Ada 2012: Neue Sprachversion verabschiedet

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Re: Kann mich dem Artikelautor nicht anschließen...

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Rene Hartmann

92 Beiträge

30.12.2012 11:49 Permalink
Ich hätte mir den Artikel ein wenig neutraler gewünscht. Wenn es ein
so großes Plus ist, dass anstelle von Sonderzeichen Schlüsselwörter
verwendet werden, könnte man mit dem gleichen Argument auch für COBOL
plädieren...

Es ist aber ein spannende grundsätzliche Frage, welcher Ansatz besser
funktioniert: Ausgiebige Verwendung von Schlüsselwörtern oder ein
komprimierter Stil wie in den C-artigen Sprachen.

Ersteres macht ein Programm auf den ersten Blick lesbarer. Der
Nachteil ist, dass der Code länger wird. Das macht es für den
Programmierer schwieriger, logische Code-Abschnitte auf einen Blick
zu erfasssen.

Es könnte sogar sein, dass Code in C-ähnlicher Syntax in einer
Hinsicht der natürlichen Sprache näher ist: Nämlich beim
Informationsgehalt. Macht es den Code wirklich lesbarer, wenn er
äußerlich natürlicher Sprache ähnelt? Die Menge dessen, was ich in
einer Zeile ausdrücken kann, ist in der natürlichen Sprache weit
größer als in den üblichen Programmiersprachen. Je komprimierter die
Syntax einer Programmiersprache ist, desto näher kommt sie im
Informationsgehalt der natürlichen Sprache.

Was macht nun eine gute Programmiersprache aus? Beide Ansätze haben
etwas für sich. Wahrscheinlich kommt es darauf an, einen guten
Kompromis zu finden. Schießlich verwenden auch C/C++/Java
Schlüsselwörter und auch Pascal/Modula-2/Ada verwenden Zeichen für
die arithmetischen Operatoren. (Die ersten COBOL-Versionen hatten
noch Konstrukte wie DIVIDE A BY B GIVING C, aber seitdem hat man zum
Glück dazugelernt)

Bei Ada haben die Sprachdesigner nach meinem Eindruck gar keinen so
schlechten Job gemacht. Das Argument "mehr Schlüsselworter, deshalb
lesbarer" ist in dieser Simplizität aber fragwürdig.

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