Canon EF-S 18-200 f/3,5-5,6 IS
Beim Canon EF-S 18-200 f/3,5-5,6 IS ist die manuelle Scharfstellung sehr leichtgängig, aber wenn man einmal versucht, auf einzelne Ästchen in einem zwei Meter entfernten Busch scharfzustellen, wird man sich schwertun: Der Stellweg ist viel zu kurz, um präzise auf den Punkt fokussieren zu können. Schon bei einer Brennweite von ca. 80 mm ist das eine Qual. Genau in den Situationen, wo man eine manuelle Fokussierung wirklich benötigen würde, eignen sich die Superzooms dafür kaum. Der breite, solide Zoomring ist satt und einigermaßen gleichmäßig zu betätigen. Mit Bildstabilisator gelingen bei 200 mm bis ca. 1/100 s verwacklungsfreie Aufnahmen, bei 1/80 gab es schon zwei Ausreißer unter fünf Versuchen, also bei etwa 2 Blendenstufen längeren Zeiten (gegenüber nominell 1/320 s).
Canon EF S18-200 IS, Bildschärfe bei 200mm
Bei 200 mm liefert das EF-S 18-200 im Bereich Mitte-Oben gute Schärfe mit Blende 8, die bei 5,6 geringfügig nachläßt. Schlechter sind die Ergebnisse am rechten Rand: Deutliche CA grün-purpur und etwas verwaschene Strukturen in den Baumwipfeln bei Blende 8, bei f/5,6 noch etwas schlechter, aber akzeptabel. Um zu sehen, was bei dieser Brennweite technisch machbar ist, vergleichen Sie das mit den Aufnahmen des EF 70-200 weiter unten.
Canon EF S18-200 IS, Bildschärfe bei 50 mm
Bei Blende 8 und 50 mm schlägt sich das EFS 18-200 recht gut und ist annähernd so scharf wie das EFS 17-55. die chromatische Aberration ist etwas deutlicher - und in der Richtung der Farbsäume umgekehrt. Bei Blende 5,6 - dem Maximalwert bei dieser Brennweite - läßt die Schärfe leider schon deutlich nach, vor allem am Rand, ist aber noch halbwegs brauchbar. In Bildmitte gibt es kaum einen Unterschied. Das EFS 17-55 f/2,8 ist bei Blende 4 und 55 mm am Rand aber auch nicht besser (ohne Abbildung).
Canon EF S18-200 IS, Bildschärfe bei 18 mm, Blende 3,5
Das EFS 18-200 zeigt vor allem im Ausschnitt von links unten deutliche Unschärfe und chromatische Aberration, in Bildmitte ist die Schärfe recht gut. Die stürzenden Linien der Häuser resultieren aus der starken Weitwinkelperspektive und der aufwärts gerichteten Blickrichtung zum Berggipfel, sind also kein Objektivfehler. Zu Verzeichnung siehe Bild weiter unten.
Canon EF S18-200 IS, Bildschärfe bei 18 mm, Blende 3,5
EFS 18-200: Bei Blende 8 wirkt das Bild am Rand etwas schärfer, aber die chromatische Aberration tritt um so deutlicher in Erscheinung, bei 100% doch recht heftig.
Das Reisezoom EF-S 18-200 zeigt im Unterschied zum teuren Universalzoom 17-55/2,8 schon eine recht deutliche Tonnenverzeichnung bei 18 mm (Korrekturfaktor -20). Die untere Linie läuft allerdings am Bildrand wieder waagrechter, ist also unregelmäßig verzeichnet. Bei 50 mm ist deutlich eine leichte Kissenverzeichnung zu erkennen (Korrekturfaktor 8,0), die sich auch bei 80 mm zeigt. Bei 200 mm erzeugt es eine stärkere Kissenverzeichnung (Korrekturfaktor 6,8) als das EF 70-200 (siehe weiter unten), außerdem nimmt es aus demselben Abstand (6,7 m) ein deutlich größeres Bildfeld auf - hat also auf diese Entfernung eine effektiv kürzere maximale Telebrennweite.