ein USB-Stick nimmt in der Hosentasche weniger Platz als ein Klappmesser in Anspruch und es passt alles drauf, was man unterwegs an Software brauchen könnte, vom Audio-Editor über Systemdiagnose-Tools, Fotobearbeitungsprogramme und Browser bis hin zur kompletten Office-Suite. Die wichtigsten Vertreter haben wir hier zusammengestellt.

Artikel aus c't 14/07

Lesen Sie zum Thema bitte auch das Special Pimp my Stick – Tipps und Tools für den Einsatz portabler Software

Oft erzeugt die Installation eines Windows-Programms nicht viel mehr als einen Eintrag im Startmenü und ein paar Icons, der Rest ist reine Kopierarbeit. Dann besteht eine gute Chance, es vom Stick laufen zu lassen – entweder, indem man es gleich darauf installiert oder indem man es nach der Installation von der Festplatte auf den Stick kopiert. Falls der Kandidat sich ziert, vom Stick zu starten, fehlen vielleicht bloß ein paar DLLs, die das Setup im Windows-Verzeichnis abgeladen hat. Kopiert man diese in das Verzeichnis der Anwendung, funktioniert mit ein bisschen Glück schon alles. Was genau geht und wie das im Detail funktioniert, steht im Beitrag "Software eintrichtern, Stickware Marke Eigenbau" in c't 14/07, den Sie im Heise-Kiosk als PDF für 50 Cent bestellen können.

Weniger Aufwand bereitet natürlich speziell für Sticks entwickelte oder angepasste Software, die dann nicht in der Registry herumfuhrwerken will, den Desktop nicht mit Icons und das Startmenü nicht mit neuen Programmgruppen zumüllt. Im Internet findet sich seitenweise USB-fähige Freeware. Das heißeste Alles-auf-dem-Stick-Paket bietet die PortableApps.com Platform (PortableApps Suite) – sie enthält das komplette OpenOffice, die Mozillas Firefox, Thunderbird und Sunbird, den Virenscanner ClamWin, einen Instant-Messenger und ein Sudoku-Spiel. In einer Lite-Version, die auch auf 256-MByte-Sticks Platz findet, ersetzt AbiWord das dicke OpenOffice.

Audio und Video

Wer beim Besuch eines Bekannten im Hintergrund diesen fantastischen Song aus dem CD-Player dudeln hört, den er schon immer seiner MP3- oder Ogg-Vorbis-Sammlung einverleiben wollte, sich aber nicht gleich die ganze CD ausleihen möchte, kann ihn gleich vor Ort grabben, selbst wenn der Bekannte keine Ahnung hat, was das überhaupt ist – sofern die richtigen Tools auf dem USB-Stick in der Hosentasche dabei sind.

Audiograbber wandelt die Titel einer Musik-CD mit nur einem Mausklick in MP3- oder Ogg-Vorbis-Dateien um, einen passenden Encoder wie Lame vorausgesetzt, und normalisiert sie auf Wunsch nebenbei gleich noch. Das Programm erzeugt aus dem CD-Text die passenden ID3-Tags und fragt obendrein die Titel-Datenbank Freedb ab. Es kann wahlweise auch einzelne Tracks kodieren, und für Bastler und Schrauber gibt es eine Menge Optionen, um an den Sample-Parametern zu drehen.

Der Sound-Editor Audacity Portable liest sechs verschiedene Musikdateiformate und schreibt unter anderem Wave und Ogg Vorbis. Der Anwender kann 28 Filter auf die Musik loslassen, um Effekte einzufügen oder Störgeräusche wie Rauschen oder Klicken zu unterdrücken. Hinzu kommen alle möglichen Manipulationen der Tonspuren wie Zuschneiden und Aufteilen sowie die automatische Diagnose der geladenen Tracks.

