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SilentCry

mehr als 1000 Beiträge seit 20.01.2004

20.03.2011 09:09 Permalink

Smartphone-unterstütztes Einkaufen

Ich bin ja ein Fan von solchen Spielereien, leider erwiesen sich
meine Versuche bisher als wenig praxistauglich.  Bei E-Nummern hat
man "E" keine Chance, irgendeine E-Nummer ist doch sowieso immer
dabei, gegen die man Bedenken haben könnte. 
Und die viel gepriesene Ökologie, da kann ich doch nur lachen. Jaja,
die Tomate hat Saison, aber es steht doch sowieso schon am Schild
"aus heimischem Anbau". Nur blöd, dass sie zum Waschen nach Spanien
geschickt wurden. Oder zum Entkernen nach Frankreich oder dass die
zwar aus heimischem (aka deutschem) Anbau sind, jedoch im Raum
Berlin, gekauft aber wird in Ulm.
Oder wann finde ich endlich heimische Bananen?

Auch die Preisvergleiche nützen mir wenig bis nichts; ja, vielleicht
kann ich 2,50 sparen, aber dafür muss ich dann für einen
Wocheneinkauf in 7 verschiedene Läden. Bitte sehr, wenn jemandem
seine Lebenszeit so derart nichts wert ist oder sich in Deutschland
die Langzeitarbeitslosen mit iPads in den Supermärkten rumtreiben
können - *ich* will und kann es auch nicht. Besonders clever sind
dann die Leute, die runde 30 Kilometer mehr mit dem Familien-Van
fahren um solche Preisdifferenzen auszunutzen. Die, die sich für
echte Rechner halten kalkulieren dann sogar noch das Benzin mit rein
und glauben, damit haben sie ihr verhalten korrekt abgerechnet. Wen
interessiert denn schon die Abnutzung des Fahrzeugs, das Risiko und
der Zeitverlust? Das würde ja das gute Gefühlt der
Geiz-ist-geil-Grundhaltungsbefriedigung zerstören. Und der eigenen
Zeit Wert beizumessen ist ja ohnehin undeutsch bis ins Mark.

Außerdem sind zumindest hier die Supermärkte keine derartigen
Wellness-Oasen in denen man gemütlich und unbedrängt von anderen
Kunden mal gemütlich die Barcodes scannen und die E-Nummern studieren
kann bzw. entspannt an der Gemüsetheke sich den Anbaumethoden und
-regionen des gewünschten Gemüses widmen möchte. Wo man sich gerne 2
Stunden aufhält und wo man auch niemandem im Weg ist. Würden viele
Menschen so vorgehen würden sich die Schlangen nicht mehr nur an der
Kasse bilden sondern schon vor dem Eingang des Supermarktes. Und die
Tiefkühlware wäre mehrfach angetaut, weil sie jeder raus holt,
fotografiert, scannt, analysiert und dann halbgefroren wieder zurück
legt mit den Worten "hey, die zuckerfreie Eistorte ohne Süßstoff aus
handgeschöpftem, ökologisch lokal angebautem Seetang mit
unbedenklichem E501  gibt es aber bei Aldi um 1 Cent billiger."
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