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  • SammieFox

913 Beiträge seit 10.04.2010

Re: Die Spur des Geldes und die Konsequenzen

istdochnichtwichtig schrieb am 14. Januar 2014 21:21

> Der Preis den Jutta Schilling genannt hat 15000€ muss so nicht
> stimmen.

Also ich für meinen Teil bezweifle auch, dass diese Summen je
geflossen sind.
Vielmehr halte ich Jutta für viel mehr involviert, als die meisten
hier denken, da sie ja die Quelle der Videos ist.

---

Wir haben vier Videos bei Redtube.. hochgeladen von vier
verschiedenen (recht aktiven) Redtube-Usern quer über den Erdball,
mit weit auseinanderliegenden Registrierungsdaten, sowie zwei weitere
Videos, die von Redtube selbst eingepflegt wurden. Die Uploadzeiten
der Videos liegen alle teilweise 2-3 Jahre zurück. Daher geh ich
schwer davon aus, dass die Videos schon lange vor der Abzock-Idee auf
dem Portal existierten und nicht erst für die Aktion dort platziert
wurden.

Wenn man dieses Material für eine Abzockmasche abmahnen will, müsste
man rausfinden, welche Filmchen das sind, um die potentiellen Rechte
zu erwerben. Nur macht diese Art der "Rückwärtssuche" nicht viel Sinn
- es wäre zudem schon ein Wahnsinnszufall, dass die Szenen alle vom
gleichen Label (Combat Zone) stammen, die man sich für diese
Abmahnwelle auf Redtube ausgesucht hat.

Viel plausibler und einfacher ist doch der umgekehrte Weg. Indem man
eben erst über die Detailsuche irgendeiner AdultMovie-Datenbank (zB
http://www.adultfilmdatabase.com) einige Titel eines x-beliebigen
Studios aussucht, und dann anhand der Titel einfach die Filmchen auf
Redtube sucht. Die Redtube-Titel waren den DVD-Titeln ja relativ
ähnlich, was die Kernwörter anbelangt, von daher war das Aufstöbern
der Videos eine Sache von wenigen Minuten. Weiterleitungsdomains
waren auch schnell eingerichtet und fertig war das Konstrukt. 

So, und wie passt jetzt Jutta in dieses Konstrukt? Für Hausner macht
es dann ja eigentlich keinerlei Sinn, bzgl legaler Rechte zu Jutta zu
rennen, da man ja bereits wusste, dass sie gar keine Rechte haben
kann. Woher hätte Hausner auch wissen sollen, dass Jutta mit ihrer
relativ unbekannten Firma in Spanien angeblich Rechte an den
ausgesuchten Combat Zone-Titeln innehält? Total unsinnig. Logischer
ist es ja, dass sie eine ganz andere Rolle spielen sollte - und zwar
die der angeblichen Urheberin, um das Gericht und Abgemahnte zu
täuschen. 

Man wollte so ja nur die Aufdeckung des wahren Urhebers der Videos
vermeiden, also stellt sich Jutta wohlwissend als Herstellerin dar
und bastelt gefakte Cover. Involviert ist sie auf jeden Fall, da sie
gegenüber der Presse ja selbst Aussagen bzgl Käufer und Summen machte
(http://tinyurl.com/viceartikel). Inwieweit die Kaufpreise stimmen
ist erstmal nebensächlich - relevant ist eigentlich nur, dass sie
überhaupt Bescheid wusste und nicht selbst einfach nur ein Opfer war,
deren Namen man aufs Papier der Lizenzverträge gekritzelt hat. Sie
war von Anfang an als fingierte Urheberin in dem Fall verstrickt und
hat dieser Darstellung auch nie widersprochen.

Allein schon ausgehend davon, dass das dem Gericht vorgelegte
DVD-Cover offensichtlich gefälscht ist (EAN-Unstimmigkeit), sollte
man die Sache doch mal aus anderer Sicht ganz logisch betrachten. 