Foto und Grafik

Reisende Fotografen kennen das Problem: Die besten Schnappschüsse sollen mal schnell zugeschnitten, optimiert und konvertiert ins Internet hochgeladen werden. Ein paar Dutzend Bilder per Hand zu bearbeiten dauert, da kämen Tools zur Automatisierung gerade recht. Auch die aufwendige Handoptimierung besonders gelungener Fotos klappt nur mit den passenden Programmen.

Der Able Batch Converter kann ein ganzes Rudel Fotos optimieren, ihre Größe variieren oder einfach das Format ändern. Ob Farbtiefe oder Auflösung anpassen, Rauschen oder isolierte Pixel entfernen, spiegeln, rotieren oder mehr: für bis zu zehn Bilder erledigt das die freie Version in beliebiger Kombination. Das Programm zeigt alle auszuführenden Aktionen in einer Liste, die man speichern und wieder laden kann, um sich bei häufig wiederkehrenden Aktionen Arbeit zu sparen.

GIMP Portable ist das kostenlose Gegenstück zu Photoshop und kann praktisch alles, was eine Profi-Bildbearbeitung können muss, ob simples Malen, Fotos maskieren und retuschieren oder Formatumwandlungen. Zahlreiche herunterladbare Plug-ins erweitern den Funktionsumfang zusätzlich. Die portable Version hat unter manchen Systemen ein kleines Problem mit zwei installierten DLLs zum XML-Parsen und will sie zeitweise deaktivieren, was mit eingeschränkten Benutzerrechten nicht funktioniert, sondern nur im Admin-Modus.

IrfanView kann viel mehr als nur Bilder unterschiedlichster Formate anzeigen und im Batchbetrieb ineinander umwandeln, auch Videos und Soundfiles sind für das Programm kein Problem. Man kann sich in Verzeichnissen mit vielen Bildern per Thumbnail-Anzeige schnell orientieren, geladenen Bildern verschiedene Effekte hinzufügen, sie zuschneiden oder die Farbtiefe ändern. Einige Spezialfunktionen zur Fotobearbeitung, Scanner-Unterstützung sowie die Möglichkeit, Bilder auch im Hex- oder RAW-Modus zu öffnen, machen IrfanView zu einem der komfortabelsten Grafik-Viewer überhaupt.

PhotoFiltre bringt rund 100 verschiedene Filter mit, von "Old Photo" und "Ölbild" über Verzerrungen, Reliefs und Schärfen bis zu Texturen, Puzzles und Mosaiken. Die üblichen Helligkeits-, Kontrast-, Gamma-Korrektur- und Farbveränderungsfunktionen bietet das Programm ebenso wie gängige Pixel-Zeichenwerkzeuge und Icon-Erzeugung.

Warum braucht man eigentlich für alle möglichen Dateiformate separate Viewer oder Player? Xnview könnte man eigentlich statt des Explorers als Shell starten: Es zeigt Bilder, PDF, HTML, Text und Archive wo möglich als Thumbnails, als Vorschau oder komplett und spielt Musik und Videos. Das Programm kann verschiedene Formate ineinander konvertieren, einzeln per Hand, aber auch skriptgesteuert, hat die wichtigsten Dateifunktionen drauf, kann scannen, drucken und hat eine Plug-in-Schnittstelle, falls jemand wider Erwarten doch eine Funktion vermisst.

Früher hieß es Programmablaufplan, heute, in einer etwas erweiterten Version, Unified Modeling Language (UML). Bei yEd Graph Editor handelt es sich um ein Programm, mit dem man UML-Graphen, Ablaufpläne und -diagramme entwerfen kann. Der Unterschied zu einem Vektormalprogramm besteht darin, dass spezielle Werkzeuge bereitstehen, um Knoten und Verknüpfungen zu erstellen und Graphen zu erzeugen, die dann auf ganz unterschiedliche Weise dargestellt und verformt werden können. Größe, Form, Farbe und Position der Knoten darf der Anwender nach Belieben festlegen und seine Graphen in verschiedenen Formaten speichern. Der yEd Graph Editor benötigt eine Java-Umgebung.

