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Re: Gold aus Gift

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Mr. B.B.C.

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04.02.2013 15:40 Permalink
Einbildung schrieb am 4. Februar 2013 14:46
> http://web.de/magazine/wissen/klima/17093432-seltene-bakterien-gold-kluempchen-formen.html

> Nich besonders wissenschaftlich aber sicherlich interessant.
> Angeblich soll das trotzdem nicht von industriellem Nutzen sein.
> Doch ich denke an Widerverwertung (Recycling) von Rohstoffen.
> Wenn man für verschiedene Stoffe verschiedene Bakterien findet und
> dann beispielweise Unterhaltungselektronik am ende des Lebenszyklus
> einfach fein zermahlt und diverse bakterien drüber jagt sollte das
> doch...?

Einfach verbrennen, dann mahlen; im Grunde wertlose organische
Verbindungen werden so zerstört - man kann grundsätzlich auch aus
Pflanzen Kunststoffe herstellen; Recycling lohnt da nicht; man
verbrennt ohnehin über 90 Prozent vom Erdöl, warum nicht mit den paar
Prozent Kunststoffen auch einheizen ? Viel sinnvoller in DER
Reihenfolge. Energie gewinnen statt investieren...

Die Asche enthält dann nur noch Metalloxide und Silicium. Hier stellt
sich das Problem wie man die trennt. Verfahren gibt's genügend, aber
die erfordern immer viel Energie.

Zum Beispiel mit Säure auflösen; durch Zugabe bestimmter Anionen und
Verschiebung vom pH-Wert kann man gezielt Metalle ausfällen, den
Niederschlag muss man dann "nur" einschmelzen und schon hat man ein
weitgehend reines Metall. Ein fetter HPL-Chromatograph würde auch die
unterschiedlichen Metalle trennen; sogar viel besser, aber man kann
so nur eine dünne Pfütze über viele Minuten trennen. Könnte dauern
bis sich der Preis der Säule amortisiert hat...

Für Hightechfreaks gibt's dann noch das Massenspektroskop: die Asche
zum Plasma verdampfen, mit einem EM-Feld beschleunigen und ablenken -
exakt nach Masse der Ionen landen jene in unterschiedlichen
Schubladen.

- Sind alles Verfahren, die eigentlich der Analyse dienen und nur auf
winzige Mengen angewendet werden. Wenn man's auf mehrere Tonnen
anwendet, wird's ein wenig teuer. Man bräuchte hocheffizente
Technologie, um die Energie die man reinsteckt möglichst verlustfrei
in den Kreislauf zurück zu führen; dann...

Mikroorganismen bringen hier keine Vorteile; die sind erst recht
ineffizient. Sie können Erdöl oder Ähnliches abbauen; entgiften.
Solange sie aber nicht einzelne Atome irgendwo raus lösen und zum
richtigen Metallklumpen schwimmen und dort abladen... 

Wobei mir eigentlich nicht einleuchtet wieso der konventionelle
Bergbau günstiger sein soll als besagtes Recycling. Da wird auch
aufgelöst und eingeschmolzen. Auf alle Fälle ist Recycling von
Altmetall - also großen Metallteilen - hochlukrativ; auch wenn man
sie einschmelzen muss; ist fast 100% Eisen, Aluminium, Weißblech,
Kupfer... solange man sie vorher trennt und wieder einem ähnlichen
Zweck zuführt...

Dummerweise bestehen moderne Produkte aus fimschiger
Kleinstelektronik. Batterien, Schaltkreise, Mikroprozessoren...

Gerade Chips bestehen zum Großteil eher aus was Wertlosem wie
Silicium mit Spuren von z.B. Gallium. Rentiert sich eigentlich nicht
solche "Mengen" wieder zu holen. Andererseits sind es oft sauseltene
Elemente wie Tantal, die bereits jetzt die Weltwirtschaft ins Wanken
bringen.

Batterien haben hohe Gehalte an diversen Metallen - Kupfer, Blei,
Nickel, Cadmium. Dummerweise aber in der Regel fest miteinander
verbunden. Fast schon wie ne Legierung und daher bleibt auch nur die
Schredder- und Auflösmethode. Normale Batterien lassen sich auch kaum
zerlegbar konstruieren. Bei Autobatterien geht's, weil die immer
waagrecht stehen. Bei Polymerakkus hat das Ausnutzen jedes
Kubikmillimeters des Gehäuses Priorität.

> Und ist dann auch noch voll öko

"Öko" oder "bio" bedeutet aber nicht harmlos. Nimm' zum Beispiel
invasive Arten oder Seuchen wie die Pest. Voll öko.

Von "Recyclingmikroorganismen" geht eine gewisse Gefahr aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zucker_-_Eine_wirklich_süße_Katastrophe

Deswegen muss man darauf achten, dass derartige nicht unter
natürlichen Bedingungen optimal leben, sich also nicht unkontrolliert
massiv verbreiten. - Und DASS sie sich verbreiten sollte keinen
Schaden verursachen, denn das kann man sowieso nicht verhindern. Sie
dürfen halt andere Mikroorganismen nicht verdrängen und schon gar
nicht pathogen sein.

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