Terracotta: In-Memory ohne Appliance

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Kann man ja gar nicht glauben

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Oliver Schad,

mehr als 1000 Beiträge

08.12.2012 04:40 Permalink
Heyho,

kann man ja gar nicht glauben, *wieviel* Schwachsinn heute verbreitet
wird.

Da wird eine im RAM zu haltende DB als *Innovation* verkauft.
Festhalten, Datenstrukturen liegen schon seit es RAM gibt im RAM, um
Zugriffe auf Festspeicher zu verhindern. Ob man da nun einen
Netzwerkfähigen Dienst dranbastelt oder nicht, ist doch total
schnurz.

Man kann sogar SQL-DBs vollständig in den RAM bringen, entweder
billig durch RAM-Disk oder teurer mit Replikation per MySQL-Cluster,
siehe http://dev.mysql.com/doc/refman/5.1/de/mysql-cluster-faq.html

Die Analyse, dass man entweder alles im RAM hält oder nichts, weil es
sonst nicht bringt, stellt die praktische Informatik mal eben auf den
Kopf: Erde an Gartner, es gibt Caches. Schon auf der CPU 1st-Level,
2nd-Level, 3rd-Level und erst dann kommt der RAM. Übrigens sind
Register noch schneller als der 1st-Level.

Durch vollständige Induktion kommen wir also zum folgenden Ergebnis:
entweder passt die Datenbank vollständig in CPU-Register oder wir
lassen es gleich bleiben, weil dann der langsamste Speicher alles
andere dominiert.

Mit der gleichen These könnte man RAM und Caches ja auch gleich
abschaffen und nur noch mit Festplatten arbeiten, weil ja sowieso
diese schnellen, aber kleinen Speicher nichts mehr bringen.

Übrigens kann man auf den Hauptspeicher *nicht* parallel zugreifen,
es sei denn, man hat *mehrere* CPU-Sockel, die einen parallelen
Zugriff erlauben. D.h. es gibt da kein neues Paradigma zu bewältigen.

Also das mit dem Fachartikel üben wir dann nochmal.

mfg
Oli

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