Das Visualisierungsprogramm Dia erzeugt technische Diagramme; es eignet sich beispielsweise, um Netzwerk-Topologien darzustellen oder UML-Pläne zu basteln. Es liest und schreibt unter anderem Dateien seines Funktionsverwandten MS Visio, kann aber auch mit EPS, SVG und weiteren Formaten umgehen.

Internet

Wer unterwegs ins Internet geht, möchte nicht unbedingt seine Datenspuren hinterlassen. Besser, wenn alles auf einem Stick stattfindet, den man einfach abziehen und einpacken kann, statt langwierige Aufräum- und Löschorgien zu feiern.

Firefox Portable Edition speichert sämtliche Daten auf dem Stick. Unterschiedliche Internet-Anbindungen kann man mit verschiedenen Nutzer-Profilen abfangen, Fantastillionen nützlicher Plug-ins erleichtern das Browsen, von Mausgesten über Download-Manager und Wörterbüchern bis zu verschiedenen Skins. Ein RSS-Reader ist eingebaut.

Die Portable Edition von Thunderbird holt E-Mails per IMAP oder POP3 vom Server und kann News sowie RSS-Feeds abrufen. Zwischen verschiedenen Rechnern Wechselnde können mehrere Accounts anlegen; bei krassen Konfigurationsunterschieden zwischen Firmen- und Privatrechner helfen unterschiedliche Benutzerprofile, die je nach Bedarf geladen werden. Thunderbird hat einen lernenden Spam-Filter eingebaut und kann über eine Plug-in-Schnittstelle mit zahlreichen Erweiterungen aufgebohrt werden.

Beinahe alle Internetfunktionen in einem Programm bietet Opera&USB: Ein E-Mail-Client mit mehreren Konten, ein Browser inklusive Popup-Blocker und RSS-Reader, Widgets, IRC, BitTorrent und viele andere nützliche Sachen sind schon dabei. Beim Starten vom USB-Stick hinterlässt Opera keine Spuren auf dem Surf-Rechner. Lediglich unterschiedliche Verbindungseinstellungen muss man bei jedem Rechnerwechsel anpassen. Falls es sich nur darum handelt, hier einen Proxy zu verwenden, da aber nicht, geht das mit einem Klick im Menü, bei komplizierteren Unterschieden ist Handarbeit angesagt.

Um unterwegs mal eben einen FTP-Server zu starten, reicht AnomicFTPD vollkommen aus, sofern auf dem System Java läuft. Das Kommandozeilenprogramm unterstützt über Textdateien konfigurierbare Gruppen- und User-Rechte.

Beim Übertragen auch in die umgekehrte Richtung greift der FTP-Client FileZilla Portable unter die Arme, der aktives und passives FTP ebenso beherrscht wie FTP-Proxys, GSS und SFTP. Ein komfortabler Seiten-Manager hilft, Zugangsdaten übersichtlich in einer Baumstruktur zu organisieren.

Früher, unter Unix, gab es Talk, ein Programm für Leute, denen das Telefonieren zu nervig und E-Mail zu indirekt war. Heute heißt das Instant Messaging – man tauscht in Echtzeit kurze Textschnipsel aus. Es gibt einige Protokolle und Anbieter, etwa ICQ Messenger oder AIM; das funktionsreiche Pidgin Portable kann mit elf davon umgehen, das auch für sehr kleine Sticks geeignete Miranda IM Portable mit sechsen. Beide Programme lassen sich über eine Plug-in-Schnittstelle erweitern.

Unterwegs die Homepage bearbeiten kann man zur Not mit Notepad, aber so richtig Spaß macht das nicht. Besser geht es mit einem HTML-Editor wie Nvu Portable. Das Programm bietet einen Quelltext-Modus mit Syntaxhervorhebung, einen Normal-Modus, in dem die Webseite editierbar angezeigt wird, natürlich eine Vorschau sowie einen besonders praktischen Tag-Modus, in dem HTML-Befehle als kleine gelbe Kästchen auftauchen. Klickt man auf eins davon, wird der gesamte Block bis zum Ende des Tags markiert. Es unterstützt den Anwender beim Tabellenbasteln und dem Umgang mit den wichtigsten anderen HTML-Befehlen, enthält einen CSS-Editor, eine Plug-in-Schnittstelle und einen Seitenmanager für Leute, die mehrere zusammengehörige Webseiten simultan bearbeiten. Die bearbeiteten Seiten kann man über einen integrierten FTP-Client gleich ins Internet hochladen.