Fakt ist zumindest, das Umlabeling bei Jutta Gang und Gäbe zu seien
scheint.

zB "Sweetheart Anals" (Julia Reaves Productions, 2013)
http://straight.theater.aebn.net/dispatcher/movieDetail?movieId=16671
3&locale=de&theaterId=13992&genreId=101
ist eine 1:1 Kopie von "Sweetheart Anal" (Club Seventeen / Videoart
Holland e.V., 2010) 
http://www.cduniverse.com/productinfo.asp?pid=8144885

Die Screenshot-Previews sind identisch. Auch ihre anderen neueren
Produktionen auf aebn.net von 04/2013 enthalten nur Szenen, die man
bereits auf anderen älteren DVDs diverser anderer Studios findet.
Nichts davon hat sie selbst produziert.

---

Wir könnten den Fall ja auch umdrehen. Gehen wir aber mal
spaßeshalber davon aus, dass Hausner aus reiner Unwissenheit
irgendwelche Filmchen von Jutta erworben hat, die bereits umgelabelt
vorhanden waren. Sagen wir also mal, Hausner kaufte unter der Hand im
guten Glauben die Lizenzen für 10 Filmchen á 15.000 Euro ein.

Jetzt stellt sich schon die erste Frage: warum überhaupt? Hausner
betreibt weder ein Pornoportal, noch ergibt sich aus seiner aktuellen
Unternehmes-Beschreibung irgendein Hinweis darauf, dass er sich ein
Zubrot über den An- und Verkauf derartigen Materials verdient. Nein,
er hat nichts besseres zu tun, als das Material schnellstmöglichst an
die ArchiveAG abzutreten, seine "Hausner Productions" schlagartig zu
eliminieren und aus der im Lizenzvertrag genannten Adresse zu
verschwinden, um ein halbes Jahr später als "IT-Sachverständiger" der
ArchiveAG wieder in Erscheinung zu treten. Seine Position war
offensichtlich von Anfang an einfach nur die Rolle des Strohmanns
zwischen ArchiveAG und Jutta Schilling.

Nachdem Hausner sich gegenüber heise.de dummerweise selbst zur
Funktionsweise von GLADII geäußert hat
(http://tinyurl.com/heise-rechteinhaber-redtube), lässt es doch nur
den Schluss zu, dass Hausner direkt der Grupperierung angehört und
das ganze von Anfang an mit geplant hat. Wäre er wirklich nur eine
dritte unabhängige Firma, hätte ihn der Fall spätestens nach dem
Rechteverkauf an Wiik gar nichts mehr angehen müssen. 

Und hätte er wirklich aus Unwissenheit von Jutta umgetütete Titel
gekauft, die sich "Amandas Secrets", "Hot Stories" usw nennen, wäre
anhand dieser Titel keine Suche auf Redtube so einfach möglich
gewesen. Sicher mag es Wege geben, auch anhand des Bildmaterials auf
die Suche zu gehen, aber das schließe ich aus. Der technische und
zeitliche Aufwand wäre viel zu hoch. Es wäre unglaubwürdig, dass das
alles zwischen Rechteerwerb von Wiik (23.07.) und der mir frühesten
bekannten Abmahnung (23.07.) - sprich am gleichen Tag - vonstatten
gegangen sein soll. 

---

Man hätte bzgl Rechtekette auch noch tiefer graben können. Ich hatte
ja auch mal ein Posting bzgl adultpornstarcontent.com  verfasst.

http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Weitere-Recherchen-Jutta-Schilling-neue-Domain/forum-272145/msg-24588477/read/


Adultpornstarcontent.com wurde zuvor auf juliareavescontent.com
(http://tinyurl.com/juliareavescontent) entworfen und dessen
Startseite ziert noch bis heute das Julia Reaves-Logo. Somit wirbt
Jutta ja auch mit ihrem eigenen Namen für die Inhalte dieser Seite
und muss entsprechend auch irgendeine Verbindung zu den Betreibern
haben.

"Adultpornstarcontent" hatte gegen Ende Dezember nach den ersten
eingegangen Abmahnungen bei den Betroffenen demonstrativ behauptetet,
dass man bei ihnen 250 Combat Zone Titel lizensieren könne
(http://s14.directupload.net/images/140114/ivm8qmc3.png) - diese
Ankündigung ist natürlich völliger Quatsch, da Combat Zone die Rechte
nie weiterveräußert hat. Dieser Screenshot ist leider auch der
einzige verbliebene Beweis. Diese Facebook-Seite wurde nämlich
interessanterweise nur wenige Tage nach Posten meines Artikels auf
heise komplett entfernt. 

