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  • Think-Smart

204 Beiträge seit 26.12.2007

Wau Holland vor 25 Jahren.

Ich nehme mir die Gelben Seiten und schreibe mir eine Adresse auf.
Nein, ich nehme doch gleich die ganze Seite und lege sie auf den
Fotokopierer. Ach was, ich nehme das ganze Telefonbuch, kopiere es
einmal und gehe damit zu Dumrath & Fassnacht, dem Verleger und
erpresse ihn. Gebt mir Geld und ich überlasse euch, nein, nicht die
gesamten Fotokopien, sondern meinen Fotokopierer, den ich mir gerade
selbst gebastelt habe. 

Es handelt sich hier um Daten, die jeder Teilnehmer freiwillig,
wissentlich ob der Öffentlichkeit, dort eingestellt hat. Ich bin 16,
habe Pickel, wohne in Dortmund und bin grade in Mathe durchgefallen.
Aha. Alles freiwillig. Hingegen sammelt ein Google Bot sämtliche
Daten über mich ein und behält sie dreist im Cache, selbst wenn ich
die Sites längst vom Netz genommen habe. Längst bestimme ich nicht
mehr, welche Informationen über mich im Netz verfügbar sein sollen.

Hausbau. Ausschreibung. Ich suche mir ein Verzeichnis für das Gewerk
Dachstuhl, lasse einmal den Crawler drüber laufen, der mir flux 40
Email Adressen einsammelt und schreibe die Firmen an. Und nun gehen
wir mal auf Telefonbuch.de und lassen den Crawler los. Pustekuchen.
Datenorientierte Portale lassen sich so programmieren, dass der
Crawler mit dem Einsammeln nicht weit kommt.

SchülerVZ hat einen lausigen Server gestrickt und offensichtlich
einen erheblichen Makel. 

Unser Naivling glaubt, er könne nun seinen elektronischen
Fotokopierer an die Betreiber verkaufen, hat hunger und möchte Kohle
(wahrscheinlich hätte er bei 2.000 Euro abgenickt). Droht gar den
Datensalat nach Osteuropa zu verkaufen, wo längst findige
Programmierer einen Crawler in fünf Minuten auf dem Klo mit dem
Laptop geschrieben haben. Wie wäre es mit Zielgruppe „Pickel im
Gesicht“ und wie kommt Clerasil unbemerkt an die Klientel. Alles
längst in Arbeit.

Unser SchülerVZ bemerkt schnell, dass man wohl gepennt hat. Ein
handfester Skandal steht ins Haus. Also drehen wir den Spieß einfach
um und machen den Schenkelklopfer „Kopiertes Telefonbuch“ zum
Datenklau und die Naivität des Programmierer zum Erpresser und zeigen
ihn an. Angriff ist die beste Verteidigung.   

Die deutsche Justizfabrik hat gerade eine große Nachfrage mit
Kinderschändern und Datenklauern. Liegt im Trend. Also wird
geliefert, was von Oben bestellt wird. An dieser Stelle interessiert
mich nur noch die Lobbyistische Verflechtung der SchülerVZ Betreiber.
Der geständige Naivling „Ja, habe einen Kopierer gebastelt und will
ihn verkaufen (Probeausdruck anbei)“ kommt in U-Haft. Schließlich
droht er mit dem Verkauf der Daten ins Ausland.

„Hallo China, willste ne CD mit 15 Mio. Schülern aus Deutschland?“
„Nee du, dauert 14 Tage mit der Post, gehe ins nächste Internet Cafe
und lass selbst den Browser drüber laufen, geht schneller.“

Unser gemein gefährlicher Naivling hält den Psychischen Druck
deutscher U-Haft Bedingungen keine zehn Tage durch. 

Vor 25 Jahren saß ich mal in Hamburg Eimsbüttel in einer Runde, wo
mir ein bärtiger Mann gerade das Pfeifchen rüber reichte und mir
genau ein solches Szenario vor Augen hielt. Er hieß Wau Holland.  


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