Die Entwicklung von Sensor- und Softwaretechnologie erlaubt es schon heute, klassische optische Komponenten einfacher auszulegen. Früher untragbare Abbildungsfehler billiger Objektivkonstruktionen lassen sich per Software korrigieren. Andererseits helfen solche Techniken, die Qualität weit über das aus dem analogen Bereich Bekannte hinaus zu steigern und scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Der Verwacklungsausgleich ist ein Beispiel dafür.
Mit einem zu diesem Zweck beweglich aufgehängten Sensor lassen sich sogar noch viel mehr Dinge machen: Die Bewegung senkrecht zur Bildebene erlaubt eine sehr schnelle Fokussteuerung, ohne Einstellungen am Objektiv zu verändern. Eine kontrollierte Verschiebung des Sensors in der Bildebene (Shiften) bietet die optische Korrektur stürzender Linien, das Kippen des Sensors (Tilden) verdreht die Schärfeebene und führt zu Effekten, wie sie in der Produktfotografie (table top) gern verwendet werden. Für beides sind bisher sehr teure Spezialobjektive notwendig. Ein entsprechend beweglicher Sensor würde solche Effekte in jeder besseren Kompaktkamera verfügbar machen.
Sogar optische Gesetze lassen sich austricksen: Bildserien mit von Bild zu Bild leicht verschobener Entfernungseinstellung erlauben Makroaufnahmen mit eigentlich „unmöglicher“ Schärfentiefe. Auch diese Focus Stacking genannte Technik wird erst dann einfach handhabbar, wenn eine Kameraautomatik die Parameter selbsttätig verstellt.
Auf der nächsten Seite: Quo vadis?