23.11.2011
Alexandre Buisse
Bild: Alexandre Buisse
Große Einsamkeit, kräftezehrender Einsatz und immer die Kontrolle haben: Alexandre Buisse führt nicht gerade das typische Leben eines jungen Franzosen. Seine Leidenschaft gilt den höchsten Gipfeln dieser Erde. Über vier Kontinente führten seine Touren den Extremsportler und ihn oft an die Grenzen körperlicher Belastbarkeit.
Um die Faszination der erlebten Landschaften in die Welt zu tragen, begann er vor ein paar Jahren zu fotografieren. Seine Aufnahmen erzählen von Weite und fast unwirklicher Schönheit in einer grenzenlosen, fast menschenleeren Welt. Das Heise Fotokunst- und Fotolabor-Portal seen.by sprach mit dem Fotografen und Informatiker über seinen Drang nach oben und das Leben in 3000 Metern Höhe.
Können Sie sich erinnern, wann Ihre Leidenschaft für die Berge und das Fotografieren begann?
Ich bin in Lyon geboren. Von Kindesbeinen an nahmen mich meine Eltern mit nach Chamonix zum Skifahren oder Wandern. Die Kamera ließ ich mir vor sechs Jahren von meinen Eltern zum 20. Geburtstag schenken. Je häufiger ich in den französischen Alpen unterwegs war, desto mehr begeisterte ich mich für diese wunderbare Landschaft, das traumhafte Licht. Ich ärgerte mich jedes Mal, dass ich nicht in der Lage war, meine Eindrücke mitzunehmen und mit anderen Menschen, die nicht dort sein konnten, zu teilen. Mit einer Kamera, dachte ich mir, wäre das kein Problem mehr.
Arête des Cosmiques
Bild: Alexandre Buisse
Was ist mit Ihrem Abschluss in Informatik, den Sie gerade in Dänemark gemacht haben?
Ich war schon als Kind von Mathematik und Computern begeistert. Das sollte mal mein Leben bestimmen. Doch alles, was ich jetzt möchte, sind meine Bergtouren und das Fotografieren, auch wenn dieser Wunsch erst vor ein paar Jahren geboren wurde. Ich hoffe sehr, eines Tages davon leben zu können.
Die Region um Chamonix ist bei Ihnen ein immer wiederkehrendes Motiv...
Bis heute sind das Tal um Chamonix und der Mont Blanc etwas Besonderes für mich. Das ist der Ort, an dem ich mich am meisten zu Hause fühle. Jedes Mal, wenn ich dorthin fahre und aus dem Auto steige, schaue ich hinauf zu den Bergen und muss einen Schritt zurücktreten, weil der Anblick so eindrucksvoll ist. Eines meiner Lieblingsbilder ist „Stuff of Dreams“ aus der Serie „Mountaineering“. Es entstand im Winter 2010 an der Seilbahn zur Aiguille du Midi. Skiläufer und Bergsteiger erwarteten dort die ersten Kabinen. Es war sehr früh am Morgen und neblig, nur die Schatten der Wartenden waren zu sehen. Es ist ein besonderes Bild für mich. Es vermittelt dieses Gefühl von Hoffnung, Erwartungen und diesen kurzen Moment der Furcht, bevor man abfährt oder die Klettertour beginnt: Du weißt, dass es hart wird, und gleichzeitig steigt die Vorfreude auf. All diese Dinge gehen einem durch den Kopf. In diesem Bild spiegeln sich viele dieser zwiespältigen Gefühle wider.
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