PuTTY Portable heißt ein Telnet- und SSH-Client, mit dem man über eine Internetverbindung einen entfernten Rechner per Textkonsole bedienen kann. Die aktuelle Version 0.59 unterstützt IPv6 und Kommunikation über die serielle Schnittstelle. Version 0.60, die noch nicht als Portable vorliegt, enthält einige Bugfixes. Sie läuft ebenfalls vom Stick, speichert im Unterschied zur portablen Version jedoch keine Verbindungseinstellungen darauf, sodass man jedes Mal alle Daten neu eingeben muss.

Mal schnell einen Webserver aufzusetzen gehört sicher nicht zu den trivialen Arbeiten für den Otto-Normalreisenden. Wer sich diese Arbeit macht, den konfigurierten Server dann aber transportieren und auf einem anderen Rechner laufen lassen möchte, sollte zu XAMPP greifen, das einen Apache-HTTP-Server, MySQL, PHP, einen FTP-Server und viele weitere Server-Tools direkt vom Stick laufen lassen kann. Einige, zum Beispiel der FTP-Server, laufen als Dienste und erfordern zum Start daher Administratorrechte.

Der Welt handlichster BitTorrent-Client wiegt gerade mal 170 KByte und heißt sehr zutreffend µTorrent (uTorrent). Trotzdem hat das Programm alles drauf, was man zum Filesharen so braucht: Es kann Up- und Download-Raten limitieren, nach Uhrzeit planen, die Anzahl der aktiven Verbindungen limitieren, einen Cache einrichten, einen Proxy und verschiedene Ports benutzen und sich ein Loch in die XP-Firewall schießen.

Office

Arbeiten muss man unterwegs leider auch bisweilen: Texte schreiben, Kalkulationen durchführen, Präsentationen präsentieren ... Doch keine Sorge, auch die tägliche Büro-Arbeit kann man prima in der Hosentasche mit sich herumtragen.

OpenOffice ist das All-Inclusive-Paket für das Unterwegs-Büro; es enthält Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Vektorzeichenprogramm, Datenbank, Formeleditor und Präsentationsprogramm, zusammengefasst unter einer gemeinsamen komfortablen und mehrsprachigen Oberfläche. So viele Funktionen unter einem Dach haben ihren Preis, der im Speicherverbrauch von 180 MByte besteht. So ein dicker Brocken zeigt auch eine gewisse Behäbigkeit beim Starten; wer noch an Rechnern mit USB 1.1 arbeitet, sollte etwas Kaffee-Zeit einplanen.

Für Besitzer kleinerer USB-Sticks, denen die Textverarbeitung in OpenOffice zu dick ist, eignet sich AbiWord. Es beherrscht Spaltensatz, Serienbriefe und Tabellen, kann mit Kopf- und Fußzeilen umgehen, liest und schreibt unter anderem die Formate Word, OpenOffice, HTML sowie RTF und importiert auch Grafiken. Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis sind ebensowenig ein Problem wie das Wechseln der Schreibrichtung, Nummerierungen, Aufzählungen, Rechtschreibprüfung und Dokument-Statistiken. Über eine Plug-in-Schnittstelle kann man AbiWord um weitere nützliche Funktionen erweitern.

CUEcards 2000 organisiert Notizen in einer Baumstrukur mit sehr vielen Verästelungen. Das Programm kann die Notizen formatieren, mit beliebigen Dateien verknüpfen, etwa als HTML exportieren, sortieren und nach Textfragmenten durchsuchen. Besonders nützlich ist die Quicknotiz-Funktion, die ohne weitere Eingabe einen Notizzettel mit Datum und Uhrzeit als Überschrift öffnet.

