Linus Torvalds: Quellcode lese ich nicht mehr

Re: Nerd entdeckt Organisation

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Schily

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15.11.2012 21:44 Permalink
Anselm Lingnau schrieb am 15. November 2012 19:09

> Schily schrieb am 15. November 2012 18:36

> > Nun, er hat eine viel größere Keule als Arbeitsverträge: er lehnt die
> > Integration des Codes ab. 

> Hm, wenn Du das Interview tatsächlich gelesen hättest, würdest Du
> wissen, dass er genau das nach eigener Einlassung in der Regel nicht
> (mehr) macht, sondern sich allermeistens auf das Urteil derjenigen
> verläßt, die für die betroffenen Subsysteme zuständig sind. 

Ich habe es schon gelesen...

Glaubst Du ernsthaft, es hätte sich dadurch verbessert? Wer etwas
Menschenkanntnis hat, weiß daß soeine Umstellung normalerweise zu
"vorauseilenden Gehorsam" führt und die Ablehnungswahrscheinlichkeit
dadurch größer wird.

> Außerdem: Was passiert denn, wenn Code von irgendwem tatsächlich mal
> abgelehnt wird? Zum einen geschieht das, wenn es geschieht, nicht
> ohne Grund, und zum anderen gehen die Leute dann hin und schreiben
> den Code um, damit er besser wird und hoffentlich in der nächsten
> Runde übernommen wird. Das sieht für mich aus wie eine
> Win-Win-Situation.

Es passiert aber nicht "tatsächlich mal", sondern es passiert und es
passiert mit schöner Regelmäßigkeit bei gutem Code.

Jemand der weiß, daß er guten Code liefert wird diesen nicht
schlechter machen nur weil es ein paar Leute um Torvalds wollen.

Gute Leute planen aber auch vor Allem vorher was sie tun wollen und
wollen eine verbindliche Zusage zur Eingliederung falls sie den Code
nacher gehauso implementiert haben. Soetwas wird aber immer im Vorab
abgelehnt.

Fazit: das Managementmodell zur Linux Kernelentwicklung fördert
Mittelmäßigkeit und verhindert herausragendes.


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