Dass "Adultpornstarcontent" keine reine US-Entwicklung ist erkennt
man auch am Facebook-Header
(http://s1.directupload.net/images/140114/fmekv3gt.png) - Obwohl die
eigentliche Domain (Adultpornstarcontent.com) einen reinen US-Betrieb
suggerieren soll, erkennt man auf dem FB-Screenshot (im kleinen
Kasten auf der linken Seite) die Email-Adresse "ceo@apsc.es" - eine
spanische Domainendung. Warum sollte ein Ami, der einen US-Shop
aufbaut, sich eine spanische Domain besorgen und deren
Homepage-Entwicklung auf Juttas Server vollziehen? Macht nicht viel
Sinn. Außer man arbeitete gezielt zusammen, um eben als Alibi auf
diese "Combat Zone"-Eintrag hinzuarbeiten. 

Die Domain (apsc.es) wurde laut whois (esreg.com) übrigens erst am
01.09.13 registriert - also nur einen Tag nach der letzten bekannten
Abmahnung - ab da wurde auch die FB-Seite mit Inhalt gefüllt. Der
Domaininhaber (Brandon Ackerman [ging erst 2012 von der HighScool
ab]) ist ja über gfy.com mit Jutta auch im direkten Kontakt und ich
würde somit meinen Allerwertesten darauf verwetten, dass
Adultpornstarcontent.com auch für den Redtube-Fall ins Leben gerufen
wurde. Die Domain selbst gelang auch erst im Mai 2013 über einen
Domainverkauf auf gfy.com in Brandon Ackermans Hände - was auch
relativ gut in dem Zeitraum der ganzen Story passt, nachdem kurz
zuvor itGuards gegründet und kurz danach die Weiterleitungsdomains
(retdube.net) registriert wurden.

Vermutlich wollte Jutta darüber im Zweifelsfall behaupten, dass sie
die Rechte angeblich aus den USA erhalten hatte und sich selbst als
Opfer darstellen. Aber nachdem ich entdeckt hatte, dass Brandon und
sie sich über gfy.com kennen, die Homepage-Entwicklung über ihren
eigenen Server lief, und die Fertigstellung der Homepage laut
archive.org auch perfekt in dem Zeitraum passt (12.07. - eine Woche
vor Rechteübertragung an Hausner), war das Ganze wohl auch vorerst
auf Eis gelegt worden. 

Brandon Ackerman selbst ist auch nur fiktiv in den USA ansässig. Laut
seinem FB-Profil (https://www.facebook.com/MarlboroAck) domiziert er
abseits von jedem möglichen Zugriff der Strafbehörden auf den
Philippinen - die globale Weltreise in dem Fall geht also immer
weiter. Sogesehen kann man ihn wohl auch als Alibi-Strohmann
bezeichnen. Auf gfy.com widerum finden sich auch einige Threads, die
im Betrug vorwerfen, indem er fremdes Adult-Material vertickt, ohne
selbst Rechte zu besitzen. Scheint wohl üblich in der Branche zu
sein.

All diese Verbindungen machen doch nur deutlich, dass es hier gar
keine Opfer in der Rechtekette gibt - sondern dass man das ganze von
vorne bis hinten komplett zusammen akribisch geplant hat. Nur hat man
eben zu viele Leichtsinnsfehler gemacht und wohl auch nicht mit
derartiger Spurensuche seitens der Webcommunity gerechnet. Ich würde
zudem auch nicht ausschließen, dass Ralf Reichert und Jutta Schilling
sich näher kennen. Sein spanischer Intergroove-Ableger ist ja auch
nur 15 Fahrtminuten von Juttas spanischer Adresse in Barcelona
entfernt. Die Welt ist groß und die ganzen Verbindungen für meinen
Geschmack dagegen etwas zu nah. ;)

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