Das elektronische Wörterbuch LingoPad übersetzt Begriffe in verschiedene Sprachen. Nach der Installation findet sich ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch mit fast 150.000 Stichwörtern auf Platte oder Stick, andere Wörterbücher für Niederländisch, Japanisch, Spanisch, Türkisch und 16 weitere Sprachen kann man mit einem Klick herunterladen, ebenso eine eventuell aktualisierte Programmversion, wobei die Art der Internetanbindung dem benutzten Rechner anzupassen ist, etwa wenn ein Proxy verwendet wird. LingoPad sucht bereits beim Eintippen des Begriffes passende Übersetzungen und kann, so im geladenen Wörterbuch enthalten, per Lautschrift auch Hinweise auf die Aussprache geben.

Wem ein Filofax zu sperrig und ein PDA zu geekig erscheint, der greift zum USB-Stick mit Sunbird Portable Edition drauf, um seine Termine im Auge zu behalten. Es kann beliebig viele Kalenderdateien verwalten, zeigt Monats-, Wochen- und Tagesübersicht, schlägt zu einstellbaren Zeiten Alarm und unterstützt den Planenden mit Suchfunktionen, vordefinierten Bezeichnungen, Druck-, Publizier- und Datenaustauschfunktionen. Per Schnittstelle für Erweiterungsmodule kann man vermisste Funktionen nachrüsten.

In welchem Dokument stand bloß diese tolle Metapher? Alle zweihundert OpenOffice-Dateien auf dem Rechner zu öffnen und zu durchsuchen, artet schnell in richtig zeitraubende Arbeit aus. O3find reduziert das auf ein paar Sekunden, denn es durchsucht alle unterhalb eines beliebigen Verzeichnisses gespeicherten OpenOffice-Dokumente nach anzugebenden Textschnipseln, selbst wenn die Dateien gerade geöffnet sind. Volltextsuch-typische abschaltbare Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung beherrscht O3find ebenso wie die Suche in Tabellen, Präsentationen, Zeichnungen, Formeln und natürlich Textdokumenten.

Sumatra PDF zeigt PDF-Dateien an, muss aber anders als Adobes Reader nicht erst ewig irgendwelche Module nachladen, sondern kommt erfreulich schnell zur Sache. Es kann zwischen den verschiedenen Seiten hin- und herspringen und das PDF in wählbaren Zoom-Stufen zwischen acht und 6400 Prozent der Originalgröße anzeigen.

Sicherheit

Viren, Würmer und Spione lauern überall. Passwörter im Klartext auf einem kleinen, leicht zu verschusselnden USB-Stick mit sich herumzutragen wäre geradezu kriminell leichtsinnig, und überhaupt gehen viele Dateien niemanden etwas an. Manche sind sogar so geheim, dass nicht einmal jemand wissen soll, dass es sie überhaupt gibt.

TrueCrypt kann Daten nicht nur verschlüsseln, sondern auch verstecken. Es erzeugt virtuelle, verschlüsselte Laufwerke in Container-Dateien und mountet sie, vermag aber auch komplette Partitionen und ganze USB-Sticks zu verschlüsseln. Für den Fall, dass einem der CIA das Passwort abpresst, kann es zusätzliche Laufwerke auch im freien Bereich eines verschlüsselten Containers verstecken, von deren Existenz dann nur der Besitzer weiß. Ungemountete TrueCrypt-Laufwerke verraten nichts über ihren Zweck, sondern wirken wie eine Datei aus Zufallszahlen – wie beispielsweise von Packern erzeugte Archive auch.

