Bei den sonstigen fotografischen Tests schlug sich die Casio wacker, mit korrekten, gut gesättigten Farben, einer für 6 MP noch guten Detailwiedergabe und Bildschärfe und geringer Moiréneigung. Für ein 12-fach-Superzoom fielen auch die chromatischen Aberrationen gering aus und waren im Testlabor am ehesten an den Eckmarken unserer neuen flachen Testszenerie zu erkennen und bei Außenaufnahmen gelegentlich an kontrastierenden Kanten vorrangig im Telebereich, allerdings erheblich geringer als dies beispielsweise bei den Superzoom-Modellen in Canons PowerShot-Reihe oder noch heftiger bei den H-Modellen von Sony der Fall ist. Im Gegensatz zu diesen glänzt die Casio zudem auch mit einer bemerkenswert geringen Vignettierung, die im Messlabor bei durchgehend nur 0,1 Blendenstufen lag.
Die F1 belichtet auch hinreichend sicher, aber gelegentlich etwas knapp, wobei sie speziell an unserer c't-Kiste eine ungewöhnliche Lichtallergie entwickelte und ohne erkennbaren Grund drastische Unterbelichtungen vornahm, so dass der Kisten-Graukeil bereits ab Stufe 15 ins Schwarze kippte. Problemlose Belichtungsleistungen hingegen an unserer neuen, flachen Testszene unter identischen Labor-Beleuchtungsbedingungen. In Sachen Belichtungssicherheit können wir so nicht besser als "zufrieden stellend" bewerten.
Die vergleichsweise niedrige Pixeldichte schlug sich im Messlabor wie erwartet positiv auf den erzielbaren Maximalkontrast nieder. Ein Wert von 10 Blendenstufen bei ISO 100 ist für digitale Kompaktkamera-Verhältnisse hervorragend, 8,5 Blendenstufen bei ISO 400 sind noch gut, dasselbe gilt für die höchste zentrale Auflösung von 965 Linienpaaren – das entspricht 91 % der physikalischen Sensorauflösung. Der Auflösungs-Randabfall von 9 % in Weitwinkelposition ist hingegen gering, und er sinkt über die Mittelstellung bei 3 % auf nahezu null in Teleposition, wobei hier die absolute Auflösungsleistung allerdings massiv abfällt, zentral auf 820 Linienpaare bezogen auf die Bildhöhe. Die Verzeichnungsneigung bleibt mit maximal 0,4 Blendenstufen messtechnisch ebenso unkritisch wie die chromatischen Aberrationen. Angesichts des äußerlich unbewegten Objektivs scheint die Einschaltverzögerung von 3 Sekunden verbesserungswürdig.
Testbilder in voller Auflösung
Die Casio Exilim Pro EX-F1 ist eine eindrucksvolle Superzoomkamera im voluminösen Bridge-Format, die mit ihrem vergleichsweise großformatigen und "nur" 6 Megapixel auflösenden Sensor bei ISO 100 ausgesprochen rauscharme, "reine" Aufnahmen ermöglicht. Die verwendete CMOS-Technik und ein großer Bildpuffer legen zudem die Grundlagen für die unvergleichlichen High-Speed-Fähigkeiten der Kamera, die im Fotomodus bis zu 60 vollformatige Bilder in einer Sekunde aufnehmen kann und im High-Speed-Videomodus sogar Mini-Videoclips mit 300 bis 1200 fps Bildrate erreicht.
Die Full-HD-Videofunktion zeigt, wohin die Reise bei den Still-Digicams künftig gehen wird – auch in Sachen Ressourcenhunger bei der Videobearbeitung am PC und mit der Notwendigkeit, künftig die Fokussier- und Blendensteuerungstechnik zu verbessern.
Die Summe ihrer Eigenschaften verleiht der Casio derzeit fraglos eine absolute Alleinstellungsposition, die mit rund 800 Euro allerdings ihren Preis hat. Dafür bekommt man bereits eine Spiegelreflex-Kombi mit WW- und Telezoom und mit ungleich höherem Auflösungs- und Rauscharmutspotenzial bis in hohe ISO-Stufen hinein.
Wer die bemerkenswerten High-Speed-Funktionen der Casio umfangreich ausnutzt, für den ist die Kamera ohne Alternative. Wer vorrangig eine hochwertige Superzoomkamera sucht, sollte auch die preisgünstigeren Mitbewerberinnen berücksichtigen und auch die SLR-Technik nicht aus den Augen verlieren.
Ausstattung