Ausprobiert: Samsung NX20 mit 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA
01.09.2012
Heise Foto hat mehrere Systemkameras mit Festbrennweiten genauer unter die Lupe genommen. In den vergangenen und kommenden Wochen stellen wir Ihnen Kombinationen aus unterschiedlichen Preisregionen vor. Den Anfang machten Sonys Einsteiger-Duo aus NEX-F3 und dem E 50 mm, f/1.8 sowie die Panasonic G5 mit dem Lumix G 20 mm f/1.7 ASPH. Den Abschluss unseres Überblicks bildet nächste Woche Fujifilms X-Pro1. Hier nun Samsungs NX20 mit dem 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA.
Samsungs Systemkamera-Topmodell: NX20
Bild: Samsung
Die Kamera
Mit der NX20 haben wir Samsungs aktuelles Systemkamera-Flaggschiff im Test. Dem gehobenen Anspruch wird die Kamera durch ihre solide Verarbeitung gerecht. Das Gehäuse ist aus hochwertigem Kunststoff gefertigt, sodass es an der Haptik nichts zu kritisieren gibt. Bei der Bauform setzen die Koreaner auf eine flache klassische SLR-Form. Zur Aufnahme nutzt die Samsung-Kamera einen CMOS-Sensor mit 20 Megapixeln Auflösung im APS-C-Format. Angesichts der hohen Pixeldichte waren wir gespannt auf die Messergebnisse.
Für die Motivkontrolle bietet die NX20 ein kontrastreiches, dreh- und schwenkbares AMOLED-Display mit einer Diagonalen von 7,6 Zentimetern und einer Auflösung von 614.000 Bildpunkten. Eine ähnlich gute Abbildungsleistung zeigt der LCD-Sucher mit SVGA-Auflösung (1.440.000 Subpixel) – ein Feature, das der günstigeren NEX-F3 aus unserer Testreihe fehlt und von Sony auch erst beim Spitzenmodell NEX-7 angeboten wird.
Bei der Serienbildgeschwindigkeit ist die NX20 auch für Sportaufnahmen geeignet; mit acht Bildern pro Sekunde und einer kürzesten Verschlusszeit von 1/8000 s lassen sich auch schnelle Bewegungen einfrieren.
Wie auch bei einigen ihrer Kompaktkameras, hat Samsung der NX20 ein WLAN-Modul spendiert. Hiermit lassen sich Bilder im Heim-Netzwerk speichern (auch schon während der Aufnahme) oder Fotos und Videos in die Cloud und zu Diensten wie Youtube hochladen.
Samsung 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA
Bild: Samsung
Das Objektiv
Das 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA empfiehlt sich als Portrait- und Makroobjektiv. Mit einer Lichtstärke von f/2.8 lassen sich Motive gut freistellen und da die Naheinstellgrenze bei etwa 18 Zentimetern liegt, kann man kleine Objekte bis zu einem Maßstab von 1:1 auf den Sensor bannen.
Samsung hat das knapp 600-Euro-teure Objektiv mit "Anti-Shake", Ultraschallmotor und "i-Function" ausgestattet. Über einen Drehring am Objektiv lassen sich hiermit Kamerafunktionen wie zum Beispiel die Belichtungskorrektur steuern. Allein durch das Gewicht von 450 Gramm macht das 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA einen grundsoliden Eindruck und harmoniert von der Verarbeitungsqualität gut mit der NX20.
Ergonomie
Samsung hat sich bei der NX20 für eine flache Variante der klassischen SLR-Bauform entschieden. Die Kamera lässt sich so gut greifen und mit kleinen Objektiven bei einem Eigengewicht von nicht einmal 400 Gramm auch gut einhändig bedienen. Zusammen mit der 60-Millimeter-Festrennweite gerät die Konstruktion aber kopflastig.
Bildkritik
Das Duo aus hochauflösender NX20 und dem 60 Millimeter Makro-Objektiv gibt sich bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten keine Blöße. Bei ISO 100 landen 100 Prozent der theoretisch möglichen 1824 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) auf dem Sensor – zumindest in der Bildmitte. Zu den Rändern nimmt die Auflösung ab, mit 1741 Lp/Bh erreicht das Gespann aber auch hier noch einen guten Wert. Erst oberhalb von ISO 1600 lässt die Auflösung deutlich nach.
Diese Empfindlichkeit stellt dann auch die Grenze für saubere Aufnahmen dar, denn hier zeigt die NX20 bereits deutliches Rauschen. Bei ISO 3200 sind die Detailverluste bereits so stark, dass nur noch eine verkleinerte Darstellung in Frage kommt. ISO 6400 und ISO 12.800 sind nur als Notlösung nutzbar.
Im Vergleich zur Panasonic G5 mit ihrem Hang zu übertrieben knalligen Farben agiert die NX20 bei der Farbwiedergabe neutral.
Die Blendenreihe an unserer Testszene zeigt, dass das 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA seine beste Abbildungsleistung bei Blende f/4.0 hat. Ab Blende f/11 lässt die Detailauflösung deutlich nach und zeigt nach oben deutliche Unschärfe durch Beugungseffekte.
Unsere letzte Bilderstrecke zeigt die Tiefenschärfe bei unterschiedlichen Blenden und die Art der Unschärfe.
Fazit
Für 1600 Euro erhält man mit der NX20 und dem 60mm f/2.8 Macro ED OIS SSA eine gute Kombination aus Systemkamera und Objektiv. Die Verarbeitung überzeugt und auch bei der Ausstattung hat Samsung nicht gespart; sie bietet ein Komplettpaket mit WLAN und innovativer Kamerasteuerung über i-Function. Auch das dreh- und klappbare Display und der hochauflösende Sucher sind Pluspunkte der Kamera.
Beim Fotografieren überzeugt die NX20 mit ihrer schnellen Serienbildrate und liefert bis ISO 800 Aufnahmen die auch in der 100-Prozent-Ansicht überzeugen. Der hohen Sensorauflösung geschuldet nimmt in höheren ISO-Stufen das Bildrauschen aber stark zu, so dass ISO 1600 als letzte nutzbare Empfindlichkeit angesehen werden muss.
(tho)









Bild des Tages von
International Edition 11/2013