KeePass verwaltet Passwörter und speichert sie verschlüsselt in einer Datei, sodass man sich nur noch das eine Passwort für KeePass merken muss. Zusätzlich kann man die Datei noch mit einer Schlüsseldatei sichern, die das Programm aus zufälligen Mausbewegungen über einem unregelmäßigen Raster generiert. Zu verwaltende Passwörter kann man gruppenweise in einer Baumstruktur anordnen und als Text, HTML und in weiteren Formaten im- und exportieren. KeePass enthält zudem einen Generator für besonders sichere Passwörter; wie sicher die jeweils sind, zeigt ein farbiger Balken.

Um nicht an einem verseuchten Rechner arbeiten zu müssen, sollte man einen Virenscanner wie ClamWin Portable auf dem USB-Stick immer dabei haben. Er aktualisiert seine Signaturdateien übers Internet (eventuelle Verbindungseinstellungen wie Proxy-Server muss man dem Gastrechner jeweils anpassen), kann Archive durchsuchen und über infizierte Dateien informieren, sie löschen oder in ein Quarantäne-Verzeichnis verschieben. Auf Wunsch scannt ClamWin nur bestimmte, frei definierbare Dateitypen und auch eine editierbare Ausschlussliste bietet das Programm.

Systemsoftware

c't- und heise-online-Leser, für ihr Know-how bekannt, müssen oft auch hartnäckige Probleme im Bekanntenkreis lösen. Doch ohne die geeigneten Hilfsmittel lässt sich meist nur durch viel Ausprobieren und Herumtüfteln ein Fehler finden. Besser, man hat immer ein paar Diagnose- und Informationsprogramme dabei.

Wenn ein Computer sporadisch abstürzt, ist oft ein Speicherfehler schuld. Das Windows-Programm MemTest hilft, solche Fehler zu finden, indem es eine anzugebende Anzahl MBytes oder sämtlichen freien Speicher testet und Fehler protokolliert.

Der SIV - System Information Viewer zeigt jede Menge Details über den Rechner an, ob Prozessor, Board, USB, Netzwerk, Laufwerke, PCI-Bus und viele mehr. Um die nötigen Windows-Dienste abfragen zu können, benötigt es allerdings Administratorrechte.

CPUBurn gibt den Chips mal so richtig was zu tun, beispielsweise um Übertaktungsprobleme festzustellen. Aus einer Liste kann man verschiedene zu malträtierende Prozessortypen wählen und, so vorhanden, auch die MMX-Unit heißlaufen lassen.

H2benchw ist das Tool der Wahl, wenn die Geschwindigkeit von Massenspeichern zur Debatte steht. Es misst die Zugriffszeit und die Transferrate auch von unformatierten Festplatten und Wechselmedien und zeigt grafisch, in welchen Bereichen sie die höchste Transferrate erreichen. H2benchw gibt Informationen über den aktuellen DMA-Modus und die Einstellung des Akustik-Managements und kann über einen Anwendungsindex die Geschwindigkeit eines Datenträgers im Windows-Alltag näherungsweise vorhersagen.

Wer eine aktuelle Image-Kopie seiner Windows-Partition in der Schublade hat, sieht alltäglichen Hard- und Software-Katastrophen gelassener entgegen: Im Ernstfall genügen wenige Minuten, um den PC in den früher gesicherten Zustand zurückzuversetzen – inklusive aller installierten Anwendungen und Einstellungen. Auf der Heft-DVD von c't 14/07 (nachbestellbar via Heise-Kiosk) finden Sie eine Spezial-Version des Imagers Drive Snapshot, die bis Ende Juni 2008 ohne Einschränkungen läuft; die Demo läuft immerhin 30 Tage lang. Die ausführbare Programmdatei ist nur etwa 250 KByte groß und lässt sich von einem USB-Stick direkt starten. Drive Snapshot sichert ein laufendes Windows, ohne dass man dazu den PC neu starten müsste. Um einzelne Dateien aus einem Image zu holen, lässt sich sein Inhalt unter einem Laufwerksbuchstaben einblenden. Eine Windows-Partition kann man mit der bootfähigen DOS-Diskette zurückspielen, die Sie nach der Installation von setup.exe über das Startmenü erstellen können.

