In diesem Forum geht es um technische Grundlagen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse.
Eine Hochkultur ist nicht per se bequemer. Im Gegenteil. Die
Pyramidenbauer des alten Ägyptens dürften da nicht mit dir einer
Meinung sein - ich meine da die Steineschlepper.
Ich halte das Argument der Bevölkerungsdichte für das
Ausschlaggebende. Zivilisation erfordert eine hochgradige
Kooperation. Das heißt, damit es zu Kooperation kommt, muss erst eine
kritische Bevölkerungsdichte erreicht werden.
Und so etwas dauert.
Vor 18.000 Jahren war die Erde beispielsweise auf dem Höhepunkt einer
Eiszeit. Der Meeresspiegel lag etwa 100 bis 150 Meter tiefer als
heute. Wo heute die Sundasee ist, war dichter tropischer Regenwald,
Europa dagegen vereist, die Sahara aber grün.
Sollten also um diese Zeit in den wirtlicheren Gegenden der Erde in
Küstennähe Siedlungen existiert haben, so liegen diese in den
Schelfmeeren der Welt begraben.
Ich habe mal gelesen, dass der Eisschild über Nordamerika binnen 300
Jahren abtaute und den Meeresspiegel dabei um 40 Meter hob - das war
vor etwa 9000 Jahren und bedeute ergo 13 Zentimeter pro Jahr.
Da hatten die Korallen der Malediven und am Großen Barrierriff ganz
schön zu tun, um Schritt zu halten.
Für die aufkeimende Zivilisation im Zweistromland bedeutete dies,
dass die Euphrat-Tigris-Mündung relativ schnell von Qatar bis auf
Höhe Bagdad wanderte.
Also stabile Verhältnisse - welche Zivilisationen brauchen - sehen
anders aus.
Schwarzafrika hat übrigens mit Äthiopien sehr wohl eine Hochkultur
hervorgebracht bzw. eine weitere mit Simbabwe.
Dass es mit der Zivilisation in Afrika nicht so einfach ging, könnte
vielleicht auch an der Malaria liegen. Außerdem ist es im größten
Teil Afrikas immer recht warm. Man braucht eigentlich keine Heizung
und wenn man genügend pigmentiert ist eigentlich auch keine Kleidung.
Damit sind dort viele Arbeiten zur Existenzsicherung wie bei uns
nicht nötig. Und bis wir den Kühlschrank erfunden hatten, dauerte es
ja auch eine Weile.