30.03.2009
US-Amerikaner gelten als Pragmatiker. Scott Kelby, Herausgeber des „Photoshop User Magazine”, macht da keine Ausnahme. Empfiehlt er eingangs, sein Buch von vorne bis hinten durchzuarbeiten, räumt er gleich darauf ein: „Wenn Sie entscheiden, es lieber auszuhöhlen und es als Geheimfach zu verwenden, kann ich auch nichts dagegen tun“. Anfänger sollten allerdings seiner Empfehlung folgen und sich erst einmal dem Import digitaler Ablichtungen und dann deren Verwaltung widmen. Kelby erklärt hier detailliert Ansichtenoptionen, Tastenkürzel sowie den Umgang mit Bewertungen, Sammlungen, Vergleichsansicht und EXIF- sowie IPTC- Metadaten und geht auf die Vor- und Nachteile von DNG-Konvertierung und das Speichern von XMP-Begleitdateien ein.
Auf knapp 100 Seiten lernen selbst erfahrene Anwender noch einiges über Lightrooms Bibliothek dazu. Weiter widmet sich Kelby dem Bildbearbeitungsmodul mit detaillierten Beschreibungen der Verfahren zum Weißabgleich und eigenwilliger Werkzeuge wie der Dreiecke im Histogramm und der Regler „Klarheit“ und „Lebendigkeit“. Die Rubrik „lokale Anpassungen“ beschreibt den Umgang mit den in Version 2 hinzugekommenen selektiven Werkzeugen, beispielsweise zum Abwedeln und Nachbelichten. Ausführlich geht er auf die Zusammenarbeit mit Photoshop ein, unter anderem darauf, wie man ein HDR-Bild oder ein Panoramafoto aus Lightroom heraus mit den Mitteln Photoshops zusammenfügt.
Dem komplexen Thema Schwarzweißumsetzung spendiert er sogar 20 Seiten, dann folgen Kapitel zu den Exportmodulen „Diashow“, „Drucken“ und „Web“. Praxisnah ergänzt er, wie er bei der Bildbearbeitung eines Porträts und auf Reisen vorgeht. Laune machende Formulierungen würzen die fundierte Beschreibung des Programms von Anfang an – sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene Nutzer erhalten ein wertvolles Lehr- und Nachschlagewerk. (rst)
| München 2009 Addison-Wesley 425 Seiten 39,95 € ISBN 978-3-8273-2741-3 |