FileCrypter heißt der schnelle Datei-Verschlüssler für zwischendurch. Per Dialogbox eine Datei auswählen, falls gewünscht ein Passwort eingeben, Ok drücken, fertig. Falls mehrere Dateien verschlüsselt werden sollen, muss man sich um das beiliegende Konsolenprogramm eine Batchdatei stricken.

Nur weil jemand unterwegs ist, will er doch nicht den vom Rechner zu Hause gewohnten Komfort vermissen: Grässlich, wenn man plötzlich alles per Hand eintippen müsste, obwohl man an bestimmte Hotkeys gewöhnt ist. ac'tivAid als Desktop-Erweiterung zu beschreiben, wäre untertrieben; die Toolsammlung erleichtert den Windows-Alltag mit frei definierbaren Hotkeys, Online-Übersetzungen, Synonym-Findern, Internet-Suche, verschiedenen Fenster-, Kopier- und Dateifunktionen, Textbausteinen und zahlreichen weiteren überaus nützlichen Helferlein, insgesamt rund 50 im Auslieferungszustand. Mittels einer eingängigen Skriptsprache kann jeder den Funktionsumfang ändern oder eigene Skripte hinzufügen. Auf der Projektseite liegt neben der Desktop- auch eine Portable-Variante der von c't herausgegebenen Software.

CDs und DVDs brennen ohne Schnickschnack: DeepBurner Free tut genau das und glänzt mit einer aufgeräumten Oberfläche, ohne durch Multimedia-Albereien zu verwirren. Der tiefe Brenner erzeugt Daten-CDs und -DVDs, Musik-CDs und ISO-Images; auch das Löschen von CD-RWs ist kein Problem.

MB-Search&Replace kann in vielen per Filter inklusive Wildcards anzugebenden Dateien gleichzeitig eine Zeichenfolge durch eine andere ersetzen. Dabei kommt es nicht nur mit ordinären Textdateien klar, sondern ersetzt auch Hexadezimal-Folgen in Binärdateien. Den angegebenen Pfad durchforstet es auf Wunsch rekursiv bis in den letzten versteckten Unterordner. Es verarbeitet reguläre Ausdrücke und legt von den veränderten Dateien sicherheitshalber Backups an.

7-Zip Portable komprimiert besser als der in Windows XP enthaltene Zipper, kann große Archive zu kleinen Häppchen verhackstücken, mit einem Passwort sichern und selbst entpackende Archive erzeugen. Das Ganze läuft unter einer aufgeräumten und intuitiv bedienbaren Oberfläche.

Wissenschaft und Technik

Wissenschaftler auf Reisen sollten Euler oder Scilab dabeihaben, wahre mathematische Alleskönner, die Analysis, Matrizenrechnung und Differentialgleichungen ebenso draufhaben wie die grafische Ausgabe der Ergebnisse in zwei oder drei Dimensionen. Beide Programme werden wie Mathlab über Texteingaben und Skriptdateien gesteuert, was eine gewisse Einarbeitung erfordert – aber die Mühe lohnt sich. Das transportable GnuPlot offeriert alle erdenklichen 2D- und 3D-Diagrammtypen und die üblichen Einstellmöglichkeiten, um Auftragungen zu skalieren und aus verschiedenen Richtungen zu betrachten. Es kann Zeichenketten als Variableninhalt und als übergebene Funktionsargumente verarbeiten, und Daten aus Binärdateien einzulesen bereitet ebenfalls keine Probleme mehr. Ein weiteres Schmankerl hält der Treiber zur Ausgabe von GIF-Dateien parat, indem er dieses Format auch für Animationen nutzen kann.

Wie bewertest Du die Qualität des Beitrags?

Pflichtlektüre! ({{threeCount}})
Gut zu wissen ({{twoCount}})
Geht gar nicht! ({{oneCount}})
Vielen Dank für Deine Bewertung.
Deine Bewertung wurde gelöscht.

Kommentare

{{commentsTotalLength}} KommentarKommentare

Weitere Kommentare laden...

Das könnte dich auch interessieren