Die Woche: Forken sollte wohlüberlegt sein!

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Vielfalt ist sexy, Vielfalt ist Fortschritt!

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Nigredo

386 Beiträge

18.01.2013 09:43 Permalink
Der Vorwurf ist so alt wie OSS überhaupt:
Zu viele Fork, die Entwicklerkapazitäten binden, zu viele
Distributionen, zu viel Auswahl.
Ich behaupte, diese Behauptung ist nicht falsch, wenn man extrem
kurzsichtig ist, wie Journalisten das sein müssen und wie viele User
es sind. Windows und OSX sind "erfolgreich", weil es keine
Alternativen gibt.
Ich behaupte auch, diese Behauptung ist langfristig Quatsch, nicht
umsonst geben die Betriebssysteme Marktanteile an Linux ab, ist das
einzige, was Windows noch rettet, kommerzielle Software. Zu nennen
sind insbesondere vier Gründe.

Erstens:
Kein Fork ähnelt dem anderen. Auch wenn es so klingt, als ähnelten
sich Projekte, sind sie doch nicht gleich. Und wenn sie sich zu
ähnlich sind, werden alle bis auf einen verschwinden.
Zweitens:
Survival of the Fittest. Wer der fitteste ist, entscheidet aber
allein der Nutzer, nicht eine Gruppe von Entwicklern. Der Nutzer
wählt das Projekt, dass er will, statt von Entwicklern vorgesetzt zu
bekommen, was die für das Beste halten - das ist schon bei Gnome3
spektakulär gescheitert.
Drittens:
Auswahl. Vielfalt ist eine große Stärke; während der Windows-Nutzer
nur die Wahl hat, entweder zu kacheln oder bei seinem veralteten
Produkt zu bleiben, findet der Linuxer immer das, was er will, weil
irgendjemand es schon vor ihm wollte und entwickelt hat.
Viertens: 
Motivation. Dass andere forken steigert die Motivation, es selbst zu
tun, wenn einem die Entwicklung eines Projektes zuwider läuft. Wenn
es auch anderen so geht, werden sie folgen.

Das die Vielfalt manchen hin und wieder Angst macht, ist wohl
menschlich - das passiert in der Gesellschaft genau so, wie bei der
Software - trotzdem würde kaum ein Journalist auf die Idee kommen,
eine multikulturelle, multiethnische Gesellschaft würde progressive
Kräfte binden und es sei besser, eine faschistoid-ethnizistische
Gesellschaft zu formen, die alle Kräfte auf den Fortschritt
ausrichtet.
Dasselbe gilt für OSS: Vielfalt ist sexy! Es ist die Vielfalt selbst,
die den Fortschritt erzeugt.

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