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Wettbewerb in (oder "trotz"?) Telekommunikationsnetzen

Avatar von themanuautoacer

themanuautoacer

3 Beiträge

29.11.2012 16:02 Permalink

Hallo,

ich hätte einige Fragen an ein paar Techniker/Juristen hier was Wettbewerb in Telekommunikationsmärkten betrifft. Ich habe mir Bücher zu Netzwerktechnik und Netztypologien angeschaut und im WWW gesurft, aber immer noch ziemliche Probleme zu verstehen, wie Wettbewerber es technisch hinbekommen, über „fremde“ (?) Netze Produkte anbieten zu können. Deshalb wäre es sehr nett, wenn mir jemand eine der Fragen beantworten könnte oder zumindest einen Tipp hat, wo ich so etwas rausbekommen kann. Bin mir nicht sicher, ob das Thema hier richtig ist, hab aber keinen passenderen Bereich gefunden.

1. Wenn ich es richtig sehe, hat die Telekom z.B. die Pflicht, anderen die Nutzung ihres Netzes zu überlassen, sofern nur sie die Zugangsmöglichkeit zu einem Endkunden hat. Dann gibts verschiedene Vorleistungsprodukte wie z.B. Tal, Bitstream oder Resale. Müssen diejenigen, die Zugang zur Tal begehren (etwa am Hauptverteiler) dann selbst eigene Netze bis zum Hauptverteiler haben, um von dort über das Vorleistungsprodukt Tal zum Kunden zu kommen und ist es bei Bitstream entsprechend auch so, dass man nur bis zu einem bestimmten Punkt ein eigenes Netz hat und dann auf ein fremdes Vorleistungsprodukt zurückgreift? Denn ich habe mal gelesen, dass es auch Unternehmen gibt, die nur Resale machen, also selbst keine eigene Infrastruktur haben. Die haben kein Netz, sind also dann wahrscheinlich zu 100% auf fremde Netze angewiesen und das leuchtet mir in etwa ein, aber ich kann nicht begreifen, wie es dann bei der Tal bzw. Bitstream läuft, denn wenn jeder Wettbewerber die einzelnen Punkte selbst mit einem eigenen Netz ansteuern muss, müssten die ja überall die Erde aufgraben?

2. Meine nächste Frage ist, inwiefern die alte Kupfer-Tal überhaupt noch von Interesse ist, wenn jemand einen reinen Glasfaseranschluss hat, also FTTH etwa. Ist die alte Tal denn dann überhaupt noch von Interesse oder ist sie überflüssig, weil man ja jetzt auf eine andere zurückgreifen kann?

3. Was ist der Unterschied zwischen der herkömmlichen Kupfer-Tal und dem Kabelnetzanschluss, den die Kabelnetzbetreiber nutzen? Sind das zwei vollkommen verschiedene Leitungen oder stehen die zueinander in Verhältnis? Denn meines Wissens nach sind die Kabelnetzbetreiber ja eben nicht auf die Telekom angewiesen, können das Produkt also selbst realisieren, aber diese Leitungen werden am Ende ja gemeinsam irgendwo herkommen müssen oder zumindest den selben Weg gehen?

4. Seit einiger Zeit steht ja überall, auch hier bei heise.de z.B. etwas zu vectoring geschrieben und sinngemäß sagt man, dass andere nicht mehr auf den Kvz zugreifen dürften, weil diese neue Technik dann nicht funktionieren würde. Wenn das wirklich so wäre und die Telekom kriegt diese Kvz alleine, könnten andere überhaupt noch konkurrieren mit ihr? Denn falls das zu 1. oben von mir geschriebene stimmt und jemand hat eine eigenes Netz bis zum Kabelverzweiger gelegt, dann wäre das ja im Prinzip vollkommen nutzlos, wenn er nicht mehr auf die letzte Verbindung zurückgreifen könnte? Es hieß jetzt ja auch, dass andere Vectoring auch nutzen dürfen, sollten aber riesige Preise dafür bezahlen, nur ich verstehe nicht, wie das für die Wettbewerber denn möglich sein soll, wenn sie eben nicht den Zugang mehr haben?

Diese Fragen spuken mir als Technik-Laien derzeit im Kopf rum und ich lese zwar interessante Sachen überall, aber weiß derzeit nicht, wo ich so etwas erklärt bekommen kann. Von daher wäre ich für eine Anregung sehr dankbar.

Gruß und bis dann

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