Die Woche: 80386 ade

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Re: 68020 beats 80386

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Angstroem

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06.01.2013 15:23 Permalink
Graf Porno von Geilsberg schrieb am 2. Januar 2013 11:33

> Klar doch, weil ja RISC und CISC genau das gleiche ist, wie auch 16
> Bit und 64 Bit sich durch nichts unterscheiden.

> MIPS/MHz ist nur dann für Vergleiche geeignet, wenn Du auch die Zahl
> der benötigten Befehle für die jeweilige Aufgabe kennst.

Schön, daß Du immerhin eine Hälfte der Rechnerarchitektur-Vorlesung
verstanden hast. Leider nicht auch die andere, nämlich (1) warum
diese Einschränkung gilt und (2) wofür CISC und RISC stehen bzw.
welches typische Vertreter dieser Gattungen sind. 

Hinweis: Weder 68k noch x86 folgen dem RISC-Paradigma. Und selbst
wenn die x86-Prozessoren seit dem Pentium Pro intern RISC-Engines
verwenden, so gilt doch weiterhin die Außensicht, eben die
*Befehlssatz*architektur -- und die ist eben immer noch CISC. Die
Mikroarchitektur ist für diese Betrachtung unerheblich.

MIPS/MHz ist bei gleicher Befehlssatzarchitektur bzw. gleicher
Mächtigkeit des Befehlssatzes (und natürlich den üblichen
Vergleichbarkeitsvoraussetzungen, die aber für jede Art Benchmarking
gelten) durchaus aussagekräftig. Grundsätzlich ist der Befehlssatz
von 68k und 80386 (nicht jedoch prä-80386, da war der x86-Befehlssatz
noch nicht hinreichend orthogonalisiert) vergleichbar.

Auch Dein Einwurf bezüglich der Daten- bzw. Adreßgröße geht fehl,
denn auch hier herrschen gleiche Voraussetzungen bezüglich 68020 und
80386, denn auch der 68020 ist eine 32-Bit-Architektur (ALU wie
Adressen).

Was der 68020 nicht hatte, der 80386 sehr wohl, war eine eingebaute
MMU. Das macht im Rahmen dieser Diskussion aber keinen Unterschied
bzw. hatte bezogen auf damals übliche Taktraten auch keine negativen
Auswirkungen (außer ggf. teurere Boards, weil man optional einen Chip
mehr auf die Platine bringen mußte).

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